Mehrere braune Tulpenzwiebeln bereit zum Pflanzen

Blumenzwiebeln setzen: Der richtige Zeitpunkt für jede Sorte

Kurzantwort: Entscheidend ist, ob eine Zwiebel im Frühjahr oder im Sommer blüht. Frühjahrsblüher wie Tulpen, Narzissen, Krokusse und Hyazinthen werden im Herbst zwischen September und November gepflanzt, weil sie über den Winter eine Kälteperiode durchlaufen müssen, um austreiben zu können. Sommerblüher wie Dahlien, Gladiolen und Canna sind dagegen frostempfindlich und kommen erst im Frühjahr nach den letzten Nachtfrösten in die Erde, meist ab Mitte April oder im Mai.

Der Begriff Blumenzwiebel fasst botanisch sehr unterschiedliche Speicherorgane zusammen, von der echten Zwiebel bis zur Knolle. Für den Gärtner zählt vor allem eine Unterscheidung: Wann blüht die Pflanze, und daraus ergibt sich fast automatisch, wann sie gepflanzt werden muss.

Wer den Zeitpunkt verpasst, riskiert entweder Frostschäden an noch nicht verwurzelten Knollen oder eine Blüte, die ausbleibt, weil die nötige Kältephase gefehlt hat.

Frühjahrsblüher: Pflanzung im Herbst

Tulpen, Narzissen, Krokusse, Hyazinthen und andere klassische Frühjahrsblüher werden gepflanzt, wenn der Boden noch bearbeitbar, aber bereits herbstlich kühl ist. Diese Pflanzen benötigen eine Kälteperiode, um den Blühimpuls für das Frühjahr auszulösen: Ohne ausreichend Kältetage bleibt die Blüte aus oder fällt deutlich schwächer aus. Bei Narzissen gilt eine Frostphase von mindestens sechs Wochen als notwendig, damit sich die Blütenanlage in der Zwiebel vollständig entwickelt.

Das richtige Zeitfenster im Herbst

Kleinere Zwiebeln, etwa von Krokussen oder Traubenhyazinthen, dürfen bereits ab Ende August in die Erde. Größere Zwiebeln wie Narzissen und Tulpen werden meist von Oktober bis in den November gepflanzt. Grundsätzlich gilt: je früher im Herbst, desto besser können die Zwiebeln vor dem ersten Frost noch Wurzeln bilden und sich im Boden verankern. Solange der Boden nicht gefroren ist und keine geschlossene Schneedecke liegt, lässt sich der Termin bis Anfang Dezember strecken, auch wenn frühere Termine zuverlässiger zu kräftigeren Wurzeln führen.

Sommerblüher: Pflanzung erst nach dem letzten Frost

Bei Dahlien, Gladiolen, Canna und ähnlichen Knollenpflanzen liegen die Verhältnisse genau umgekehrt. Diese Arten stammen ursprünglich aus wärmeren Regionen und vertragen keinen Frost. Ihre Knollen überwintern deshalb meist frostfrei im Haus oder Keller und werden erst dann ins Freiland gepflanzt, wenn keine Nachtfröste mehr zu erwarten sind. In den meisten Regionen Deutschlands ist das ab Mitte April der Fall, in kühleren Lagen oder Jahren mit spätem Kälteeinbruch erst im Mai.

Pflanztiefe und Pflanzabstand

Als Faustregel gilt für die Pflanztiefe das Doppelte bis Dreifache der Zwiebelhöhe: Eine drei Zentimeter hohe Zwiebel kommt also etwa sechs bis neun Zentimeter tief in die Erde. Größere Zwiebeln werden entsprechend tiefer gesetzt als kleine. Beim Pflanzabstand hat sich die Faustregel von zwei bis drei Zwiebelbreiten zwischen den einzelnen Zwiebeln bewährt, damit sich die Pflanzen später nicht gegenseitig bedrängen und trotzdem als dichte Gruppe wirken.

Der richtige Standort und Boden

Die meisten Blumenzwiebeln bevorzugen einen sonnigen bis halbschattigen Standort mit durchlässigem Boden. Staunässe ist der häufigste Grund, warum Zwiebeln im Boden verfaulen, statt auszutreiben: Auf schweren, lehmigen Böden lohnt es sich, eine Drainageschicht aus Sand oder Splitt in das Pflanzloch einzubringen. Wer Zwiebeln in Kübeln pflanzt, sollte auf ein Abzugsloch im Gefäß und lockere Pflanzerde achten.

Nachpflanzen im Rasen

Kleine Frühjahrsblüher wie Krokusse oder Winterlinge eignen sich besonders gut, um sie im Rasen zu verwildern, also so zu pflanzen, dass sie sich über die Jahre von selbst vermehren und ausbreiten. Dafür werden die Zwiebeln unregelmäßig, in kleinen Gruppen und nicht in geraden Reihen verteilt, was einem natürlichen Wildvorkommen näherkommt als eine gleichmäßige Pflanzung. Wichtig ist, den Rasen an diesen Stellen erst zu mähen, wenn das Laub der Zwiebeln von selbst eingezogen ist, damit die Pflanze genug Reservestoffe für das nächste Jahr einlagern kann.

Was beim Kauf der Zwiebeln zu beachten ist

Beim Kauf lohnt sich ein Blick auf die Zwiebel selbst: Sie sollte sich fest anfühlen, keine weichen oder schimmligen Stellen zeigen und eine intakte Außenhaut haben. Weiche, leichte Zwiebeln haben oft schon Feuchtigkeit oder Substanz verloren und treiben schlechter aus als pralle, schwere Exemplare. Je später im Herbst gekauft wird, desto eher sind die besten Zwiebeln aus dem Sortiment bereits vergriffen, weshalb ein früher Einkauf auch bei späterer Pflanzung sinnvoll sein kann. Bis zum eigentlichen Pflanztermin lagern gekaufte Zwiebeln am besten kühl, dunkel und luftig, etwa in einer offenen Papiertüte im Keller oder in der Garage, keinesfalls aber luftdicht verschlossen in Plastik, weil sich darin schnell Feuchtigkeit staut und Schimmel bildet.

Pflege nach der Blüte

Sobald die Blüte einer Frühjahrszwiebel verwelkt ist, sollte nur die Blüte selbst entfernt werden, nicht aber das Laub. Die grünen Blätter betreiben nach der Blüte weiter Photosynthese und füllen damit die Reserven der Zwiebel für das kommende Jahr wieder auf. Wird das Laub zu früh abgeschnitten oder zusammengebunden, schwächt das die Zwiebel spürbar, und die Blüte im nächsten Frühjahr fällt kleiner aus oder bleibt ganz aus. Erst wenn das Laub von selbst gelb wird und welkt, meist vier bis sechs Wochen nach der Blüte, darf es entfernt werden.

Typische Fehler beim Pflanztermin

Ein häufiger Fehler ist, Frühjahrsblüher zu spät zu pflanzen, etwa erst im Dezember bei bereits gefrorenem Boden. Die Zwiebeln überstehen zwar oft trotzdem den Winter, bilden aber deutlich weniger Wurzeln aus, was sich in einer schwächeren Blüte zeigt. Ebenso ungünstig ist es, Sommerblüher zu früh auszupflanzen, in der Hoffnung auf einen zeitigen Blühbeginn. Ein einziger später Nachtfrost reicht aus, um frisch ausgetriebene Dahlien- oder Canna-Triebe komplett zurückzuwerfen, sodass die Pflanze erst wieder aus der Knolle neu austreiben muss und wertvolle Wochen der Wachstumszeit verliert.

Quellen

Geschrieben von Clara, Redaktion spatenfreunde.de — sie schreibt hier über Garten, Pflanzen und die richtige Pflege.

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