Blühende Knollenbegonien in einem Gartenbeet

Begonien pflanzen: der richtige Zeitpunkt im Jahr

Kurzantwort: Begonien kommen frühestens nach den Eisheiligen ins Freie, also meist ab dem 15. Mai. Sie sind nicht winterhart und vertragen höchstens ganz leichten Frost bis knapp unter 0 °C; schon eine kühle Nacht im April kann die Triebe schwarz und glasig werden lassen. Vorgezogene Knollen dürfen ab Februar oder März drinnen hell und warm angetrieben werden, ins Beet oder in den Kübel geht es erst, wenn auch nachts zuverlässig mehr als 10 °C herrschen.

Bei Begonien fällt der Pflanztermin auf zwei völlig unterschiedliche Zeitpunkte, je nachdem, ob die Knolle im Haus vorkultiviert wird oder direkt ins Freiland kommt. Beide Termine hängen eng zusammen, werden in der Praxis aber häufig verwechselt.

Wer den Unterschied kennt, bekommt kräftigere, früher blühende Pflanzen – und muss im Mai nicht bangen, ob die erste kühle Nacht die Pflanzung zunichtemacht.

Hier stehen die genauen Termine, was es mit den Eisheiligen tatsächlich auf sich hat, wie sich Eis- und Knollenbegonien unterscheiden und woran sich ein Frostschaden erkennen lässt.

Warum der Termin bei Begonien so eng ist

Begonien stammen ursprünglich aus tropischen und subtropischen Regionen und haben keine Mechanismen entwickelt, um Frost zu überstehen. Schon Temperaturen um den Gefrierpunkt schädigen das Gewebe der Blätter und Triebe, weil das Wasser in den Zellen gefriert und sie beim Auftauen zerstört. Ein Gewöhnungseffekt wie bei winterharten Stauden findet dabei nicht statt.

Anders als robustere Balkonpflanzen verzeihen Begonien deshalb keinen zu frühen Start. Eine einzige kalte Nacht im Beet kann eine ganze Pflanzung zunichtemachen, während eine Woche später gepflanzte Begonien problemlos anwachsen.

Die Eisheiligen: der traditionelle Orientierungspunkt

Als Eisheilige gelten die Tage vom 11. bis 15. Mai, benannt nach den Gedenktagen frühchristlicher Bischöfe und Märtyrer: Mamertus, Pankratius, Servatius, Bonifatius und die kalte Sophie. In Norddeutschland zählen traditionell die ersten drei Tage, im Süden eher die letzten beiden, während der 11. Mai dort meist nicht mitgezählt wird.

Der Deutsche Wetterdienst weist darauf hin, dass sich in den Wetterdaten der vergangenen Jahrzehnte keine auffällige Häufung von Kaltlufteinbrüchen genau in diesem Zeitraum nachweisen lässt. Frost im Mai bleibt trotzdem grundsätzlich möglich, nur eben nicht zuverlässig an einem festen Kalendertag. Als Faustregel für die Gartenpraxis hat sich der Zeitraum um den 15. Mai dennoch gehalten, weil das Risiko einer Bodenfrostnacht danach spürbar sinkt.

Vorgezogene Begonienknollen in Töpfen auf der Fensterbank
Ab Ende Februar oder März werden die Knollen drinnen angetrieben. Foto: blumenbiene, CC BY 4.0

Knollen vorziehen: ab wann im Haus

Wer Begonien aus überwinterten Knollen zieht, muss nicht bis Mai warten. Die Ruhephase endet meist Ende Februar oder im März; dann kommen die Knollen mit der eingedellten Seite nach oben in feuchtes, lockeres Substrat, nur wenig bedeckt.

Ein heller Platz bei 18 bis 20 °C, zum Beispiel auf der Fensterbank, reicht für den Start. Gegossen wird zurückhaltend, bis die ersten Triebe erscheinen, danach etwas großzügiger, aber immer ohne Staunässe im Topf. Zu früh und zu warm vorgezogene Pflanzen vergeilen an schwachem Licht und bekommen lange, instabile Triebe.

Auspflanzen im Beet: Standort und Boden

Ins Freiland oder in den größeren Kübel wandern die vorgezogenen Pflanzen erst, wenn auch nachts zuverlässig über 10 °C herrschen. Ein halbschattiger Platz mit lockerem, humosem und durchlässigem Boden passt den meisten Sorten am besten; direkte Mittagssonne verträgt nur ein Teil der Arten.

Der Boden wird vor dem Pflanzen aufgelockert, mit reifem Kompost angereichert und nach dem Setzen gut angegossen. Staunässe mag keine Begonie, weshalb schwere Böden vorher mit Sand durchlässiger gemacht werden.

Direkt in Kübel und Balkonkästen pflanzen

Für Balkon und Terrasse gilt dieselbe Frostregel wie fürs Beet. Kübel lassen sich zwar bei einer Kälteperiode kurzfristig ins Haus oder in eine geschützte Ecke räumen, planbarer bleibt es trotzdem, den Termin nach den Eisheiligen anzusetzen.

Ein durchlässiges Blumenerde-Substrat mit etwas Langzeitdünger reicht für die Saison. Regelmäßiges Gießen ist bei Kübeln wichtiger als im Beet, weil das begrenzte Erdvolumen schneller austrocknet als gewachsener Gartenboden.

Eisbegonien und Knollenbegonien im Unterschied

Im Handel stehen zur Pflanzzeit vor allem zwei Gruppen nebeneinander. Eisbegonien blühen in dichten Polstern und vertragen auch vollsonnige Standorte gut, solange der Boden nicht komplett austrocknet. Knollenbegonien bilden größere Einzelblüten, mögen es lieber halbschattig und reagieren empfindlicher auf pralle Mittagssonne, vor allem in Kübeln, die sich schnell aufheizen.

Für beide Gruppen gilt derselbe Pflanztermin nach den Eisheiligen; unterschiedlich ist nur der spätere Standort im Garten oder auf dem Balkon.

Nach dem Sommer: Knollen für das nächste Jahr sichern

Vor dem ersten Frost im Herbst werden die Knollen von Knollenbegonien ausgegraben, von anhaftender Erde befreit und einige Tage an einem frostfreien, luftigen Ort nachgetrocknet. Anschließend lagern sie dunkel und kühl, aber frostfrei bei etwa 5 bis 10 °C, zum Beispiel in Zeitungspapier oder trockenem Sand, bis sie im Februar oder März wieder angetrieben werden.

Eisbegonien werden dagegen meist einjährig kultiviert und nicht überwintert, weil sich neue Pflanzen im folgenden Jahr günstiger und zuverlässiger nachziehen lassen.

Woran ein Frostschaden zu erkennen ist

Waren Begonien einer kühlen Nacht ausgesetzt, werden die betroffenen Blätter und Triebe binnen weniger Stunden glasig-durchsichtig und dunkel, oft fast schwarz. Die Schäden sind irreversibel; abgestorbene Teile werden abgeschnitten, gesunde Basis und Knolle treiben in der Regel neu aus.

Ein Vlies über Nacht schützt bei einer einzelnen Kälteperiode, ersetzt aber keine realistische Pflanzplanung nach dem Kalender.

Häufige Fragen

Kann man Begonien schon Anfang Mai pflanzen?

Nur mit Frostschutz und Restrisiko. Sicherer ist der Termin nach den Eisheiligen Mitte Mai.

Vertragen Begonien einen kurzen Bodenfrost?

Nein, schon leichter Frost um 0 °C schädigt Blätter und Triebe sichtbar.

Wann werden Knollenbegonien vorgezogen?

Ab Ende Februar oder im März, hell und warm bei 18 bis 20 °C.

Quellen

Geschrieben von Clara, Redaktion spatenfreunde.de — sie schreibt hier über Garten, Pflanzen und die richtige Pflege.

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