Bananenstaude mit großen grünen Blättern im Garten

Bananenpflanze Pflege: Standort, Gießen und Winterschutz

Kurzantwort: Die winterharte Bananenstaude Musa basjoo braucht einen windgeschützten, sonnigen bis halbschattigen Platz, regelmäßig Wasser ohne Staunässe und im Sommer reichlich Dünger, weil sie sehr schnell wächst. Das Laub verträgt keinen Frost und stirbt schon bei 0 °C ab, das Rhizom im Boden übersteht dagegen bis zu −10 bis −20 °C, wenn es dick mit Laub oder Stroh abgedeckt wird. Ohne diesen Winterschutz überlebt die Pflanze einen deutschen Winter im Freiland nicht.

Bananenpflanzen im Garten sind kein Widerspruch zum mitteleuropäischen Klima, solange die richtige Art gewählt wird. Die Japanische Faserbanane, Musa basjoo, gilt als robusteste der im Handel erhältlichen Sorten.

Sie stammt ursprünglich aus Ostasien und wächst als ausdauernde, krautige Pflanze, die in einer Saison mehrere Meter Höhe erreichen kann. Wie sie durch Sommer und Winter kommt, steht im Folgenden.

Der richtige Standort

Musa basjoo braucht einen Platz, der vor starkem Wind geschützt ist, weil die großen Blätter sonst einreißen. Volle Sonne bis Halbschatten eignet sich, wichtig ist vor allem Wärme während der Wachstumsphase.

Der Boden sollte durchlässig sein und etwas Feuchtigkeit halten können, ohne nass zu stehen. Eine Verbesserung mit Sand und organischem Material schafft diese Balance.

Gießen und Düngen

Während der Vegetationsperiode von Mai bis September braucht die Bananenstaude reichlich Wasser, weil die großen Blätter viel Feuchtigkeit verdunsten. Staunässe schadet den Wurzeln trotzdem, deshalb muss überschüssiges Wasser abfließen können.

Da Musa basjoo sehr schnell wächst, verbraucht sie viele Nährstoffe. Eine wöchentliche Düngergabe in der Hauptwachstumszeit unterstützt das kräftige Blattwachstum.

Frosttoleranz der einzelnen Pflanzenteile

Die drei Teile der Pflanze vertragen Kälte sehr unterschiedlich. Das Laub hält keinem Frost stand und stirbt bereits bei 0 °C ab. Der Scheinstamm verträgt bis etwa −2 bis −5 °C.

Das unterirdische Rhizom ist der widerstandsfähigste Teil und gilt bei guter Mulchung als frosthart bis −10 °C, unter günstigen Bedingungen auch darunter. Genau darauf zielt der Winterschutz.

Winterschutz Schritt für Schritt

Sobald der erste Frost das Laub schwarz gefärbt hat, wird der Scheinstamm auf etwa 30 bis 50 Zentimeter über dem Boden gekürzt. Das reduziert die Angriffsfläche für Nässe und Kälte.

Über den Wurzelbereich kommt eine dicke Schicht aus trockenem Laub oder Stroh. Ein locker um die Staude gebautes Gerüst aus Holzlatten, das mit Vlies oder Folie umwickelt wird, hält Nässe vom Rhizom fern und schafft eine isolierende Luftschicht.

Wichtig ist, dass der Schutz atmungsaktiv bleibt. Eine luftdicht verschlossene Folie führt zu Fäulnis, weil sich darunter Feuchtigkeit staut.

Austrieb im Frühjahr

Der Winterschutz bleibt bis nach den letzten Nachtfrösten liegen, meist bis in den Mai hinein. Wird er zu früh entfernt, kann ein später Frost den frischen Austrieb schädigen.

Auch wenn der Scheinstamm über den Winter abgestorben ist, treibt die Pflanze aus dem geschützten Rhizom neu aus und erreicht unter guten Bedingungen innerhalb einer Saison wieder ihre volle Höhe.

In begünstigten, milden Lagen blüht Musa basjoo nach mehreren Jahren sogar im Freiland, Früchte reifen wegen der kurzen mitteleuropäischen Vegetationsperiode aber in der Regel nicht aus.

Herkunft und Wuchsform

Die Japanische Faserbanane stammt ursprünglich aus Ostasien und wächst dort als immergrüne, ausdauernde krautige Pflanze. Was wie ein Stamm aussieht, ist botanisch ein Scheinstamm aus dicht eingerollten Blattscheiden, kein verholzter Baumstamm wie bei einem echten Gehölz.

Genau dieser Aufbau erklärt, warum die oberirdischen Teile so kälteempfindlich sind: Ohne echtes Holz bietet der Scheinstamm dem Frost kaum Widerstand, während das im Boden geschützte Rhizom deutlich widerstandsfähiger bleibt.

Verwandte, deutlich frostempfindlichere Bananenarten wie die Zierbanane (Musa ornata) oder Speisebananen-Sorten eignen sich für den mitteleuropäischen Garten nicht, sie gehören ausschließlich ins Kübel- oder Gewächshausformat und müssen frostfrei überwintert werden.

Bananenpflanzen im Kübel

Wer keinen geeigneten Beetplatz hat, kultiviert Musa basjoo auch im großen Kübel. Das erleichtert die Überwinterung, weil sich der ganze Topf an einen frostfreien, hellen Ort wie eine Garage oder ein unbeheiztes Gewächshaus bringen lässt, statt draußen einen aufwendigen Winterschutz zu bauen.

Kübelpflanzen brauchen wegen des begrenzten Wurzelraums im Sommer noch häufigeres Gießen und regelmäßiges Nachdüngen als ausgepflanzte Exemplare, da Nährstoffe im Topf schneller ausgewaschen werden.

Typische Pflegefehler

Der häufigste Fehler ist ein zu früh entfernter Winterschutz. Sobald milde Tage im März oder April locken, wird die Abdeckung vorschnell abgenommen, ein danach folgender Nachtfrost trifft den bereits freiliegenden Wurzelbereich dann ungeschützt.

Ebenso häufig ist zu wenig Wasser im Hochsommer. Wegen ihrer großen Blattfläche verdunstet eine Bananenstaude an heißen Tagen deutlich mehr Wasser als die meisten anderen Gartenpflanzen, ein ausgetrockneter Wurzelballen macht sich durch hängende, einrollende Blätter bemerkbar.

Ein zu schattiger Standort wiederum bremst das Wachstum spürbar. Ohne ausreichend Licht bleiben die Triebe schmal und dünn, statt in einer Saison die volle Wuchshöhe zu erreichen.

Vermehrung über Ableger

Ein gut etabliertes Rhizom von Musa basjoo bildet mit der Zeit seitliche Ableger, aus denen sich neue Pflanzen ziehen lassen. Im Frühjahr, beim Freilegen des Wurzelbereichs nach dem Winter, lassen sich kräftige Ableger vorsichtig mit einem scharfen Spaten von der Mutterpflanze abtrennen.

Die abgetrennten Ableger kommen zunächst in einen eigenen Topf mit nährstoffreicher Erde und werden an einem warmen, hellen Ort kultiviert, bis sie kräftig genug für ein eigenes Beet oder einen größeren Kübel sind.

Wer nicht selbst teilen möchte, lässt das Rhizom über Jahre einfach in Ruhe wachsen. Auch ohne Eingriff bildet eine gesunde Bananenstaude mit der Zeit von selbst einen dichteren Horst aus mehreren Scheinstämmen, die aus demselben Wurzelstock hervorgehen.

Wird ein Standort später doch zu eng, lässt sich ein einzelner Trieb samt einem Stück Rhizom abstechen und versetzen, am schonendsten ebenfalls im Frühjahr zu Vegetationsbeginn, wenn die Pflanze den Eingriff am schnellsten wegsteckt und zügig neu anwächst.

Quellen

Geschrieben von Clara, Redaktion spatenfreunde.de — sie schreibt hier über Garten, Pflanzen und die richtige Pflege.

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