Ananaspflanze mit Frucht

Ananas-Pflanze: aus dem Strunk selbst ziehen und pflegen

Kurzantwort: Aus dem Blattschopf einer gekauften Ananas lässt sich eine neue Pflanze ziehen. Der Schopf wird abgedreht, unten von Fruchtresten befreit, zwei Tage angetrocknet und dann in Wasser oder Substrat bewurzelt. Bis zur ersten eigenen Frucht dauert es zwei bis drei Jahre.

Die Ananas ist ein Bromeliengewächs und wächst nicht auf Bäumen, sondern als Staude am Boden. Jede Pflanze trägt genau eine Frucht.

Als Zimmerpflanze ist sie robuster als ihr Ruf. Sie braucht vor allem eines: sehr viel Licht.

Den Schopf vorbereiten

Der Schopf wird abgedreht, nicht abgeschnitten. Foto: Isle of Wight Council, Frank Basford, 2008-02-02 19:13:00, CC BY-SA 4.0

Der Blattschopf wird mit einer Drehbewegung von der Frucht gelöst. Abschneiden hinterlässt Fruchtfleisch, das später fault.

Die untersten Blätter werden abgezupft, bis der nackte Stammansatz sichtbar ist. Dort bilden sich später die Wurzeln.

Danach trocknet der Schopf zwei Tage an der Luft. Die Schnittstelle verkorkt, und Fäulnis wird unwahrscheinlicher.

Bewurzeln im Wasserglas

Im Wasserglas zeigen sich nach zwei bis drei Wochen die ersten Wurzeln. Foto: Dinesh Valke, CC BY-SA 4.0

Der Stammansatz kommt ins Wasser, die Blätter bleiben trocken. Ein schmales Glas hält den Schopf von allein in Position.

Das Wasser wird alle zwei bis drei Tage gewechselt. Nach zwei bis drei Wochen zeigen sich die ersten Wurzeln.

Sobald sie zwei bis drei Zentimeter lang sind, wird eingepflanzt.

Bewurzeln im Substrat

Alternativ kommt der Schopf direkt in ein Gemisch aus Blumenerde und Sand. Es wird leicht feucht gehalten, nicht nass.

Eine übergestülpte Plastiktüte erhöht die Luftfeuchte und beschleunigt das Anwurzeln. Sie wird täglich kurz gelüftet.

Diese Methode dauert etwas länger, die Wurzeln sind aber kräftiger als im Wasser gebildete.

Der richtige Standort

Die Ananas braucht den hellsten Platz im Haus. Foto: faith goble, CC BY 4.0

Die Ananas braucht den hellsten Platz im Haus, gern direkt am Südfenster. Volle Sonne verträgt sie problemlos.

Unter 18 Grad stellt sie das Wachstum ein. Im Winter darf es an ihrem Standort nicht kälter werden.

Im Sommer kann sie nach draußen, muss aber langsam an direkte Sonne gewöhnt werden. Sonst gibt es Verbrennungen.

Gießen

Gegossen wird mäßig, wenn die obere Erdschicht abgetrocknet ist. Staunässe verträgt die Pflanze nicht.

Wie alle Bromelien nimmt sie Wasser auch über den Blatttrichter auf. Etwas Wasser in die Blattmitte zu gießen ist richtig, nicht falsch.

Weiches Wasser ist besser als kalkhaltiges. Regenwasser ist ideal.

Substrat und Umtopfen

Ein durchlässiges Substrat aus Blumenerde mit einem Drittel Sand oder Perlite passt gut. Spezielle Bromelienerde funktioniert ebenfalls.

Umgetopft wird, wenn der Topf durchwurzelt ist, etwa alle zwei Jahre im Frühjahr.

Der Topf muss ein Abzugsloch haben. Ohne Drainage faulen die Wurzeln zuverlässig.

Düngen

Von April bis September alle vier Wochen mit Grünpflanzendünger in halber Dosierung.

Im Winter wird nicht gedüngt. Die Pflanze ruht bei geringerem Licht.

Überdüngung schadet mehr als Unterversorgung. Bromelien sind an nährstoffarme Standorte angepasst.

Bis zur ersten Frucht

Zwei bis drei Jahre dauert es, bis die Pflanze blühfähig ist. Vorher passiert nichts, egal wie gut sie gepflegt wird.

Die Blüte lässt sich anregen: Ein reifer Apfel in einer Plastiktüte über der Pflanze setzt Ethylen frei, das die Blütenbildung auslöst.

Nach der Blüte wächst die Frucht in fünf bis sechs Monaten heran. Sie bleibt kleiner als gekaufte Ananas.

Nach der Frucht

Die Mutterpflanze stirbt nach der Fruchtreife ab. Das ist normal und kein Pflegefehler.

Vorher bildet sie Kindel an der Basis. Sie werden abgetrennt, sobald sie ein Drittel der Mutterpflanze erreicht haben.

Aus den Kindeln wächst die nächste Generation. Sie tragen schneller als ein Schopf, meist nach eineinhalb Jahren.

Häufige Probleme

Braune Blattspitzen deuten auf zu trockene Luft oder kalkhaltiges Wasser hin.

Faulende Blattbasis kommt von zu viel Wasser oder Fruchtresten am Schopf. Betroffene Blätter werden entfernt.

Kein Wachstum bedeutet meist zu wenig Licht. Die Ananas wächst nur bei hoher Lichtintensität.

Ist die Frucht essbar?

Ja. Selbst gezogene Ananas sind kleiner, aber vollständig genießbar und oft aromatischer als gekaufte.

Sie werden geerntet, wenn sie gelb sind und deutlich duften. Nachreifen tun sie wie alle Ananas nicht.

Der Ertrag ist mit einer Frucht je Pflanze bescheiden. Der Reiz liegt im Vorgang, nicht in der Ernte.

Häufige Fragen

Wie ziehe ich eine Ananas aus dem Strunk?

Schopf abdrehen, untere Blätter entfernen, zwei Tage antrocknen lassen, dann in Wasser oder Substrat bewurzeln.

Wie lange dauert es bis zur Frucht?

Zwei bis drei Jahre. Mit einem Kindel statt einem Schopf geht es etwas schneller.

Welcher Standort ist richtig?

Der hellste Platz im Haus, gern volle Sonne am Südfenster. Nicht unter 18 Grad.

Wie oft muss ich gießen?

Wenn die obere Erdschicht abgetrocknet ist. Etwas Wasser darf auch in den Blatttrichter.

Stirbt die Pflanze nach der Frucht?

Ja, das ist normal. Vorher bildet sie Kindel, aus denen die nächste Generation wächst.

Ist die selbst gezogene Ananas essbar?

Ja, sie ist kleiner als gekaufte, aber vollständig genießbar.

Die Ananas als Bromelie

Die Ananas gehört zu den Bromeliengewächsen und ist mit dem Tillandsien und dem Zimmerbromelien verwandt. Alle bilden einen Blatttrichter, in dem sich Wasser sammelt.

In ihrer Heimat Südamerika wächst sie am Boden in vollsonnigen, nährstoffarmen Lagen. Das erklärt ihren geringen Düngerbedarf.

Wie alle Bromelien blüht sie einmal und stirbt danach ab. Der Fortbestand läuft über Kindel, nicht über die Mutterpflanze.

Der Ethylen-Trick

Reife Äpfel geben das Pflanzenhormon Ethylen ab. Bei Bromelien löst es die Blütenbildung aus.

Dafür wird die Pflanze mit einem oder zwei reifen Äpfeln für eine Woche in eine durchsichtige Tüte gestellt, an einem hellen Platz ohne pralle Sonne.

Nach zwei bis drei Monaten zeigt sich die Blüte. Der Trick funktioniert nur bei Pflanzen, die alt genug sind.

Quellen

Das passt dazu

Drei Artikel, die dieselbe Frage von einer anderen Seite angehen:

Geschrieben von Clara, Redaktion spatenfreunde.de — sie schreibt hier über Garten, Pflanzen und die richtige Pflege.


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