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Kurzantwort: Dipladenia braucht auf dem Balkon einen hellen, warmen Platz, mäßiges Gießen ohne Staunässe und rechtzeitigen Schutz vor dem ersten Frost. Im Winterquartier reichen 8 bis 12 Grad und wenig Wasser, gedüngt wird erst wieder nach dem Austrieb im Frühjahr.
Dipladenia, im Handel auch unter ihrem botanischen Namen Mandevilla bekannt, gehört zu den beliebtesten Rankpflanzen für Balkon und Terrasse. Ihre trichterförmigen Blüten in Pink, Rot oder Weiß blühen den ganzen Sommer über durch – solange Standort, Wasser und Winterquartier stimmen.
Ursprünglich stammt die Pflanzengattung aus den Tropen und Subtropen Süd- und Mittelamerikas, mit einem Verbreitungsschwerpunkt in Mexiko und Guatemala. Diese Herkunft erklärt, warum Dipladenia hierzulande weder Frost noch dauerhafte Nässe verträgt und im Winter ein geschütztes Quartier braucht.
Herkunft und botanische Einordnung
Laut Wikipedia zählt die Gattung Mandevilla, umgangssprachlich Dipladenia genannt, zu den Hundsgiftgewächsen (Apocynaceae). Rund 90 Arten sind in Südamerika heimisch, 21 weitere in Mittelamerika mit einem Verbreitungsschwerpunkt in Mexiko und Guatemala. In Kultur ist die Pflanze schon seit über hundert Jahren, war während der Gründerzeit als Rankpflanze beliebt, geriet dann etwas aus der Mode und erlebt seit etwa dem Jahr 2000 erneut großen Zuspruch. Der Handelsname Dipladenia hat sich dabei so weit durchgesetzt, dass er bis heute gebräuchlicher ist als der botanisch korrekte Gattungsname Mandevilla, unter dem die Pflanze in der Fachliteratur geführt wird.
Beliebte Arten und Sorten
Im Handel sind meist Sorten und Hybriden von Mandevilla sanderi, Mandevilla splendens und Mandevilla boliviensis zu finden, die sich vor allem für die Zimmer- und Kübelkultur eignen. Eine Ausnahme ist Mandevilla laxa, der Chilenische Jasmin: Er wird eher als deutlich kältetolerantere Gartenpflanze verwendet und unterscheidet sich damit spürbar von den frostempfindlichen Balkonsorten, die im Handel meist einfach als Dipladenia bezeichnet werden.
Der richtige Standort auf dem Balkon
Dipladenia mag es hell und warm, aber nicht stundenlang in der prallen Mittagssonne. Ein Süd- oder Westbalkon eignet sich gut, sollte aber vor allem im Hochsommer etwas Schatten während der heißesten Tagesstunden bieten. Zu bedenken ist außerdem, dass die im Handel erhältlichen Pflanzen meist mit Wachstumsreglern behandelt werden, damit sie kompakt und buschig bleiben – ohne diese Behandlung würden viele Sorten deutlich stärker ranken. Ein windgeschützter Platz kommt Dipladenia ebenfalls entgegen, weil ihre langen, dünnen Triebe bei starkem Wind leicht abbrechen können, bevor sie an einer Rankhilfe ausreichend Halt gefunden haben.
Gießen ohne Staunässe
Für das Gießen von Kübel- und Balkonpflanzen empfiehlt die Gartenakademie Rheinland-Pfalz, rechtzeitig zu wässern, bevor die Erde vollständig ausgetrocknet ist, und die Bodenfeuchte vorher mit der Fingerprobe zu prüfen. Am besten wird früh morgens gegossen, das beugt Pilzerkrankungen vor. Ein 80 Zentimeter langer Balkonkasten braucht im Sommer im Schnitt mindestens 2,5 Liter Wasser täglich – bei Dipladenia im Einzeltopf hängt die Menge stark von Topfgröße und Standort ab. Wichtig ist in jedem Fall, nasse Füße zu vermeiden: offene Abzugslöcher, eine Dränageschicht im Topf und kein Übertopf ohne Wasserabzug schützen vor Staunässe und Wurzelfäule.
Düngen während der Blütezeit
Während der Blüte von Frühsommer bis in den Herbst hinein braucht Dipladenia regelmäßig Nährstoffe, damit sie kontinuierlich neue Knospen bildet. Ein Flüssigdünger für Blühpflanzen, ins Gießwasser gemischt, lässt sich dabei leichter dosieren als Langzeitdünger in Stäbchenform, weil sich die Menge von Woche zu Woche an Wachstum und Witterung anpassen lässt. Sobald die Pflanze ins Winterquartier zieht, wird das Düngen komplett eingestellt, weil sie die Nährstoffe in der Ruhephase ohnehin nicht verwerten kann.
Vorsicht: giftiger Milchsaft
Wie viele Hundsgiftgewächse enthält auch Dipladenia einen weißen, giftigen Milchsaft in allen Pflanzenteilen. Beim Schneiden oder Umtopfen empfiehlt sich deshalb der Griff zu Handschuhen, und die Pflanze sollte außer Reichweite von kleinen Kindern und Haustieren stehen, die an den Blättern knabbern könnten. Gerät der Saft auf die Haut, lässt er sich einfach mit Wasser und Seife abwaschen; Kontakt mit den Augen sollte trotzdem unbedingt vermieden werden.
Rechtzeitig ins Winterquartier
Weil Dipladenia keinen Frost verträgt, muss sie rechtzeitig vor der ersten Kälte ins Winterquartier umziehen. Laut ÖKO-TEST können vor dem Einräumen sperrige Triebe zurückgeschnitten werden, damit die Pflanze am neuen Standort weniger Platz braucht. Ideal ist ein heller, frostfreier Platz mit Temperaturen zwischen 8 und 12 Grad – ein kühles Treppenhaus oder ein unbeheizter Wintergarten eignen sich oft gut. Ein reiner Kellerraum ohne Fenster ist dagegen meist zu dunkel: Ohne ausreichend Licht wirft Dipladenia im Winterquartier deutlich mehr Blätter ab, als es die Ruhephase allein erklären würde.
Pflege im Winterquartier
Im Winterquartier braucht Dipladenia deutlich weniger Wasser als im Sommer: Es wird nur so viel gegossen, dass die Erde nicht komplett austrocknet, Staunässe bleibt aber weiterhin tabu. Wer die Luftfeuchtigkeit zusätzlich erhöhen möchte, kann die Pflanze gelegentlich besprühen. Gedüngt wird in dieser Zeit nicht. Fallen während der Winterruhe einzelne Blätter ab, ist das bei Dipladenia kein Grund zur Sorge, solange die Triebe insgesamt grün und biegsam bleiben – ein deutliches Zeichen für gesundes Pflanzengewebe unter der Rinde.
Zurück auf den Balkon nach den Eisheiligen
Ins Freie darf Dipladenia laut ÖKO-TEST erst wieder nach den Eisheiligen Mitte Mai, wenn keine Spätfröste mehr drohen. Wer sie zu früh rausstellt, riskiert Frostschäden an den frischen Trieben, die den ganzen Sommer über schwächeln können. Auch nach dem Umzug zurück auf den Balkon lohnt sich eine kurze Gewöhnungsphase im Halbschatten, damit die im Winterquartier an weniger Licht gewöhnten Blätter nicht sofort in praller Sonne verbrennen.
Quellen
- Mandevilla (Dipladenia) – Wikipedia
- Balkon- und Kübelpflanzen retten: So überwintern Sie Dipladenien, Fuchsien & Co. – ÖKO-TEST
- Kübel und Balkonkästen richtig gießen – aber wie? – Gartenakademie Rheinland-Pfalz
Geschrieben von Clara, Redaktion spatenfreunde.de — sie schreibt hier über Garten, Pflanzen und die richtige Pflege.








