Dicht wachsende Bodendecker bedecken ein Gartenbeet vollständig

Pflegeleichter Garten: weniger Arbeit ohne Schottergarten

Kurzantwort: Ein pflegeleichter Garten entsteht vor allem durch die passende Pflanzenwahl, Schotter und Vlies bringen dagegen kaum Ersparnis. Bodendecker schließen offene Erde und nehmen Unkraut den Platz, standortangepasste Stauden kommen ohne tägliches Gießen aus, und eine kleinere Rasenfläche spart regelmäßiges Mähen. Der NABU rät ausdrücklich vom Schottergarten ab: Er spart entgegen seinem Ruf kaum Arbeit und ist für Insekten wertlos.

Ein Garten, der jedes Wochenende Arbeit verlangt, verliert mit der Zeit seinen Reiz. Wer sich beim Gedanken an Rasenkanten, Unkrautzupfen und Gießkannen eher erschöpft als erholt fühlt, hat meist schlicht die falschen Pflanzen an der falschen Stelle stehen.

Pflegeleicht bedeutet dabei nicht pflegefrei. Es bedeutet, den Garten so anzulegen, dass die Natur einen großen Teil der Arbeit selbst übernimmt – durch Bodendecker, die Beete geschlossen halten, durch Pflanzen, die am gewählten Standort ohnehin gut zurechtkommen, und durch weniger Fläche, die überhaupt gemäht werden muss.

Warum Schottergärten keine Abkürzung sind

Schottergärten gelten vielen als pflegeleichte Lösung, halten dieses Versprechen aber selten. Der NABU weist in seinen Gartentipps darauf hin, dass Steine allein kein Unkraut fernhalten: Samen wehen in die Fugen, Laub und Staub setzen sich zwischen den Steinen ab und bilden mit der Zeit eine eigene Humusschicht, in der genauso Beikräuter keimen wie in einem gewöhnlichen Beet. Wer die Fläche unkrautfrei halten will, greift dann oft zum Hochdruckreiniger oder zu Herbiziden – mehr Aufwand, nicht weniger. Ökologisch bleibt eine Schotterfläche zudem nahezu wertlos für Insekten, während sich ein Beet mit echten Pflanzen selbst trägt. Hinzu kommt, dass sich Steinflächen im Sommer stark aufheizen und die Wärme an die Umgebung abgeben, statt wie eine Pflanzendecke zur Kühlung beizutragen. Wer bereits einen Schottergarten besitzt und umsteigen möchte, muss dafür nicht alles abräumen: Zwischen den vorhandenen Steinen lassen sich einzelne Pflanzlöcher setzen und mit robusten, trockenheitsverträglichen Stauden bestücken, die sich mit der Zeit ausbreiten.

Bodendecker schließen die Lücken

Der wirksamste Hebel gegen Unkraut ist eine geschlossene Pflanzendecke. Bodendecker wie Storchschnabel, Golderdbeere, Elfenblume oder im Schatten das Kleine Immergrün breiten sich flächig aus und bilden nach zwei bis vier Jahren einen dichten Teppich, unter dem kaum noch Licht für Beikrautsamen ankommt. Wichtig ist eine gute Pflanzvorbereitung: Der Boden sollte beim Setzen unkrautfrei sein, danach übernimmt die Pflanzendecke selbst die Kontrolle über die Fläche. Efeu eignet sich besonders für schattige Bereiche unter Bäumen, in denen ohnehin wenig anderes zuverlässig wächst. Für sonnige Flächen bieten sich zusätzlich Teppich-Thymian oder die Fetthenne Sedum an, die niedrig bleiben, kaum Nährstoffe brauchen und trotzdem dicht genug wachsen, um Beikraut den Platz zu nehmen. Wer eine größere Fläche bepflanzt, setzt am besten mehrere kleine Exemplare pro Quadratmeter statt weniger großer Pflanzen – das verkürzt die Zeit, bis die Decke tatsächlich geschlossen ist.

Die richtige Pflanze für den richtigen Platz

Ein großer Teil des Gießaufwands entsteht, weil Pflanzen an Standorten stehen, die ihnen eigentlich nicht liegen. Wer stattdessen auf heimische und trockenheitsverträgliche Arten setzt, reduziert den Wasserbedarf spürbar: Thymian, Katzenminze, Wollziest und Fetthenne kommen auf sonnigen, durchlässigen Böden auch in trockenen Sommern mit wenig zusätzlichem Gießen aus. Mehrjährige, winterharte Stauden sind zudem langlebig und brauchen oft nur einen einzigen Rückschnitt im zeitigen Frühjahr, sobald Insekten die abgestorbenen Stängel nicht mehr als Winterquartier benötigen.

Weniger Rasen, mehr Wiese

Ein klassischer Zierrasen verlangt wöchentliches Mähen und regelmäßiges Vertikutieren, Düngen und Wässern, damit er dicht und grün bleibt. Eine Wildblumenwiese dagegen kommt mit ein bis zwei Mahden im Jahr aus. Wer nicht den ganzen Rasen umwandeln möchte, kann Teilflächen – etwa am Rand oder unter Bäumen – in eine Wiese verwandeln und nur den Bereich als kurzen Rasen erhalten, der tatsächlich als Liege- oder Spielfläche genutzt wird. Das spart nicht nur Zeit, sondern kommt auch Wildbienen und Schmetterlingen zugute.

Gehölze statt Wechselbepflanzung

Einjährige Sommerblumen sehen zwar oft prächtig aus, müssen aber jedes Jahr neu gepflanzt werden. Heimische Sträucher wie Schlehe, Holunder oder Kornelkirsche dagegen stehen einmal gepflanzt über Jahrzehnte, brauchen höchstens einen gelegentlichen Form- oder Pflegeschnitt und liefern nebenbei Blüten für Insekten sowie Früchte für Vögel. Auch mehrjährige Kräuter wie Oregano oder Currykraut zählen zu den pflegeleichten und zugleich insektenfreundlichen Optionen für sonnige Beete.

Mulch hält Feuchtigkeit und Unkraut fern

Eine Mulchschicht aus Rindenmulch, Laub oder Rasenschnitt zwischen den Pflanzen hält den Boden länger feucht, bremst die Verdunstung und erschwert Unkrautsamen das Keimen. Anders als eine Schotterschicht baut sich organischer Mulch mit der Zeit ab und verbessert dabei sogar den Boden. Er muss lediglich alle ein bis zwei Jahre nachgelegt werden, was deutlich weniger Aufwand bedeutet als regelmäßiges Jäten offener Erde.

Geschlossene Flächen sparen Wasser

Ein Garten mit dichter Pflanzendecke und angepassten Arten braucht insgesamt spürbar weniger Wasser als einer mit offenen Erdflächen und durstigen Zierpflanzen. Der Boden trocknet unter einer Pflanzen- oder Mulchdecke langsamer aus, weil weniger Fläche der Sonne direkt ausgesetzt ist. Wer zusätzlich eine Regentonne für die wenigen Gießgänge nutzt, spart auch bei der Wasserrechnung.

Was im ersten Jahr trotzdem zu tun ist

Pflegeleicht heißt nicht arbeitsfrei ab dem ersten Tag. Frisch gepflanzte Bodendecker und Stauden brauchen in den ersten ein bis zwei Jahren regelmäßiges Gießen und Jäten, bis sie sich flächig geschlossen haben und ihre volle Wirkung entfalten. Wer diese Anlaufzeit einplant, statt sie nach wenigen Wochen unzufrieden aufzugeben, hat danach über Jahre einen Garten, der deutlich weniger Zeit beansprucht als eine klassische Rasen- und Beetkombination. Auch danach bleibt ein Minimum an Arbeit: ein jährlicher Rückschnitt der Stauden, gelegentliches Nachlegen von Mulch und ein Blick auf Flächen, die noch nicht ganz geschlossen sind. Der Unterschied zum arbeitsintensiven Garten liegt darin, dass diese Aufgaben wenige Male im Jahr anfallen und nicht wöchentlich.

Quellen

Geschrieben von Clara, Redaktion spatenfreunde.de — sie schreibt hier über Garten, Pflanzen und die richtige Pflege.

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