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Kurzantwort: Die Mittagsblume, botanisch Delosperma, braucht einen vollsonnigen Platz und vor allem durchlässigen Boden, denn Staunässe verträgt sie deutlich schlechter als Trockenheit. In ihren dicken, fleischigen Blättern speichert sie Wasser und kommt deshalb auch mit längeren trockenen Phasen gut zurecht. Gegossen wird nur sparsam, gedüngt kaum. Im Winter braucht sie vor allem eines: einen Standort, an dem Regen und Schmelzwasser nicht in der Wurzelzone stehen bleiben.
Mittagsblumen gehören zur Familie der Mittagsblumengewächse, botanisch Aizoaceae, einer artenreichen Pflanzenfamilie aus der Ordnung der Nelkenartigen. Ihr Verbreitungsschwerpunkt liegt in Südafrika, viele Arten wachsen aber auch in Australien.
Der deutsche Name der Familie nimmt Bezug auf eine Eigenheit vieler ihrer Vertreter: Die Blüten öffnen sich meist erst um die Mittagszeit und nur bei Sonnenschein, an trüben Tagen bleiben sie geschlossen.
Herkunft aus trockenen, sonnigen Lagen
Die im Handel verbreiteten Mittagsblumen-Arten stammen ursprünglich aus südafrikanischem Grasland, wo sie häufig auf steinigem, mineralischem Untergrund wie Quarzit wachsen. Dieser Herkunftsort erklärt die Ansprüche der Pflanze im heimischen Garten fast vollständig: mageren, gut durchlässigen Boden, viel Sonne und ein Klima, in dem kurze Trockenphasen eher die Regel als die Ausnahme sind. Der Gattungsname Delosperma setzt sich aus den griechischen Wörtern für „offen“ und „Same“ zusammen: Er nimmt Bezug darauf, dass die Samen in den geöffneten Fruchtkapseln der Pflanze deutlich sichtbar sind. Diese Kapseln öffnen sich erst, wenn sie mit Feuchtigkeit in Berührung kommen, und schützen die Samen so vor vorzeitigem Ausstreuen in der langen Trockenzeit.
Der richtige Standort
Ein vollsonniger Platz ist für die Mittagsblume Pflicht, im Halbschatten öffnen sich die Blüten kaum oder gar nicht. Der Boden sollte mager bis mittelmäßig nährstoffreich und vor allem wasserdurchlässig sein. Auf schweren, lehmigen Böden lohnt es sich, vor dem Pflanzen Sand oder feinen Kies unterzumischen, damit Regenwasser rasch versickert, statt sich um die Wurzeln herum zu stauen.
Gießen: lieber zu wenig als zu viel
Als sukkulente Pflanze speichert die Mittagsblume in ihren dicken, fleischigen Blättern Wasser und übersteht damit auch längere trockene Perioden ohne sichtbaren Schaden. Frisch gepflanzte Exemplare brauchen in den ersten Wochen regelmäßig Wasser, um überhaupt anzuwachsen. Danach gilt: Lieber einmal zu wenig als zu viel gießen. Staunässe ist für diese Pflanze deutlich gefährlicher als eine trockene Phase, weil die Wurzeln in dauerhaft nasser Erde faulen.
Düngen nur sparsam
Ein an magere, steinige Standorte angepasstes Wurzelsystem verträgt keine intensive Düngung. Zu viel Stickstoff führt vor allem zu weichem, anfälligem Gewebe und einem lockeren, instabilen Wuchs statt zu mehr Blüten. Eine einmalige, schwache Gabe von Kompost im Frühjahr reicht in der Regel völlig aus, um die Pflanze über die Saison zu versorgen.
Blühverhalten: nur bei Sonne geöffnet
Charakteristisch für die Mittagsblume ist ihr lichtabhängiges Blühverhalten. Bei bedecktem Himmel oder in den Abendstunden bleiben die Blüten geschlossen und öffnen sich erst wieder, sobald die Sonne auf sie scheint. Wer die volle Blütenpracht sehen möchte, sollte die Pflanze deshalb an einem Tag mit klarem Himmel und möglichst um die Mittagszeit betrachten.
Verwendung im Garten
Mit ihrem niedrigen, kriechenden und stark verzweigten Wuchs eignet sich die Mittagsblume besonders gut als Bodendecker im Steingarten, an sonnigen Mauerkronen oder als Randbepflanzung von Kiesbeeten. Sie schließt Lücken zwischen größeren Steinen zuverlässig und verhindert dort gleichzeitig, dass sich unerwünschte Beikräuter ausbreiten. Auch für Trogbepflanzungen und flache Schalen eignet sie sich, sofern das Gefäß ein Abzugsloch hat.
Winterschutz am richtigen Standort
Die Winterhärte einer Mittagsblume hängt stark vom gewählten Standort ab. Entscheidend ist weniger die reine Kälte als die Nässe: An einem geschützten, gut drainierten Platz übersteht die Pflanze auch frostige Winter deutlich zuverlässiger als an einem Standort, an dem sich Winterfeuchtigkeit staut. Wer auf Nummer sicher gehen will, deckt die Pflanzen bei lang anhaltendem, nassem Frost mit einer luftigen Schicht aus Reisig ab, die vor allem vor Nässe von oben schützt, ohne die Pflanze feucht einzupacken. Ein Standort dicht an einer Hauswand, unter einem Dachüberstand oder auf einer erhöhten Mauerkrone bietet dabei meist von Natur aus mehr Schutz vor stehender Winternässe als eine tiefer gelegene Beetfläche.
Rückschnitt und Vermehrung
Nach dem Winter werden abgestorbene, braune Triebe bis ins gesunde, grüne Gewebe zurückgeschnitten, damit die Pflanze wieder dicht durchtreibt. Die Vermehrung gelingt unkompliziert über Stecklinge: Ein kurzes, mehrere Zentimeter langes Triebstück lässt sich direkt in mageres, sandiges Substrat stecken und bewurzelt dort in wenigen Wochen, weil die sukkulenten Triebe leicht neue Wurzeln bilden. Wer mehrere Stecklinge gleichzeitig ansetzt, sollte sie erst dann in ihr endgültiges Beet umsetzen, wenn sich sichtbar neue, feste Wurzeln gebildet haben, statt sie zu früh und noch ungesichert einer vollen Sonnenlage auszusetzen.
Weil die Mittagsblume dieselben mageren, trockenen und sonnigen Bedingungen bevorzugt wie viele andere Steingartenpflanzen, lässt sie sich gut mit Arten kombinieren, die ähnliche Ansprüche haben, etwa niedrig wachsende Fetthennen, Hauswurz oder Thymian. Wichtig ist, keine Partner zu wählen, die regelmäßiges Gießen brauchen, denn dann lässt sich die für die Mittagsblume nötige Trockenheit im selben Beet kaum noch einhalten, ohne die Nachbarpflanzen zu vernachlässigen.
Typische Pflegefehler
Der häufigste Fehler ist ein zu schattiger oder zu feuchter Standort, etwa am Rand eines regelmäßig bewässerten Rasens oder in der Nähe eines Springbrunnens. Auch gut gemeinte, regelmäßige Wassergaben nach dem Anwachsen schaden mehr, als sie nützen, weil sie genau die Staunässe erzeugen, die der Pflanze am wenigsten bekommt. Wer unsicher ist, ob genug gegossen wurde, sollte lieber einen weiteren Tag warten und die Blätter auf Faltenbildung prüfen, statt vorsorglich täglich zu gießen.
Quellen
Geschrieben von Clara, Redaktion spatenfreunde.de — sie schreibt hier über Garten, Pflanzen und die richtige Pflege.







