Dicht gewachsene, kugelig geschnittene Thuja im Beet

Thujen schneiden: wann der Termin für die Hecke stimmt

Kurzantwort: Wer die Thujahecke nur einmal im Jahr schneidet, macht das Ende Juni. Bei zwei bis drei Terminen bieten sich April, Ende Juni und Ende August an. Nach Mitte September wird nicht mehr geschnitten, weil der Neuaustrieb bis zum Frost nicht mehr ausreift. § 39 Bundesnaturschutzgesetz erlaubt zwischen dem 1. März und dem 30. September nur schonende Form- und Pflegeschnitte, keinen radikalen Rückschnitt, und vor jedem Schnitt gehört eine kurze Kontrolle auf brütende Vögel dazu.

Thuja, im Volksmund Lebensbaum genannt, ist wegen ihrer dichten, blickdichten Form eine der meistgepflanzten Heckenpflanzen in deutschen Gärten. Damit sie diese Form behält, braucht sie einen regelmäßigen Schnitt.

Beim Zeitpunkt kommt es auf mehr an als nur den Kalender: Wetter, Vogelschutz und die Eigenart der Pflanze spielen alle mit hinein. Die folgenden Abschnitte gehen das im Detail durch.

Die Schnitttermine im Überblick

Wer nur einmal im Jahr schneidet, wählt Ende Juni, wenn der erste Austrieb abgeschlossen ist. Wer zwei Termine setzt, ergänzt einen Schnitt Ende August, wenn ein zweiter, kleinerer Wachstumsschub einsetzt.

Bei drei Terminen im Jahr kommt ein früher Schnitt Anfang April dazu, direkt zu Vegetationsbeginn. Nach Mitte September wird grundsätzlich nicht mehr geschnitten, weil frische Triebe dann nicht mehr ausreifen und im Winter erfrieren können.

Was das Bundesnaturschutzgesetz vorschreibt

§ 39 Absatz 5 Bundesnaturschutzgesetz untersagt zwischen dem 1. März und dem 30. September, Hecken und andere Gehölze radikal abzuschneiden oder auf den Stock zu setzen. Schonende Form- und Pflegeschnitte, die nur den Zuwachs des Jahres entfernen, sind davon ausgenommen und bleiben erlaubt.

Ein normaler Thuja-Formschnitt im Juni fällt unter diese Ausnahme. Vor dem Schnitt gehört trotzdem eine Kontrolle dazu, ob Vögel in der Hecke brüten, denn der Schutz besetzter Nester gilt unabhängig von der Jahreszeit.

Warum das richtige Wetter mitentscheidet

An heißen, sonnigen Tagen sollte nicht geschnitten werden. Die inneren Triebe, die bisher im Schatten der äußeren Zweige standen, sind pralle Sonne nicht gewöhnt und verbrennen nach dem Schnitt, was sich als braune Flecken zeigt.

Bewölkte, milde Tage ohne pralle Sonne sind für den Schnitt deutlich schonender für die Pflanze.

Nur grünes Holz treibt wieder aus

Thuja regeneriert ausschließlich aus grünem, noch lebendigem Gewebe. Wird ins bereits braune, verholzte Innere der Hecke geschnitten, treibt diese Stelle nicht mehr aus, und die Lücke bleibt dauerhaft bestehen.

Deshalb wird jeder Schnitt so geführt, dass immer ein Rest grüner Triebe stehen bleibt. Eine über Jahre vernachlässigte, zu breit gewordene Hecke lässt sich bei Thuja kaum noch retten, sie muss dann oft ersetzt werden.

Schnittform und Werkzeug

Ein leicht trapezförmiger Querschnitt, unten breiter als oben, sorgt dafür, dass auch die unteren Zweige noch Licht bekommen und nicht kahl werden. Als grober Richtwert wird pro Meter Höhe rund zehn Zentimeter je Seite eingezogen.

Für kurze Hecken reicht eine scharfe Heckenschere, bei größeren Flächen beschleunigt eine elektrische oder akkubetriebene Heckenschere die Arbeit deutlich.

Herkunft und Eigenschaften der Thuja

Die in deutschen Gärten meistgepflanzte Art, der Abendländische Lebensbaum (Thuja occidentalis), stammt ursprünglich aus dem östlichen Nordamerika und wurde bereits im 16. Jahrhundert nach Europa gebracht. Als Nadelgehölz bleibt sie ganzjährig grün, was sie für blickdichte Hecken so gefragt macht.

Die schuppenförmigen Nadeln sitzen dicht an flachen, fächerartigen Zweigen. Zerreibt man sie zwischen den Fingern, geben sie einen charakteristischen, harzig-würzigen Geruch ab.

Naturnahe Alternativen zur Thujahecke

Der NABU weist darauf hin, dass Thuja für die heimische Tierwelt kaum von Nutzen ist, weil weder Vögel noch Insekten an der Pflanze viel Nahrung finden. Wer eine Hecke neu plant, kann stattdessen zu heimischen Gehölzen wie Liguster, Hainbuche oder Weißdorn greifen, die zusätzlich Vögeln Nistplätze und Insekten Nahrung bieten.

Eine bereits vorhandene Thujahecke muss deshalb nicht sofort ersetzt werden. Wer möchte, ergänzt sie einfach um einzelne heimische Sträucher am Rand, um zusätzlichen Lebensraum zu schaffen, ohne die bestehende Hecke komplett zu roden.

Häufige Probleme bei Thuja-Hecken

Braune Stellen im Inneren der Hecke entstehen häufig durch Lichtmangel: Wächst die Hecke oben breiter als unten, bekommen die unteren, inneren Zweige zu wenig Sonne und sterben nach und nach ab. Der trapezförmige Schnitt, unten breiter als oben, beugt genau diesem Problem vor.

Auch die Thuja-Miniermotte kann befallene Zweige braun färben, ihre Larven fressen sich durch die Triebspitzen. Befallene Triebe werden herausgeschnitten und über den Hausmüll entsorgt, damit sich der Schädling nicht über den Kompost weiterverbreitet.

Neupflanzung und Pflanzabstand

Wird eine neue Thujahecke gepflanzt, entscheidet der spätere Pflanzabstand mit darüber, wie schnell sie blickdicht wird. Für eine dichte Hecke werden die Pflanzen üblicherweise im Abstand von 40 bis 60 Zentimetern gesetzt, je nachdem, wie groß die Jungpflanzen beim Kauf schon sind.

Der günstigste Pflanztermin für wurzelnackte oder ballierte Thuja liegt im Herbst oder zeitigen Frühjahr, außerhalb der Frostperiode, damit die Pflanzen vor der ersten Trockenperiode im Sommer bereits angewachsen sind.

In den ersten ein bis zwei Standjahren brauchen frisch gepflanzte Thujen zusätzlich regelmäßiges Gießen, besonders in trockenen Sommern, weil das Wurzelsystem noch nicht tief genug reicht, um sich selbst zuverlässig zu versorgen. Erst danach kommt eine gesunde Hecke weitgehend ohne Zusatzbewässerung aus.

Eine leichte Startdüngung im Frühjahr nach dem Pflanzen unterstützt zusätzlich das Anwachsen. In den folgenden Jahren reicht bei den meisten Böden eine jährliche Düngergabe im Frühjahr, um dichtes, gesundes Grün zu erhalten.

Bei anhaltender Trockenheit im Sommer profitiert selbst eine bereits etablierte Thujahecke von einer gelegentlichen, durchdringenden Wassergabe. Kurzes, häufiges Gießen erreicht die tieferen Wurzelschichten dagegen kaum und fördert stattdessen nur flaches Wurzelwachstum nahe der Oberfläche.

Quellen

Geschrieben von Clara, Redaktion spatenfreunde.de — sie schreibt hier über Garten, Pflanzen und die richtige Pflege.

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