Bunt bepflanzter Garten mit schmalem Weg und blühenden Stauden

Garten gestalten mit wenig Geld: günstige Ideen, die wirken

Kurzantwort: Am meisten spart, wer bei Pflanzen auf Saatgut, Ableger und geteilte Stauden statt auf fertige Topfware setzt, bei Wegen zu Kies, Splitt oder Holzhäcksel statt Pflaster greift und bei Möbeln vorhandenes Material wie Paletten oder Abbruchsteine weiterverwendet. Eine kleine Wildblumenfläche oder ein loser Steinhaufen kosten fast nichts, wirken aber sofort und bieten zugleich Insekten und Kleintieren einen Lebensraum.

Ein neu angelegter oder umgestalteter Garten muss nicht mit teurer Fertigware bepflanzt und gepflastert werden. Die größten Posten im Budget sind meist Pflanzen, Wegebau und Möbel, und genau dort lässt sich am einfachsten sparen.

Die folgenden Ideen kosten wenig bis nichts und stammen zum Teil direkt aus den Naturgarten-Tipps von NABU und BUND, die günstige Lösungen ausdrücklich mit mehr Lebensraum für Insekten verbinden.

Pflanzen: Saatgut statt Topfware

Wildblumensamen sind deutlich günstiger als fertige Beetpflanzen und lassen sich direkt ins Beet säen. Aus einer Tüte entsteht so eine ganze Fläche, die zudem Bienen und anderen Wildbienenarten Nahrung bietet, von denen laut NABU mehr als die Hälfte der heimischen Arten gefährdet ist.

Wer Freunde oder Nachbarn mit einem großen Staudenbeet kennt, fragt am besten nach Teilstücken. Viele Stauden lassen sich im Frühjahr oder Herbst problemlos teilen, ohne dass der Muttervorpflanze das schadet.

Hecken und Sträucher günstig pflanzen

Wurzelnackte, kleine Heckenpflanzen kosten deutlich weniger als große Containerware und wachsen oft schneller an, weil sie weniger Umstellung brauchen. Der günstigste Pflanztermin liegt im unbelaubten Zustand zwischen Herbst und zeitigem Frühjahr.

Steckhölzer von Weide, Holunder oder Hartriegel wurzeln direkt im Beet und liefern nach ein bis zwei Jahren einen fertigen Strauch, ganz ohne Anschaffungskosten.

Wege und Flächen ohne teures Pflaster

Kies, Splitt, Rindenmulch oder Holzhäcksel sind günstige Materialien für Wege und lassen sich in Eigenleistung verlegen. Anders als durchgehendes Pflaster bleiben solche Flächen wasserdurchlässig.

Gebrauchte Pflastersteine oder Ziegel aus einem Abbruch lassen sich, vom Mörtel befreit, locker zu einer kleinen Trockenmauer oder einem Wegrand aufschichten und geben dem Garten Struktur, ohne dass neues Material gekauft werden muss.

Kostenlose Strukturen für Tiere und Optik zugleich

Ein Haufen aus Ast- und Strauchschnitt wird zum Unterschlupf für Igel und Insekten und kostet nichts außer der Zeit zum Aufschichten. Auch ein loser Steinhaufen an einem sonnigen Plätzchen erfüllt diesen Zweck.

Solche Kleinstrukturen wirken nicht nur ökologisch, sie geben einem sonst leeren Gartenrand auch optisch mehr Tiefe, ganz ohne gekauftes Deko-Material.

Möbel und Deko aus vorhandenem Material

Aus Paletten lassen sich mit wenig handwerklichem Aufwand Sitzbänke, Hochbeete oder kleine Tische bauen. Wichtig ist nur, unbehandeltes oder für den Außenbereich freigegebenes Holz zu verwenden.

Alte Blechwannen, ausrangierte Kisten oder übrig gebliebene Ziegel lassen sich als Pflanzgefäße zweckentfremden und sparen den Kauf klassischer Kübel.

Worauf sich das Geld lohnt zu investieren

Torfhaltige Blumenerde und häufiger Einsatz von Mineraldünger oder Pestiziden kosten auf Dauer mehr, als sie kurzfristig sparen, weil torfige Erde schnell verbraucht ist und nachgekauft werden muss. Torffreie Alternativen aus Kompost oder Holzfasern sind nur wenig teurer und halten länger vor.

Gutes Werkzeug ist ebenfalls eine sinnvolle Ausgabe, weil es länger hält und die Arbeit im Garten insgesamt leichter macht.

Gemeinschaftlich gärtnern und tauschen

Pflanzentauschbörsen, wie sie viele Kleingartenvereine und Nachbarschaftsinitiativen organisieren, sind eine der günstigsten Quellen für neue Pflanzen im Garten. Wer selbst überzählige Ableger oder Samen mitbringt, bekommt oft im Gegenzug Arten, die im eigenen Beet noch fehlen, ganz ohne Geld.

Auch Kompost lässt sich im eigenen Garten kostenlos herstellen, statt Blumenerde zuzukaufen. Küchen- und Gartenabfälle werden dafür auf einem einfachen Komposthaufen oder in einem Kompostsilo gesammelt und verrotten über Monate zu nährstoffreicher Erde.

Planung spart zusätzlich Geld

Eine grobe Skizze der Fläche, bevor der erste Spatenstich erfolgt, verhindert teure Fehlkäufe, etwa zu viele oder zu wenig Pflanzen für eine Fläche. Wer die spätere Endgröße der Pflanzen im Blick hat, muss sie später auch nicht wieder versetzen oder ersetzen.

Wer zudem in Etappen gestaltet, statt den ganzen Garten auf einmal umzugestalten, verteilt die Kosten über mehrere Saisons und kann aus den Erfahrungen des ersten Beets für die nächsten lernen.

Regenwasser statt Leitungswasser

Eine Regentonne unter dem Fallrohr der Dachrinne kostet einmalig wenig und spart danach dauerhaft Wasserkosten beim Gießen. Für ein durchschnittliches Beet reicht meist schon ein einfaches Modell aus dem Baumarkt oder ein gebrauchtes Fass.

Pflanzen vertragen Regenwasser zudem oft besser als kalkhaltiges Leitungswasser, was besonders kalkempfindlichen Arten wie Rhododendren oder Hortensien zugutekommt.

Auch selbst gesammeltes Saatgut aus dem eigenen Beet spart Jahr für Jahr den Neukauf. Reife Samen von Sommerblumen wie Ringelblumen oder Kapuzinerkresse werden trocken in einer Papiertüte aufbewahrt und im folgenden Frühjahr direkt wieder ausgesät, ganz ohne neue Samentüten aus dem Handel.

Wer handwerklich geschickt ist, baut Hochbeete oder Rankgitter außerdem selbst aus gebrauchten Paletten, Baumstämmen aus dem eigenen Grundstück oder übrig gebliebenen Dachlatten, statt fertige Bausätze zu kaufen. Das spart nicht nur Geld, sondern lässt sich auch genau auf die vorhandene Fläche zuschneiden.

Wer ganz neu anfängt, muss außerdem nicht alles auf einmal umsetzen. Ein Garten, der über mehrere Jahre wächst, kostet insgesamt weniger als ein Garten, der an einem Wochenende komplett fertig gekauft wird, und erlaubt es zudem, aus den eigenen Erfahrungen in der Fläche zu lernen.

Zeitschriftenabos, Bibliotheksbücher oder kostenlose Gartenratgeber von Gartenakademien und Verbraucherzentralen liefern zusätzliches Fachwissen, ohne dass dafür ein teurer Gartenplaner beauftragt werden muss. Wer sich vorab informiert, vermeidet teure Fehlkäufe deutlich zuverlässiger als beim spontanen Griff ins Gartencenter-Regal.

Quellen

Geschrieben von Clara, Redaktion spatenfreunde.de — sie schreibt hier über Garten, Pflanzen und die richtige Pflege.

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