Pflanze Fette Henne: Arten, Standort, Pflege und Winterhärte

Kurzantwort: Die Fette Henne ist eine winterharte Staude aus der Familie der Dickblattgewächse. Gemeint sind meist die Große Fetthenne (Hylotelephium telephium, früher Sedum telephium) und die Prächtige Fetthenne (Hylotelephium spectabile). Beide wollen volle Sonne, mageren, durchlässigen Boden und kaum Wasser. Sie blühen von Juli bis Oktober, werden 25 bis 50 Zentimeter hoch und ziehen Bienen und Schmetterlinge an. Die Giftzentrale Bonn stuft sie als ungiftig bis gering giftig ein, für Hunde und Katzen gelten Sedum-Arten als unbedenklich.

Die Fette Henne ist eine dieser Pflanzen, die im Beet einfach funktionieren. Sie übersteht trockene Sommer, braucht keinen Dünger, kommt nach jedem Winter wieder und blüht dann, wenn der Rest des Gartens schon müde ist.

Der Name kommt von den dicken, fleischigen Blättern, in denen die Pflanze Wasser speichert. Botanisch hat sich in den letzten Jahren einiges verschoben: Die großen Beetstauden heißen inzwischen Hylotelephium, der alte Name Sedum blieb den kleinen Mauerpfeffer-Arten.

Hier findest du, welche Arten es gibt, was sie brauchen und wo die wenigen Fehler passieren.

Welche Fette Henne ist gemeint?

Die Große Fetthenne (Hylotelephium telephium, Synonym Sedum telephium) ist in fast ganz Europa heimisch. Sie wächst wild an Mauern, Felsen, in trockenen Wäldern und an Feldrainen, wird 25 bis 50 Zentimeter hoch und blüht von Juli bis September. Die Blütenfarbe reicht je nach Unterart von gelbgrün über rosa bis purpurn.

Die Prächtige Fetthenne (Hylotelephium spectabile) stammt aus China, Korea, der Mongolei und dem fernöstlichen Russland, wo sie auf Fels- und Schotterfluren wächst. Sie wird 30 bis 50 Zentimeter hoch, hat blaugrau bereifte Blätter und blüht von August bis Oktober. Bekannte Sorten sind Brilliant, Carmen, Rosenteller und Septemberglut. Die Art ist selbstfertil und wird von Insekten bestäubt, Wikipedia führt sie ausdrücklich als Bienenfutterpflanze.

Dazu kommen die niedrigen Sedum-Arten wie der Weiße Mauerpfeffer (Sedum album), die als Bodendecker und auf Gründächern wachsen. Die Gattung Sedum umfasst etwa 420 Arten, die meisten davon betreiben eine besondere Form der Photosynthese, den CAM-Stoffwechsel, der Wasser spart.

Standort: Sonne und magerer Boden

Die Fette Henne will Sonne, mindestens sechs Stunden am Tag. Im Halbschatten wird sie lang und weich, die Stängel kippen unter dem Gewicht der Blüten auseinander.

Der Boden darf mager, sandig oder steinig sein. Schwere, nährstoffreiche Erde ist der häufigste Fehler: Die Pflanze wächst dann üppig, fällt aber im Spätsommer um. Bei lehmigem Boden hilft es, Sand oder feinen Splitt einzuarbeiten und die Pflanze leicht erhöht zu setzen.

Staunässe verträgt sie nicht. Ein Standort, an dem im Winter Wasser steht, lässt die Wurzeln faulen.

Im Beet passt sie zu Pflanzen mit denselben Ansprüchen: Ziergräser, Lavendel, Katzenminze und Herbstastern. Alle mögen Sonne und mageren Boden, und die Blütezeiten ergänzen sich bis in den Oktober.

Gießen, Düngen, Schneiden

Gießen ist nach dem Anwachsen fast nie nötig. Die Blätter speichern Wasser und überstehen Trockenphasen von mehreren Wochen. Nur im Kübel braucht die Pflanze gelegentlich Wasser, wenn das Substrat komplett durchgetrocknet ist.

Dünger ist überflüssig. Eine dünne Kompostgabe im Frühjahr ist das Maximum, mehr macht die Pflanze weich.

Der Schnitt ist eine Geschmacksfrage. Die abgeblühten Dolden bleiben im Winter stehen, sie sehen bereift gut aus und bieten Insekten Unterschlupf. Im März schneidest du alles bodennah ab, dann treibt die Staude neu. Wer kompaktere Pflanzen will, kann die Triebe Anfang Juni um ein Drittel einkürzen, die Blüte verschiebt sich dann um zwei bis drei Wochen.

Winterhärte und Überwinterung

Beide Arten sind vollständig winterhart. Im Herbst sterben die oberirdischen Teile ab, die verdickte Wurzel und die Überwinterungsknospen am Wurzelhals überleben und treiben im Frühjahr rasch wieder aus. Winterschutz ist im Beet nicht nötig.

Im Kübel gilt die übliche Regel für Topfpflanzen: Der Wurzelballen darf nicht komplett durchfrieren. Ein Platz an der Hauswand, der Topf auf einer Holzplatte und in Vlies oder Jute gewickelt, reicht aus.

Vermehren

Die Fette Henne ist eine der am leichtesten zu vermehrenden Stauden. Ein abgebrochener Trieb, in Erde gesteckt, wurzelt innerhalb von zwei bis drei Wochen. Selbst einzelne Blätter, auf feuchtes Substrat gelegt, bilden Wurzeln.

Ältere Horste teilst du im Frühjahr mit dem Spaten. Das verjüngt die Pflanze und verhindert, dass sie in der Mitte kahl wird. Alle vier bis fünf Jahre ist das sinnvoll.

Giftigkeit für Kinder und Haustiere

Die Giftzentrale Bonn stuft die Fetthenne als ungiftig bis gering giftig ein. In den Blättern finden sich geringe Konzentrationen organischer Säuren, darunter Apfelsäure und Isozitronensäure. In einzelnen Fällen wurde nach dem Verzehr von Blättern und Stängeln über Bauchschmerzen, Erbrechen und Blässe berichtet, in der jüngeren Literatur sind keine Vergiftungsfälle beschrieben.

Für Haustiere führt die amerikanische Tierschutzorganisation ASPCA Sedum-Arten wie Sedum morganianum als ungiftig für Hunde, Katzen und Pferde. Ein Tier, das an einem Blatt knabbert, ist damit kein Notfall. Frisst es größere Mengen, sind Erbrechen und Durchfall möglich wie bei jeder ungewohnten Pflanzenkost.

Häufige Fragen

Warum fällt meine Fette Henne auseinander?

Zu viel Dünger, zu nährstoffreicher Boden oder zu wenig Sonne. Die Stängel werden lang und weich. Abhilfe: magerer Standort und ein Rückschnitt um ein Drittel Anfang Juni.

Wann blüht die Fette Henne?

Die Große Fetthenne von Juli bis September, die Prächtige Fetthenne von August bis Oktober.

Ist die Fette Henne winterhart?

Ja, vollständig. Die oberirdischen Teile sterben ab, die Wurzel überlebt und treibt im Frühjahr neu aus.

Wie oft muss ich gießen?

Im Beet nach dem Anwachsen fast nie. Im Kübel nur, wenn das Substrat komplett trocken ist.

Ist die Fette Henne giftig für Katzen?

Die ASPCA stuft Sedum-Arten als ungiftig für Katzen, Hunde und Pferde ein.

Wann schneide ich die Fette Henne zurück?

Im März bodennah. Die vertrockneten Blütenstände können über den Winter stehen bleiben.

Quellen

Das passt dazu

Drei Artikel, die dieselbe Frage von einer anderen Seite angehen:

Geschrieben von Jonas, Redaktion spatenfreunde.de — er schreibt hier über Garten, Pflanzen und die Arbeit im Beet.

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