Topfpflanzen in Reihen im Verkauf eines Gartencenters

Pflanzen günstig kaufen: worauf es beim Discounter ankommt

Kurzantwort: Günstige Pflanzen aus dem Discounter sind oft dieselbe Ware wie im Fachhandel, nur schlechter gepflegt. Entscheidend sind der Zustand am Verkaufstag und die Wurzeln: Der Ballen muss durchwurzelt, aber nicht verfilzt sein, das Substrat feucht, das Laub ohne Trockenschäden. Jede zum Anpflanzen bestimmte Pflanze trägt einen Pflanzenpass, der Art, Betrieb und Herkunft ausweist.

Discounter verkaufen Pflanzen als Aktionsware. Sie kommen palettenweise an, stehen wenige Tage im Verkauf und werden danach nicht nachgeliefert.

Die Ware stammt häufig aus denselben Betrieben, die auch Gartencenter beliefern. Der Unterschied liegt selten in der Herkunft und fast immer in der Behandlung zwischen Anlieferung und Kasse.

Hier stehen die Prüfpunkte am Regal, die Angaben auf dem Etikett und die Fälle, in denen sich der Preisunterschied nicht lohnt.

Woran sich Qualität erkennen lässt

Der erste Griff geht an den Topf. Die Pflanze wird vorsichtig herausgezogen: Der Ballen soll die Topfform halten und von hellen, festen Wurzeln durchzogen sein.

Ein Ballen, der beim Herausziehen auseinanderfällt, wurde kürzlich umgetopft und ist noch nicht eingewurzelt. Ein dicht verfilzter Ballen mit Wurzeln, die sich spiralig um die Innenwand drehen, stand zu lange im selben Gefäß und wächst nach dem Pflanzen schlecht an.

Braune, matschige Wurzeln und ein fauliger Geruch bedeuten Staunässe. Diese Pflanze bleibt stehen.

Beim Laub zählen gleichmäßige Farbe, fester Stand und die Unterseiten: Dort sitzen Blattläuse, Spinnmilben und Weiße Fliege. Der Bund deutscher Baumschulen nennt als Grundanforderung, dass Pflanzen frei von Krankheiten und Schädlingen sein müssen und Containerware unkrautfrei.

Topfpflanzen auf Verkaufstischen in einem Gartencenter
Ein gut durchwurzelter Container hält seine Form, wenn man die Pflanze herauszieht. Foto: Bob Harvey, CC BY-SA 2.0

Was der Pflanzenpass verrät

Seit der EU-Verordnung 2016/2031 müssen alle zum Anpflanzen bestimmten Pflanzen innerhalb der EU einen Pflanzenpass tragen. Er hängt am Topf oder klebt auf dem Etikett.

Vier Angaben stehen darauf: der botanische Name, der Ländercode mit der Registriernummer des Betriebs, ein Rückverfolgbarkeitscode und das Ursprungsland. Oben links steht die EU-Flagge, oben rechts die Bezeichnung „Plant Passport“.

Der Pass belegt, dass ein registrierter Betrieb die Pflanze unter Aufsicht des Pflanzenschutzdienstes auf Quarantäneschädlinge geprüft hat. Fehlt er bei einer Beetstaude oder einem Gehölz, stimmt etwas nicht.

Der richtige Zeitpunkt

Aktionsware wird nach Kalender geliefert, nicht nach Wetterlage. Eine Palette Sommerblumen kann Ende April im Regal stehen, obwohl die Eisheiligen noch bevorstehen.

Am ersten Verkaufstag ist die Ware am besten. Nach drei Tagen unter Hallenbeleuchtung, ohne gezieltes Gießen und ohne Schatten, sieht dieselbe Lieferung deutlich anders aus.

Gehölze werden am günstigsten im Herbst gekauft. Wurzelnackte Ware und Ballenware gibt es dann in der Baumschule zu Preisen, die Containerware im Frühjahr nicht erreicht, und die Pflanzen wurzeln über den Winter ein.

Wo billig teuer wird

Bei Aktionsware fehlt meist die Sortenangabe. Bei Obstgehölzen ist die Unterlage entscheidend dafür, wie groß der Baum wird; ohne diese Angabe steht in zehn Jahren womöglich ein Sechs-Meter-Baum im Reihenhausgarten.

Ähnlich bei Hecken: Ein Meter Zuwachs pro Jahr klingt gut, bedeutet aber zwei Schnitte jährlich über Jahrzehnte.

Der zweite Punkt ist die Beratung. Ob eine Pflanze auf den vorhandenen Boden passt, ob sie Kalk verträgt und wie groß sie wird, steht auf keinem Aktionsetikett.

Der dritte ist die Menge. Zwölf Stauden im Angebot, von denen fünf nicht anwachsen, sind teurer als sieben gute aus der Gärtnerei.

Rechte beim Kauf

Beim Kauf im Laden gilt die gesetzliche Mängelhaftung. Sie greift für Mängel, die bereits bei der Übergabe vorlagen. Bei lebenden Pflanzen ist das nach einigen Wochen kaum noch nachweisbar, weil Standort und Pflege dazwischenliegen.

Beim Onlinekauf besteht zusätzlich das Widerrufsrecht nach § 312g BGB, in der Regel vierzehn Tage. Die Ausnahme für schnell verderbliche Waren greift bei lebenden Topfpflanzen nach überwiegender Auffassung nicht.

Eine Anwachsgarantie ist eine freiwillige Zusage des Händlers. Sie steht in den Verkaufsbedingungen und verlangt meist einen Kaufbeleg und Angaben zum Standort.

Günstig ohne Discounter

Stauden lassen sich teilen. Ein Exemplar Frauenmantel, Storchschnabel oder Taglilie ergibt nach drei Jahren vier neue Pflanzen. Pflanzentauschbörsen von Kleingartenvereinen und Naturschutzgruppen laufen nach demselben Prinzip.

Aus Stecklingen ziehen sich Lavendel, Salbei, Johannisbeere und viele Ziergehölze leicht heran. Der Aufwand ist eine halbe Stunde im Juni und ein Jahr Geduld.

Einjährige Sommerblumen und fast das gesamte Gemüse kosten als Saatgut einen Bruchteil der Jungpflanzen.

Nach dem Kauf

Trockene Ballen werden vor dem Pflanzen getaucht, bis keine Luftblasen mehr aufsteigen. Ein trockener Ballen zieht im Boden kein Wasser nach.

Verfilzte Wurzeln werden am Ballenrand mit den Fingern gelöst oder mit dem Messer angeschnitten, damit sie nicht in der Spirale weiterwachsen.

Neue Pflanzen aus dem Handel stehen zwei bis drei Wochen abseits der eigenen Bestände, wenn Schädlingsbefall nicht auszuschließen ist.

Wo der Fachhandel den Preis wert ist

Bei Obstgehölzen entscheidet die Unterlage über die spätere Baumgröße. Eine Baumschule nennt sie, sagt, welche Sorte im jeweiligen Klima trägt, und ob ein zweiter Baum zur Befruchtung nötig ist.

Bei Hecken lohnt der Fachbetrieb wegen der Menge. Wurzelnackte Hainbuchen im Herbst kosten pro Stück wenig, und die Beratung zu Pflanzabstand und Bodenvorbereitung kommt dazu.

Bei Stauden zahlt sich Sortenkenntnis aus. Eine Sorte, die zum Boden und zur Belichtung passt, steht zehn Jahre; eine Fehlbesetzung hält zwei Sommer.

Häufige Fragen

Sind Discounterpflanzen schlechter?

Nicht zwangsläufig. Die Ware stammt oft aus denselben Betrieben, wird im Verkauf aber schlechter gepflegt.

Woran erkenne ich einen guten Wurzelballen?

Er hält die Topfform, ist von hellen Wurzeln durchzogen und riecht neutral.

Was ist der Pflanzenpass?

Ein Etikett mit botanischem Namen, Betriebsnummer, Rückverfolgbarkeitscode und Ursprungsland. Pflicht für alle zum Anpflanzen bestimmten Pflanzen.

Kann ich online gekaufte Pflanzen zurückschicken?

In der Regel ja, im Rahmen des vierzehntägigen Widerrufsrechts.

Quellen

Das passt dazu

Drei Artikel, die dieselbe Frage von einer anderen Seite angehen:

Geschrieben von Clara, Redaktion spatenfreunde.de — sie schreibt hier über Garten, Pflanzen und die richtige Pflege.

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