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Kurzantwort: Stockrosen sät man direkt ins Beet zwischen Mai und Juli, fertige Jungpflanzen setzt man dagegen im Mai oder im September an einen sonnigen, warmen Standort. Da die Pflanze im ersten Jahr nur eine Blattrosette bildet, zeigt sich die hohe Blütenkerze erst im zweiten Standjahr. Die größte Herausforderung ist danach weniger die Pflanzzeit selbst als der Malvenrost, ein Pilz, der die Blätter befällt und sich bei feuchtem Wetter schnell ausbreitet.
Kaum eine Blume steht so sehr für den klassischen Bauerngarten wie die Stockrose. Alcea rosea, so ihr botanischer Name, wurde bereits 1753 von Carl von Linné wissenschaftlich beschrieben und zählt zur Familie der Malvengewächse. Ihre Wuchshöhe von ein bis zwei, selten sogar drei Metern macht sie zur natürlichen Rückwand jedes Staudenbeets.
Wer zum ersten Mal Stockrosen pflanzt, unterschätzt oft zwei Dinge: wie lange es bis zur ersten Blüte dauert, und wie anfällig die Blätter für einen bestimmten Pilz sind, der in kaum einem Bauerngarten ganz ausbleibt.
Aussaat und Pflanzzeit im Überblick
Direkt ins Freiland ausgesät werden Stockrosen zwischen Mai und Juli, wenn der Boden bereits ausreichend erwärmt ist. Wer stattdessen vorgezogene Jungpflanzen aus dem Gartencenter setzt, kann das sowohl im Mai als auch im September tun, jeweils an einen sonnigen Standort. Die Herbstpflanzung hat den Vorteil, dass sich die Pflanze noch vor dem Winter gut verwurzeln kann und im folgenden Jahr kräftiger startet als eine erst im Frühjahr gesetzte. Als Dunkelkeimer werden die Samen bei der Direktaussaat nur wenige Zentimeter tief in die Erde gedrückt und leicht angegossen, nicht flach auf die Oberfläche gestreut.
Warum Stockrosen erst im zweiten Jahr blühen

Botanisch gilt die Stockrose als zweijährige bis kurzlebig ausdauernde Pflanze. Im ersten Jahr bildet sie nur eine flache Blattrosette und legt dabei ihre Reserven für das kommende Jahr an. Erst im zweiten Jahr schiebt sie die hohe Blütenkerze mit den dicht an dicht sitzenden, tellerförmigen Blüten. Wer also im Frühjahr sät und im selben Sommer noch auf Blüten hofft, wird enttäuscht, die Geduld zahlt sich dafür im Jahr darauf umso deutlicher aus. Manche Gärtner säen deshalb zwei Jahre in Folge nach, sodass in jedem Sommer sowohl blühende zweijährige Pflanzen als auch neue Rosetten fürs Folgejahr im Beet stehen und die Lücke nie ganz entsteht.
Der richtige Standort: sonnig, warm, windoffen
Als wärmeliebende Pflanze bevorzugt die Stockrose einen vollsonnigen, warmen Platz. Windoffene Standorte sind dabei kein Nachteil, sondern sogar erwünscht, weil eine gute Luftzirkulation das Laub schneller abtrocknen lässt und so vorbeugend gegen Pilzbefall wirkt. Zu dicht gedrängt gesetzt, behindern sich die Pflanzen dagegen gegenseitig beim Abtrocknen nach Regen, was das Risiko für Malvenrost zusätzlich erhöht. Als klassische Rückwand-Staude passt die Stockrose gut an eine sonnige Hauswand oder einen Zaun, wo sie zugleich etwas Halt gegen Windböen findet, ohne dass die Luft komplett steht.
Malvenrost erkennen
Schon im zeitigen Frühjahr können junge Blätter auf der Oberseite punktförmige, gelbe Flecken zeigen. Auf der Blattunterseite bilden sich dazu passend zunächst gelb-orange, später braune Pusteln von ein bis zwei Millimetern Größe. Der Pilz Puccinia malvacearum überwintert an bereits erkrankten Pflanzenteilen und infiziert die Stockrose im Frühjahr erneut mit dem Neuaustrieb. Bei feuchter Witterung kann sich der Befall innerhalb kurzer Zeit über die gesamte Pflanze ausbreiten und befällt dann nicht nur die Blätter, sondern auch die Blattstiele. Auch heimische Wildmalven wie die Weg-Malve tragen den Pilz und dienen ihm zur Überwinterung, ohne dass ein Wirtswechsel nötig wäre, weshalb Malvenrost selbst in Gärten ohne fremd eingeschleppte Sorten regelmäßig auftritt.
Malvenrost vorbeugen und eindämmen
Symptomtragende Blätter werden am besten sofort entfernt, statt sie an der Pflanze zu belassen. Im Herbst schneidet man zusätzlich alle sichtbar befallenen Pflanzenteile heraus, damit der Pilz weniger Möglichkeiten zum Überwintern findet. Ist der Befall bereits weit fortgeschritten, bleibt oft nur, die Stockrose nach der ohnehin meist noch reichen Blüte komplett aus dem Beet zu entfernen. Eine Behandlung mit zugelassenen Pflanzenschutzmitteln gegen Rostpilze ist nur dann sinnvoll, wenn sie unmittelbar bei den ersten Symptomen erfolgt, nicht erst bei starkem Befall. Wer die Stockrose zusätzlich nur von unten am Wurzelbereich gießt statt über das Laub, hält die Blätter trockener und nimmt dem Pilz damit einen Teil der feuchten Bedingungen, die er zur Ausbreitung braucht.
Die kleinen Rüsselkäfer der Stockrose
Neben dem Pilz treten an Stockrosen regelmäßig kleine Käfer aus der Familie der Spitzmausrüssler auf, die wegen ihrer geringen Größe von zwei bis drei Millimetern leicht übersehen werden. Das Gewöhnliche Malven-Spitzmäuschen entwickelt seine Larven direkt in den Stängeln der Pflanze, wo auch die Verpuppung stattfindet, bevor ab August die frisch geschlüpften Käfer an Blättern und Triebspitzen fressen. Das Langrüsslige Stockrosen-Spitzmäuschen, ein neuerer Einwanderer, legt seine Eier stattdessen im Juni und Juli direkt in die Blütenknospen. Ein drittes Spitzmäuschen, das Stirngruben-Malven-Spitzmäuschen, legt seine Larvengänge tief im unteren Stängelbereich und in den Wurzeln an, was bei jungen, noch schwachen Pflanzen den Wuchs deutlich stärker beeinträchtigen kann als ein Befall im oberen Pflanzenteil.
Wann ein Käferbefall harmlos bleibt
Nicht jeder Käfer an der Stockrose ist ein Grund zur Sorge. Der Gewöhnliche Malven-Erdfloh, ein metallisch blau oder grün schimmernder Blattkäfer mit rotem Halsschild, verursacht zwar sichtbaren Lochfraß an den Blättern, tritt aber meist nur gesellig und nicht in Massen auf. Seine Larven leben im Stängelmark, bevor sie sich zur Verpuppung in den Boden zurückziehen, richten dabei jedoch keinen Schaden an, der die Pflanze ernsthaft schwächt. Eine gezielte Bekämpfung ist deshalb in aller Regel nicht nötig. Wer Stockrosen im Bauerngarten pflanzt, sollte solche Käfer eher als normalen Teil des Ökosystems einordnen als als Schädlingsproblem, das behandelt werden muss.
Quellen
- Gewöhnliche Stockrose – Wikipedia
- Schaderreger an Stockrosen/Malven – Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein
Geschrieben von Clara, Redaktion spatenfreunde.de — sie schreibt hier über Garten, Pflanzen und die richtige Pflege.







