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Kurzantwort: Schmetterlingsflieder (Buddleja davidii) wird am besten im Frühjahr zwischen März und Mai oder im Frühherbst gepflanzt, Containerware lässt sich mit Ausnahme von Frost und großer Sommerhitze fast ganzjährig setzen. Wichtiger als der genaue Termin ist ein anderer Punkt: Der Strauch gilt als invasiver Neophyt, der sich über Millionen windverbreiteter Samen stark ausbreitet. Wer ihn pflanzt, sollte verwelkte Blütenstände regelmäßig vor der Samenreife abschneiden.
Kaum ein Strauch lockt im Spätsommer so zuverlässig Schmetterlinge in den Garten wie der Schmetterlingsflieder – daher auch sein deutscher Name. Seine langen, duftenden Blütenrispen sind für viele Falterarten eine ergiebige Nektarquelle.
Bevor man ihn pflanzt, lohnt sich aber ein Blick auf seine zweite Eigenschaft: Kaum eine andere Gartenpflanze breitet sich in Deutschland so unkontrolliert in der freien Landschaft aus wie diese ursprünglich aus China stammende Art.
Herkunft und Ausbreitung in Deutschland
Der Schmetterlingsflieder stammt ursprünglich aus China und Tibet und wurde Ende des 19. Jahrhunderts als Zierpflanze nach Europa gebracht. In Deutschland wurde die Art laut NABU 1928 erstmals verwildert auf einer Kiesbank bei Rust in Schwaben entdeckt – von dort aus verbreitete sie sich entlang von Flussläufen und Bahntrassen weiter. Heute gehört Buddleja davidii zu den am weitesten verbreiteten Neophyten Mitteleuropas und wächst vielerorts auch außerhalb von Gärten, etwa auf Bahndämmen, Brachflächen und Schutthalden.
Der richtige Pflanzzeitpunkt
Wie bei den meisten Ziersträuchern richtet sich die ideale Pflanzzeit danach, ob es sich um Containerware oder wurzelnackte Pflanzen handelt. Nach Angaben der Bayerischen Gartenakademie lässt sich Containerware praktisch ganzjährig pflanzen, außer bei gefrorenem Boden und bei sommerlicher Hitze über 30 Grad. Der Schmetterlingsflieder wird im Handel fast ausschließlich als Containerpflanze angeboten, sodass sich Frühjahr und Frühherbst als die beiden unkompliziertesten Zeitfenster anbieten: Der Boden ist dann feucht und mild genug für ein zügiges Anwachsen, ohne dass die junge Pflanze gleich unter Hitzestress gerät.
Standort und Boden
Schmetterlingsflieder ist genügsam und stellt kaum Ansprüche an den Boden – genau diese Anspruchslosigkeit erklärt mit, warum er sich auch auf kargen, steinigen Flächen abseits von Gärten so erfolgreich behauptet. Er bevorzugt einen sonnigen, warmen Standort und verträgt kurze Trockenperioden nach dem Anwachsen gut. Staunässe sollte dagegen vermieden werden. Weil der Strauch sehr kräftig und schnell wächst, braucht er im Garten ausreichend Platz – je nach Sorte zwischen anderthalb und drei Metern Wuchsbreite.
Warum der Strauch als invasiv gilt
Das Bundesamt für Naturschutz stuft den Schmetterlingsflieder in seiner naturschutzfachlichen Invasivitätsbewertung als potenziell invasive Art ein und führt ihn auf einer Beobachtungsliste. Ein einzelner ausgewachsener Strauch produziert nach Angaben des NABU rund drei Millionen Samen, die sehr leicht sind und sich mit dem Wind über weite Strecken verbreiten. Diese Samen bleiben bis zu 40 Jahre keimfähig und können so auch Jahrzehnte nach der Blüte noch neue Pflanzen hervorbringen. Auf mageren, offenen Standorten – genau den Bedingungen, die auch viele seltene heimische Pflanzengesellschaften brauchen – verdrängt er dadurch nach und nach die ursprüngliche Vegetation.
Verantwortungsvoll pflanzen
Auf der EU-Liste invasiver Arten von Unionsbedeutung steht der Schmetterlingsflieder bislang nicht, ein Anbauverbot gibt es in Deutschland damit nicht. Der NABU rät trotzdem, den Strauch nicht aktiv zu pflanzen, insbesondere nicht in Stadtrandlagen in der Nähe empfindlicher Lebensräume wie Naturschutz- oder Magerrasenflächen. Wer bereits einen Schmetterlingsflieder im Garten hat, kann die Samenausbreitung wirksam eindämmen, indem er verwelkte Blütenrispen zeitnah abschneidet, bevor sich Samen bilden – im Gegensatz zu vielen anderen Sträuchern verträgt Buddleja diesen häufigen Rückschnitt während der Blütezeit gut. Verwelkte Blütenstände gehören dabei in die Biotonne oder den Restmüll statt auf den eigenen Kompost, damit keimfähige Samen sich nicht doch noch weiterverbreiten.
Guter Nektarspender, schlechte Raupenfutterpflanze
Der Ruf als Schmetterlingsmagnet stimmt nur zur Hälfte. Zahlreiche Faltertierarten besuchen die Blüten tatsächlich gern als Nektarquelle, doch als Raupenfutterpflanze spielt der Schmetterlingsflieder in Mitteleuropa kaum eine Rolle, weil die heimischen Schmetterlingsraupen an die Blätter anderer, einheimischer Pflanzen angepasst sind. Wer seinem Garten wirklich etwas für den gesamten Lebenszyklus von Faltern Gutes tun will, kombiniert den Schmetterlingsflieder am besten mit heimischen Raupenfutterpflanzen wie Brennnessel, Schlehe oder Wildem Majoran, statt sich allein auf seine Blüten zu verlassen.
Schnitt nach dem Pflanzen
Da Buddleja an den diesjährigen Trieben blüht, verträgt der Strauch einen kräftigen Rückschnitt im zeitigen Frühjahr sehr gut und dankt ihn sogar mit kräftigerem Austrieb und größeren Blütenrispen. In den ersten Jahren nach der Pflanzung reicht ein moderater Form- und Auslichtungsschnitt, damit sich zunächst ein stabiles Grundgerüst aus Trieben entwickeln kann, bevor der Strauch ab dem dritten oder vierten Standjahr jährlich stärker zurückgeschnitten wird.
Pflanzabstand und erste Pflege
Beim Pflanzen wird das Pflanzloch etwa doppelt so groß wie der Wurzelballen ausgehoben und mit etwas Kompost angereichert, damit der Strauch in den ersten Wochen zügig anwächst. Je nach Sorte und geplanter Endgröße reicht ein Abstand von anderthalb bis zwei Metern zu Nachbarpflanzen, damit der Schmetterlingsflieder sich ungehindert entfalten kann, ohne benachbarte Stauden im Wuchs zu ersticken. Nach dem Pflanzen wird kräftig angegossen, danach genügt regelmäßiges Wässern, bis der Wurzelballen sichtbar durchgewachsen ist. Ein Rindenmulch rund um den Wurzelbereich hält den Boden feucht und unterdrückt gleichzeitig aufkeimende Sämlinge aus eigenem Samenanflug in unmittelbarer Nähe des Mutterstrauchs.
Winterhärte und Kübelhaltung
Buddleja davidii ist in den meisten Lagen Deutschlands ausreichend winterhart und übersteht auch strengere Fröste an geschützten Standorten meist unbeschadet, weil er ohnehin jedes Frühjahr stark zurückgeschnitten wird und damit weniger frostempfindliche alte Triebe tragen muss. In sehr rauen Lagen oder bei jungen, frisch gepflanzten Sträuchern lohnt sich im ersten Winter ein lockerer Schutz aus Laub oder Reisig über dem Wurzelbereich. Im Kübel kultiviert, was auf Balkon und Terrasse ebenfalls möglich ist, braucht der Strauch dagegen einen frostfreien, kühlen Überwinterungsplatz, weil der Wurzelballen im Topf deutlich schneller durchfriert als im gewachsenen Gartenboden.
Quellen
- Der Schmetterlingsflieder – NABU Berlin
- Die ideale Pflanzzeit für Gehölze und Stauden – Bayerische Gartenakademie
- Schmetterlingsflieder – Wikipedia
Geschrieben von Clara, Redaktion spatenfreunde.de — sie schreibt hier über Garten, Pflanzen und die richtige Pflege.







