Rechen liegt auf einer Rasenfläche im Frühjahr mit ausgeharktem Moos

Rasenpflege im März: erster Schnitt bis Vertikutieren

Kurzantwort: Im März wird der Rasen zunächst von Laub- und Moosresten befreit und, sobald er trittfest und spürbar am Wachsen ist, das erste Mal gemäht. Danach folgt bei Bedarf das Vertikutieren, um Rasenfilz zu entfernen, anschließend die Nachsaat kahler Stellen und eine erste Startdüngung. Gemäht oder vertikutiert wird nie bei Frost oder nassem, matschigem Boden.

Nach dem Winter sieht kaum eine Rasenfläche makellos aus: Laubreste, Moos und erste kahle Stellen sind normal und lassen sich im März gezielt beheben.

Entscheidend ist dabei die Reihenfolge der Maßnahmen. Wer zu früh vertikutiert oder vor dem ersten Schnitt schon düngt, riskiert mehr Schaden als Nutzen.

Erst Laub und Moos entfernen

Liegen gebliebenes Herbstlaub und Moosnester nehmen dem jungen Rasen im Frühjahr Licht und Luft. Mit einem Rechen oder Laubbesen wird die Fläche deshalb als Erstes von diesen Resten befreit, bevor überhaupt gemäht oder vertikutiert wird.

Unter dickeren, über Winter liegen gebliebenen Laubschichten bilden sich zusätzlich leicht gelbliche, ausgedünnte Stellen, weil die Gräser darunter im Dunkeln kaum Photosynthese betreiben konnten. Diese Bereiche erholen sich nach dem Freilegen meist innerhalb weniger Wochen von selbst, sobald wieder ausreichend Licht auf die Halme fällt.

Der erste Schnitt

Gemäht wird, sobald der Rasen sichtbar zu wachsen beginnt und der Boden trittfest, also nicht mehr durchnässt oder gefroren ist. Je nach Witterung und Region ist das meist im Laufe des März der Fall. Der erste Schnitt fällt etwas höher aus als später im Jahr üblich, damit die Gräser nach dem Winter nicht zu stark gestresst werden.

In milden Regionen oder nach einem besonders warmen Winter kann der erste Schnitt bereits Ende Februar anstehen, in höheren Lagen oder nach einem langen, kalten Winter dagegen erst Anfang April. Der Kalendermonat ist deshalb nur eine grobe Orientierung, entscheidend bleibt der tatsächliche Zustand von Boden und Rasen vor Ort.

Vertikutieren: wann und wie

Vertikutiert wird erst, wenn der Rasen wieder aktiv wächst und sich schnell erholen kann, meist ab Mitte bis Ende März. Die Messer des Vertikutierers reißen Rasenfilz, abgestorbene Grasreste und flach wachsendes Moos aus der Grasnarbe. Direkt nach dem Vertikutieren sieht die Fläche meist deutlich lädierter aus als vorher, das ist normal und kein Grund zur Sorge, solange der Rasen aktiv genug wächst, um die kleinen Lücken zeitnah wieder zu schließen. Bei Frostgefahr oder nassem Boden sollte diese Maßnahme verschoben werden, weil die frisch geöffnete Fläche dann anfälliger für Schäden ist. Auf stark verdichteten Flächen lohnt sich ergänzend ein Aerifizieren, bei dem kleine Löcher in die Grasnarbe gestochen werden, damit Wasser, Luft und Dünger wieder besser bis zu den Wurzeln vordringen.

Rasentyp beeinflusst die erste Pflege

Wie intensiv die Märzpflege ausfällt, hängt auch vom Rasentyp ab. Ein robuster Gebrauchsrasen verzeiht einen etwas späteren oder unregelmäßigeren Start und kommt mit einem wöchentlichen Mähintervall aus. Ein feinhalmiger Zierrasen dagegen verträgt in den ersten Jahren kaum Belastung und braucht von Beginn an ein engeres Mähintervall von fünf bis sieben Tagen sowie mehr Dünger, damit die feinen Halme dicht und gleichmäßig nachwachsen.

Kahle Stellen nachsäen

Direkt nach dem Vertikutieren liegen kahle oder ausgedünnte Stellen offen und lassen sich gut nachsäen, weil der Boden bereits leicht aufgelockert ist und die neue Saat besser Kontakt zum Boden bekommt. Die nachgesäten Bereiche brauchen in den folgenden Wochen die gleiche gleichmäßige Feuchtigkeit wie eine komplette Neuansaat.

Für die Nachsaat lohnt sich möglichst dieselbe Rasenmischung wie beim ursprünglichen Rasen, damit die neuen Gräser später farblich und in der Wuchsform nicht auffällig von der bestehenden Fläche abweichen. Eine dünne, wenige Millimeter starke Schicht aus Anzuchterde über der frischen Saat hält die Feuchtigkeit besser als offener Boden und erleichtert der jungen Saat den Start.

Die erste Düngung

Nach dem Vertikutieren und der Nachsaat folgt die erste Düngung des Jahres, meist mit einem stickstoffbetonten Frühjahrs- oder Startdünger. Er versorgt den Rasen mit den Nährstoffen, die über den Winter aufgebraucht wurden, und regt das Wachstum gezielt an, statt es wie im Herbst eher zu bremsen.

Gedüngt wird am besten bei bedecktem, mildem Wetter mit angekündigtem Regen in den folgenden Tagen, damit sich die Düngerkörner auflösen und in den Boden einziehen, statt bei praller Sonne auf den Halmen liegen zu bleiben und dort Verbrennungen zu verursachen. Wer nicht auf Regen warten will, wässert nach der Düngung selbst gründlich nach.

Starker Moosbefall als Signal

Breitet sich Moos trotz regelmäßiger Pflege immer wieder aus, lohnt sich ein Blick auf die Ursache statt nur auf die Symptome. Häufig steckt dahinter verdichteter, saurer oder dauerhaft feuchter Boden, Schatten oder ein zu häufig zu kurz geschnittener Rasen, der den Gräsern zu wenig Blattfläche für kräftiges Wachstum lässt. Vertikutieren entfernt das vorhandene Moos, ohne diese Ursachen zu beheben – bleiben sie bestehen, wächst neues Moos in den folgenden Jahren an derselben Stelle wieder nach.

Regenwürmer und Wurmhaufen

Kleine Erdhäufchen von Regenwürmern sind im zeitigen Frühjahr keine Störung, sondern ein Zeichen für einen gesunden, gut durchlüfteten Boden. Sie sollten vor dem Mähen bei nassem Wetter eher verteilt als sofort gemäht werden, sonst verschmiert die feuchte Erde über die Fläche und hinterlässt matschige Streifen. Ein leichtes Verteilen mit dem Rücken eines Rechens reicht dafür meist schon aus, ein aufwendiges Einzelentfernen jedes Häufchens ist nicht nötig.

Typische Fehler im März

Am häufigsten schadet ein zu früher Schnitt bei noch weichem, durchnässtem Boden, weil dabei tiefe Reifenspuren entstehen. Ebenso ungünstig ist eine Düngung vor dem ersten Schnitt, weil der überständige Rasen dann ungleichmäßig wächst und beim ersten Mähen mehr Grünmasse verliert als nötig.

Quellen

Geschrieben von Clara, Redaktion spatenfreunde.de — sie schreibt hier über Garten, Pflanzen und die richtige Pflege.

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