Inhalt
Kurzantwort: Die Sommergabe liegt Ende Juni bis Anfang Juli. Die Bayerische Gartenakademie rechnet mit rund fünf Gramm Stickstoff je Quadratmeter; bei Hornmehl entspricht das etwa 35 bis 40 Gramm. Streu vor einem angekündigten Regen oder wässere direkt danach durch. Auf staubtrockenen Boden und bei laufender Hitzewelle wird nicht gedüngt.
Die zweite Düngung des Jahres fällt genau in die Phase, in der Rasen am empfindlichsten ist. Der Boden ist warm, das Wasser knapp, und ein falsch gestreuter Sack Dünger hinterlässt Streifen, die bis in den Herbst sichtbar bleiben.
Der Termin selbst ist unstrittig. Streit gibt es nur über die Menge, das Produkt und darüber, was du machst, wenn drei Wochen kein Regen fällt.
Hier stehen der Termin, die Menge und die Regeln, mit denen du dir keine Verbrennungen in die Fläche streust.
Der Termin: Ende Juni bis Anfang Juli
Die Bayerische Gartenakademie setzt die zweite Rasendüngung auf Ende Juni beziehungsweise Anfang Juli. Zu diesem Zeitpunkt ist der Frühjahrsschub durch, der Nährstoffvorrat aus der ersten Gabe aufgebraucht, und die Gräser gehen in die anstrengendste Phase des Jahres.
Wer eine reine Stickstoffquelle wie Hornmehl nutzt, verteilt die Jahresmenge nach Empfehlung der Gartenakademie auf zwei Gaben im April und im Juni mit je 35 bis 40 Gramm pro Quadratmeter.
Bis Mitte Juli solltest du fertig sein. Später gestreuter Stickstoff treibt einen weichen Neuaustrieb, der in den August-Hitze schlecht klarkommt.
Wie viel Stickstoff der Rasen im Sommer braucht
Für die zweite Gabe nennt die Bayerische Gartenakademie fünf Gramm Stickstoff je Quadratmeter. Bei einer 100-Quadratmeter-Fläche sind das 500 Gramm Reinstickstoff.
Rechne das auf dein Produkt um. Auf jedem Sack steht die NPK-Zahl. Ein Dünger mit 15 Prozent Stickstoff liefert bei 100 Gramm Produkt 15 Gramm Stickstoff — für fünf Gramm je Quadratmeter brauchst du also rund 33 Gramm Produkt je Quadratmeter.
Diese Rechnung erspart dir das Raten. Die Streuempfehlung auf der Packung ist oft großzügig kalkuliert und geht von einem intensiv genutzten Sportrasen aus, nicht vom Hausgarten.
Warum du bei Hitze nicht düngst
Mineralische Dünger sind Salze. Sie ziehen Wasser aus der Umgebung, und wenn im Boden keines vorhanden ist, holen sie es aus den Halmen. Das Ergebnis sind gelbbraune Streifen genau dort, wo der Streuwagen gelaufen ist.
Zwei Bedingungen müssen deshalb stimmen. Der Boden muss feucht sein, und innerhalb von 24 Stunden muss Wasser nachkommen — entweder als Regen oder aus dem Schlauch.
Die Bayerische Gartenakademie empfiehlt ausdrücklich, vor Regen zu streuen. Fällt keiner, wässere anschließend durchdringend. Für eine volle Wassergabe rechnet die Gartenakademie mit 15 bis 20 Litern je Quadratmeter.
Organisch oder mineralisch
Organische Dünger wie Hornmehl oder Hornspäne müssen erst von Bodenlebewesen umgesetzt werden. Das dauert Wochen, verbrennt praktisch nicht und passt gut in trockene Sommer. Der Nachteil: Bei kühlem oder sehr trockenem Boden kommt kaum etwas an.
Mineralische Langzeitdünger geben umhüllte Nährstoffe über Wochen ab. Sie wirken schneller und sind bei Dosierfehlern gnädiger als schnell lösliche Volldünger.
Schnell lösliche Blaukorn-Typen gehören im Hochsommer nicht auf den Rasen. Sie liefern alles auf einmal, und was die Pflanze in dieser Phase nicht aufnimmt, versickert.
Kalium und Trockenheit
Viele Sommer- und Herbstdünger werben mit hohem Kaliumanteil. Kalium ist am Wasserhaushalt der Pflanze beteiligt und steuert unter anderem das Öffnen und Schließen der Spaltöffnungen.
Ein zusätzlicher Kaliumkauf lohnt trotzdem nur, wenn dein Boden tatsächlich zu wenig davon hat. Das zeigt eine Bodenuntersuchung, die du über die Landwirtschaftskammer oder ein Labor beauftragen kannst.
Ohne Analyse bleibt es Vermutung. Ein normaler Gartenboden mit regelmäßiger Kompostgabe ist mit Kalium meist ausreichend versorgt.
Wichtig ist auch, was du mit dem Schnittgut machst. Wer mulcht, gibt den Großteil der Nährstoffe aus dem Blattmaterial zurück in die Fläche. Ein belastbarer Prozentwert dafür lässt sich für den einzelnen Garten nicht angeben, weil er von Schnitthäufigkeit und Wuchsleistung abhängt. Wer das Schnittgut dagegen jedes Mal abfährt, entzieht dem Boden über die Saison eine spürbare Menge und muss entsprechend nachlegen.
Die vier häufigsten Fehler
Der erste ist Streuen von Hand. Die Verteilung wird ungleich, und die Fläche wird gestreift. Nutz einen Streuwagen und fahr die Fläche einmal längs und einmal quer mit halber Dosis.
Der zweite ist Düngen direkt nach dem Mähen bei praller Sonne. Warte einen Tag, dann sind die Schnittwunden geschlossen.
Der dritte ist Überdosieren nach dem Prinzip „viel hilft viel“. Überschüssiger Stickstoff wird ausgewaschen. Das Umweltbundesamt weist für den Zeitraum 2020 bis 2022 aus, dass 25,6 Prozent der Messstellen im EU-Nitratmessnetz den Grenzwert von 50 Milligramm Nitrat je Liter überschreiten.
Der vierte ist der vergessene Rand. Dünger auf Gehwegplatten und in der Einfahrt landet beim nächsten Regen im Gully. Kehr ihn zurück auf die Fläche.
Häufige Fragen
Kann ich den Rasen im August noch düngen?
Für eine Stickstoffgabe ist es dann zu spät. Warte auf das Frühjahr. Nur bei einer Neuansaat im Spätsommer düngst du zur Saat.
Was mache ich, wenn nach dem Düngen keine Regen kommt?
Wässere innerhalb von 24 Stunden durchdringend, 15 bis 20 Liter je Quadratmeter. Ohne Wasser bleibt das Korn liegen und schadet mehr, als es nützt.
Reicht Kompost als Sommerdüngung?
Als alleinige Stickstoffquelle nicht. Kompost liefert vor allem Humus und Grundnährstoffe. Die Bayerische Gartenakademie kombiniert ihn mit Hornmehl.
Wie erkenne ich Verbrennungen?
An scharf begrenzten gelbbraunen Streifen oder Flecken, meist in Fahrspuren. Sie treten wenige Tage nach dem Streuen auf. Sofort und mehrfach durchdringend wässern.
Darf ich bei Trockenheit überhaupt wässern?
Das hängt von deiner Gemeinde ab. Bei Niedrigwasser erlassen Landkreise per Allgemeinverfügung Entnahmeverbote aus Gewässern; Leitungswasser ist davon meist nicht betroffen. Prüf die Bekanntmachungen deiner Kommune.
Braucht Rollrasen im Sommer mehr Dünger?
Er wird meist kürzer gemäht und stärker genutzt, deshalb liegt sein Bedarf höher. Halte dich an die Angaben deines Lieferanten und teile die Menge auf mehrere Gaben auf.
Quellen
- Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau: Zierrasen braucht Pflege
- Bayerische Gartenakademie: Den Rasen fit machen
- Umweltbundesamt: FAQs zu Nitrat im Grund- und Trinkwasser
Das passt dazu
Drei Artikel, die dieselbe Frage von einer anderen Seite angehen:
- Rasen düngen: wie oft im Jahr wirklich nötig ist
- Rasen düngen: wann der richtige Zeitpunkt im Jahr ist
- Walnussbaum schneiden: Der richtige Termin im Sommer
Geschrieben von Jonas, Redaktion spatenfreunde.de — er schreibt hier über Garten, Pflanzen und die Arbeit im Beet.







