Pflanze Calla: Pflege, Ruhezeit, Überwintern und Giftigkeit

Kurzantwort: Calla (Zantedeschia) will hell stehen, während des Wachstums viel Wasser und nach der Blüte eine trockene Ruhezeit. Die weiße Zimmercalla (Zantedeschia aethiopica) blüht von Januar bis April und ruht im Sommer, die farbigen Sorten (Zantedeschia elliottiana, Zantedeschia rehmannii und Hybriden) blühen im Sommer und ruhen im Winter. Frost verträgt keine von ihnen zuverlässig. Alle Pflanzenteile enthalten Calciumoxalat und reizen die Schleimhäute, die Giftzentrale Bonn stuft die Zimmercalla als gering giftig ein.

Die Calla ist eine der wenigen Pflanzen, die als Schnittblume, Topfpflanze und Gartenstaude gleichzeitig verkauft wird. Genau daran scheitert die Pflege oft: Der Topf aus dem Supermarkt wird wie eine normale Zimmerpflanze behandelt, und nach der Blüte sieht er aus wie tot.

Dabei ist die Calla nur in ihrer Ruhephase. Wer diesen Rhythmus kennt, bekommt jedes Jahr neue Blüten aus demselben Rhizom.

Hier findest du, welche Calla du hast, was sie wann braucht und wie du sie sicher über den Winter bringst.

Welche Calla hast du?

Zantedeschia ist eine Gattung aus dem südlichen Afrika mit zwei sehr unterschiedlichen Gruppen.

Die Zimmercalla (Zantedeschia aethiopica) hat große weiße Hochblätter mit gelbem Kolben, wird 60 bis 100 Zentimeter hoch und trägt pfeilförmige Blätter bis 45 Zentimeter Länge. In ihrer Heimat wächst sie an Bachufern und Teichrändern mit Sommerregen. Als Topfpflanze blüht sie von Januar bis April.

Die farbigen Callas in Gelb, Rosa, Orange oder fast Schwarz stammen von Zantedeschia elliottiana und Zantedeschia rehmannii ab. Sie kommen aus Gebieten mit Winterregen und trockenem Sommer, blühen bei uns im Sommer und brauchen im Winter eine trockene Pause. Sie bleiben mit 30 bis 60 Zentimetern kleiner.

Der Unterschied bestimmt die ganze Pflege. Wer die weiße im Winter trocken stellt oder die bunte im Sommer, verliert die Blüte.

Standort und Licht

Beide Gruppen brauchen viel Licht. Im Haus ist ein Ost- oder Westfenster ideal, ein Südfenster mit Schutz vor Mittagssonne geht auch. Zu dunkel stehende Callas bilden lange, weiche Stiele und keine Blüten.

Im Sommer stehen alle Callas gern draußen, sonnig bis halbschattig und geschützt vor Wind. Die Zimmercalla verträgt sogar einen Platz am Teichrand mit nassen Füßen, das entspricht ihrem Ursprung. Die farbigen Sorten wollen dagegen einen durchlässigen Boden ohne Staunässe.

Gießen und Düngen im Wachstum

Während Blätter und Blüten wachsen, ist die Calla durstig. Die Zimmercalla darf in dieser Zeit dauerhaft feucht stehen, der Untersetzer kann gefüllt bleiben. Die farbigen Sorten gießt du, sobald die obere Erdschicht abgetrocknet ist, ohne dass Wasser im Topf steht.

Dünger gibt es alle zwei Wochen von Beginn des Austriebs bis zum Ende der Blüte, mit einem flüssigen Blühpflanzendünger in halber Dosierung. Sobald die Blätter gelb werden, endet das Düngen.

Als Substrat eignet sich normale Blumenerde, bei den farbigen Sorten mit einem Anteil Sand oder Blähton für die Drainage.

Die Ruhezeit: der wichtigste Schritt

Nach der Blüte vergilben die Blätter. Das ist normal. Die Pflanze zieht die Reserven ins Rhizom zurück und legt eine Pause ein.

Bei der Zimmercalla beginnt die Ruhe im Frühsommer. Stelle das Gießen nach und nach ein, lass das Laub einziehen und stelle den Topf für sechs bis acht Wochen trocken und hell, aber nicht in die pralle Sonne. Ab August wieder langsam gießen, dann treibt sie für die Winterblüte aus.

Bei den farbigen Sorten beginnt die Ruhe im Herbst. Nach dem ersten Vergilben nicht mehr gießen. Die Rhizome kannst du im Topf lassen oder ausgraben, von Erde befreien und in trockenem Sand oder Zeitungspapier kühl bei 10 bis 15 Grad lagern. Im März kommen sie in frische Erde und werden vorsichtig angegossen.

Überwintern und Winterhärte

Keine Calla ist in Deutschland zuverlässig winterhart. Die Zimmercalla stammt aus milden Regionen und wird bei Frost geschädigt. Es gibt eine Sorte namens Crowborough, die als kältetoleranter gilt und in Großbritannien im Freien kultiviert wird. In geschützten, milden Lagen mit dicker Laubdecke kann sie überleben, sicher ist das nicht.

Der verlässliche Weg: Zimmercalla im Herbst ins Haus, hell und kühl bei 10 bis 15 Grad, dort blüht sie im Winter. Farbige Callas als trockene Rhizome frostfrei lagern. Ein ungeheizter Keller mit Fenster oder ein kühles Treppenhaus reichen.

Giftigkeit für Kinder und Haustiere

Alle Teile der Calla enthalten Calciumoxalat und Oxalsäure sowie weitere Scharfstoffe. Die Giftzentrale Bonn stuft die Zimmercalla als gering giftig ein. Blätter und Blüten verursachen beim Kauen eine starke Schleimhautreizung mit Schmerzen, Schwellung und Blasenbildung. Bei größeren Mengen kommen Würgen, Erbrechen, Heiserkeit und Durchfall dazu. Der Schmerz setzt schnell ein, deshalb wird selten viel aufgenommen.

Hat ein Kind an der Pflanze gekaut: Mund ausspülen, etwas zu trinken geben und den Giftnotruf oder einen Arzt kontaktieren. Die Giftzentrale rät in jedem Fall zum Arztbesuch zur Behandlung der Schleimhäute.

Für Hunde und Katzen führt die ASPCA die Calla als giftig. Symptome sind Brennen im Maul, starkes Speicheln, Erbrechen und Schluckbeschwerden. Der Topf gehört deshalb außer Reichweite von Tieren, die an Blättern knabbern.

Häufige Fragen

Warum blüht meine Calla nicht?

Meist fehlt die Ruhezeit oder das Licht. Ohne trockene Pause nach der Blüte und ohne hellen Standort bildet die Pflanze nur Blätter.

Ist die Calla winterhart?

Nein, nicht zuverlässig. Die Zimmercalla überwintert hell und kühl im Haus, die farbigen Sorten als trockene Rhizome bei 10 bis 15 Grad.

Wie oft muss ich die Calla gießen?

Im Wachstum reichlich, die Zimmercalla darf dauerhaft feucht stehen. In der Ruhezeit gar nicht.

Kann die Calla in den Garten?

Im Sommer ja, die Zimmercalla sogar an den Teichrand. Vor dem ersten Frost muss sie wieder ins Haus.

Ist die Calla giftig für Katzen?

Ja. Die ASPCA nennt Brennen im Maul, Speicheln und Erbrechen. Bei Verdacht zum Tierarzt.

Was tun, wenn die Blätter gelb werden?

Nach der Blüte ist das der Beginn der Ruhezeit. Gießen einstellen und das Laub einziehen lassen. Mitten im Wachstum deutet es auf Staunässe hin.

Quellen

Geschrieben von Jonas, Redaktion spatenfreunde.de — er schreibt hier über Garten, Pflanzen und die Arbeit im Beet.

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