Blühende Petunien in einem Blumenkübel

Petunien wann pflanzen? Nach den Eisheiligen ins Freie

Kurzantwort: Petunien kommen frühestens nach den Eisheiligen ins Freiland, sicherheitshalber erst nach der Kalten Sophie am 15. Mai, weil bis dahin noch Nachtfröste möglich sind, die die frostempfindlichen Pflanzen schädigen. Vorkultivierte Jungpflanzen aus dem Gartencenter warten bis dahin an einem hellen, geschützten Platz. Der spätere Standort sollte möglichst sonnig sein, da Petunien zu den Sommerblumen gehören, die viel Licht für eine reiche Blüte brauchen.

Petunien gehören zu den beliebtesten Balkon- und Kübelpflanzen, weil sie den ganzen Sommer über durchblühen. Damit das gelingt, muss aber der Pflanztermin stimmen.

Werden die Jungpflanzen zu früh nach draußen gestellt, drohen sie an einer einzigen kalten Nacht zugrunde zu gehen. Wie der richtige Zeitpunkt bestimmt wird, steht im Folgenden.

Warum die Eisheiligen den Termin bestimmen

Die Eisheiligen sind mehrere Gedenktage katholischer Heiliger im Mai, an denen nach einer alten Bauernregel noch einmal Nachtfröste auftreten können, selbst wenn die Tage davor schon mild waren. Sie fallen auf den 11. bis 15. Mai, benannt nach Mamertus, Pankratius, Servatius, Bonifatius und Sophia.

Die bekannteste Regel dazu lautet, nie vor der Kalten Sophie zu pflanzen, also nicht vor dem 15. Mai. Erst danach gilt die Gefahr eines schädigenden Spätfrosts für die meisten Regionen Deutschlands als deutlich geringer.

Warum Petunien so frostempfindlich sind

Petunien zählen zu den klassischen Sommerblumen, die ausschließlich für eine Saison kultiviert werden und keinerlei Frost vertragen. Schon eine einzige leichte Nachtfrost-Nacht kann Triebe und Blüten sichtbar schädigen oder die ganze Pflanze zum Absterben bringen.

Deshalb werden vorkultivierte Sommerblumen wie Petunien grundsätzlich erst nach den Eisheiligen ins Freiland oder auf den Balkon gepflanzt, egal wie mild das Wetter davor schon wirkt.

Was bis zum Pflanztermin zu tun ist

Wer Jungpflanzen schon vor Mitte Mai im Gartencenter kauft, hält sie bis zum sicheren Termin an einem hellen, aber vor Kälte geschützten Ort, etwa auf der Fensterbank oder im unbeheizten Wintergarten.

Kündigt sich in dieser Zeit eine milde Phase an, können die Pflanzen tagsüber stundenweise nach draußen gestellt und so schrittweise an Wind und Sonne gewöhnt werden, bevor sie endgültig ins Freie ziehen.

Der richtige Standort nach dem Pflanzen

Mit Ausnahme des Fleißigen Lieschens bevorzugen praktisch alle klassischen Sommerblumen, und damit auch Petunien, einen sonnigen Standort. Nur bei ausreichend Licht entwickeln sie über den ganzen Sommer hinweg viele Blüten.

Ein windgeschützter Platz verhindert zusätzlich, dass die empfindlichen Blüten und Triebe bei Sturm beschädigt werden.

Regionale Unterschiede beachten

In milden, geschützten Lagen, etwa in Weinbaugebieten, ist ein etwas früherer Pflanztermin nach den ersten Eisheiligen mitunter möglich. In rauen oder höher gelegenen Regionen ist es dagegen sicherer, noch ein paar Tage länger als bis zur Kalten Sophie zu warten.

Ein Blick auf die lokale Wettervorhersage der kommenden Nächte gibt vor dem endgültigen Auspflanzen zusätzliche Sicherheit.

Herkunft der Petunie

Die Garten-Petunie stammt ursprünglich aus Südamerika, wo verschiedene Wildarten der Gattung Petunia beheimatet sind. Die heute im Handel erhältlichen Sorten sind meist Kreuzungen, die auf hohe Blühfreude und kompakten Wuchs gezüchtet wurden.

Weil sie aus wärmeren Klimazonen stammt, ist die Petunie an mitteleuropäische Winter nicht angepasst und wird hierzulande ausschließlich einjährig als Sommerblume kultiviert, nicht als winterharte Staude.

Pflege nach dem Pflanzen

Petunien sind durstig und brauchen an warmen Tagen regelmäßiges Gießen, besonders im Kübel, wo das Substrat schneller austrocknet als im Beet. Staunässe im Übertopf wird trotzdem vermieden.

Regelmäßiges Düngen während der gesamten Blütezeit unterstützt den hohen Nährstoffbedarf, den die Pflanze für ihre andauernde Blütenproduktion hat. Verblühtes wird laufend entfernt, damit die Pflanze ihre Energie in neue Knospen statt in die Samenbildung steckt.

Hängende oder aufrechte Sorten

Klassische, aufrecht wachsende Petunien eignen sich für Beete und Balkonkästen, in denen sie sich buschig ausbreiten. Hängepetunien dagegen bilden lange, überhängende Triebe und wirken besonders gut in Ampeln oder hoch hängenden Kübeln, wo sie ihre Blütenfülle nach unten entfalten können.

Beide Wuchsformen brauchen denselben sonnigen Standort und denselben Pflanztermin nach den Eisheiligen, unterscheiden sich also nur in der Wuchsrichtung, nicht in der Pflege.

Für Dauerblüte sorgen

Ohne regelmäßiges Ausputzen bilden Petunien nach der ersten Blütenwelle vermehrt Samenkapseln statt neuer Knospen, wodurch die Blühfreude spürbar nachlässt. Wer verwelkte Blüten konsequent entfernt, verlängert die Blütezeit bis in den Herbst hinein.

Bei einigen modernen Sorten übernimmt die Pflanze diese Selbstreinigung inzwischen von selbst, ein Blick auf die Sortenbeschreibung beim Kauf verrät, ob regelmäßiges Ausputzen nötig bleibt.

Petunien vertragen zudem keine Staunässe, weshalb Balkonkästen und Kübel immer ein Abzugsloch brauchen. Regelmäßiges, aber maßvolles Gießen, angepasst an Temperatur und Sonneneinstrahlung, hält die Pflanze über den ganzen Sommer in guter Blühlaune.

Bei anhaltendem Regen können sich die dünnen Blütenblätter zudem verkleben und faulen. Ein Standort mit etwas Dachüberstand oder Regenschutz, ohne dabei das nötige Licht zu nehmen, verlängert die Blütenpracht in niederschlagsreichen Sommern zusätzlich.

Zum Saisonende, wenn die Nächte wieder kühler werden, lässt die Blühfreude natürlicherweise nach. Da Petunien als einjährige Sommerblumen keinen Frost überstehen, werden sie nach dem ersten Frost entsorgt oder auf den Kompost gegeben, statt sie erfolglos überwintern zu wollen.

Wer besonders gelungene Farbkombinationen im nächsten Jahr wiederholen möchte, notiert sich am besten Sortennamen und Pflanzabstand direkt bei der Bepflanzung. Da Petunien-Sorten von Jahr zu Jahr wechseln können, ist das oft die einzige zuverlässige Möglichkeit, eine bewährte Kombination erneut zu finden.

Ein Kübel mit mehreren Petunien in derselben Farbfamilie wirkt oft harmonischer als eine bunt gemischte Pflanzung. Wer verschiedene Farben kombinieren möchte, greift auf zwei bis drei aufeinander abgestimmte Töne zurück, statt möglichst viele unterschiedliche Farben nebeneinanderzusetzen.

Quellen

Geschrieben von Clara, Redaktion spatenfreunde.de — sie schreibt hier über Garten, Pflanzen und die richtige Pflege.

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