Kurzantwort: Orchideen werden nicht gegossen, sondern getaucht: einmal pro Woche für zehn bis fünfzehn Minuten in zimmerwarmes Wasser, danach vollständig abtropfen lassen. Der richtige Standort ist ein Ost- oder Westfenster ohne direkte Mittagssonne. Staunässe ist die häufigste Todesursache.
Die meisten Orchideen im Handel sind Phalaenopsis, auch Schmetterlingsorchidee genannt. Sie gilt als pflegeleicht und blüht mehrere Monate.
Trotzdem gehen viele ein. Fast immer liegt es an zu viel Wasser, nicht an zu wenig.
Warum Tauchen besser ist als Gießen
Orchideen wachsen in der Natur auf Bäumen, nicht in Erde. Ihre Wurzeln sind auf kurze Regengüsse und schnelles Abtrocknen eingestellt.
Beim Tauchen saugt sich das Substrat gleichmäßig voll. Beim Gießen von oben läuft das Wasser am Rand vorbei und die Mitte bleibt trocken.
Getaucht wird zehn bis fünfzehn Minuten in zimmerwarmem Wasser, danach mindestens zehn Minuten abtropfen lassen. Im Übertopf darf kein Wasser stehen bleiben.
Wie oft gegossen wird
Einmal pro Woche ist der Richtwert. Im Winter reicht oft alle zehn bis vierzehn Tage.
Verlässlicher als jeder Zeitplan sind die Wurzeln. Silbrig-graue Wurzeln brauchen Wasser, grüne sind versorgt.
Ein durchsichtiger Topf ist deshalb kein Zufall, sondern ein Werkzeug. Er macht den Wasserbedarf sichtbar.
Staunässe erkennen
Braune, weiche, matschige Wurzeln sind ein sicheres Zeichen für zu viel Wasser. Sie faulen und können nicht mehr aufnehmen.
Die Pflanze wirkt dann durstig, obwohl sie ertrinkt: Die Blätter werden schlaff, weil die Wurzeln kein Wasser mehr transportieren.
Faule Wurzeln werden mit einer sauberen Schere entfernt, die Pflanze kommt in frisches Substrat. Bleiben gesunde Wurzeln übrig, erholt sie sich.
Der richtige Standort
Ost- und Westfenster sind ideal. Sie bieten helles Licht ohne die direkte Mittagssonne.
Ein Südfenster funktioniert nur mit Vorhang oder einem Meter Abstand. Direkte Sonne verbrennt die Blätter.
Ein Nordfenster ist meist zu dunkel. Die Pflanze überlebt, blüht aber nicht mehr.
Temperatur und Luftfeuchte
18 bis 25 Grad sind ideal. Unter 15 Grad stellt die Pflanze das Wachstum ein.
Zugluft und der Platz über einer Heizung sind beides ungeeignet. Trockene Heizungsluft lässt Knospen abfallen.
Eine Schale mit Wasser und Kieselsteinen daneben erhöht die Luftfeuchte. Besprühen bringt wenig und kann Blattfäule fördern.
Das Substrat
Orchideen brauchen Rindensubstrat, keine Blumenerde. Erde speichert zu viel Wasser und erstickt die Wurzeln.
Das Substrat zersetzt sich mit der Zeit und wird feiner. Dann speichert es mehr Wasser, und das Risiko für Fäulnis steigt.
Alle zwei bis drei Jahre wird umgetopft, am besten nach der Blüte. Das ist der wichtigste Pflegeschritt überhaupt.
Umtopfen Schritt für Schritt
Die Pflanze wird aus dem Topf genommen, altes Substrat abgeschüttelt und die Wurzeln kontrolliert.
Faule und vertrocknete Wurzeln werden abgeschnitten. Gesunde, feste Wurzeln bleiben, auch wenn sie aus dem Topf ragen.
Der neue Topf ist nur wenig größer als der alte. Orchideen blühen besser, wenn sie eng stehen.
Düngen
Gedüngt wird nur in der Wachstumsphase, etwa von März bis September. Ein spezieller Orchideendünger ist schwächer dosiert als normaler Blumendünger.
Alle zwei bis drei Wochen eine halbe Dosis ins Tauchwasser reicht. Überdüngung verbrennt die Wurzeln.
Im Winter wird nicht gedüngt. Die Pflanze ruht.
Wann die Orchidee wieder blüht
Nach der Blüte wird der Stiel über dem zweiten oder dritten Auge von unten gekürzt. Daraus kann ein neuer Trieb entstehen.
Vertrocknet der Stiel vollständig, wird er bodennah abgeschnitten. Die Pflanze bildet dann einen neuen.
Ein Temperaturunterschied von fünf Grad zwischen Tag und Nacht über zwei bis drei Wochen regt die Blütenbildung an. Im Herbst funktioniert dafür ein kühleres Zimmer.
Die häufigsten Fehler
Zu viel Wasser ist der häufigste. Wasser im Übertopf tötet mehr Orchideen als jeder Schädling.
Zu dunkler Standort ist der zweite. Die Pflanze lebt weiter, blüht aber nie wieder.
Normale Blumenerde ist der dritte. Sie hält die Wurzeln dauerhaft feucht und lässt sie faulen.
Häufige Fragen
Wie oft muss ich eine Orchidee gießen?
Einmal pro Woche tauchen, im Winter alle zehn bis vierzehn Tage. Die Wurzelfarbe ist der bessere Anhaltspunkt als der Kalender.
Warum werden die Blätter gelb?
Einzelne untere Blätter gelb zu verlieren ist normal. Mehrere gleichzeitig deuten auf Staunässe oder zu viel Sonne hin.
Wann schneide ich den Blütenstiel?
Nach der Blüte über dem zweiten oder dritten Auge von unten. Ist der Stiel ganz vertrocknet, bodennah abschneiden.
Warum blüht meine Orchidee nicht mehr?
Meist zu wenig Licht oder ein fehlender Temperaturreiz. Ein helleres Fenster und kühlere Nächte im Herbst helfen.
Darf ich Luftwurzeln abschneiden?
Nein. Sie nehmen Feuchtigkeit aus der Luft auf und gehören zur Pflanze. Nur vertrocknete oder faule Wurzeln werden entfernt.
Welche Erde braucht eine Orchidee?
Keine. Sie braucht Rindensubstrat, das Luft an die Wurzeln lässt.
Schädlinge an Orchideen
Schild- und Wollläuse sind die häufigsten Schädlinge. Sie sitzen in Blattachseln und auf der Blattunterseite und hinterlassen klebrige Rückstände.
Bei geringem Befall reicht das Abwischen mit einem in Spiritus getränkten Wattestäbchen. Bei starkem Befall hilft ein Mittel auf Ölbasis aus dem Fachhandel.
Trockene Heizungsluft begünstigt den Befall. Eine höhere Luftfeuchte ist die wirksamste Vorbeugung.
Andere Orchideenarten
Die Phalaenopsis ist die anspruchsloseste. Sie blüht mehrmals im Jahr und verzeiht Pflegefehler am ehesten.
Cattleya, Dendrobium und Oncidium brauchen eine ausgeprägte Ruhephase mit weniger Wasser. Sie sind anspruchsvoller.
Der Frauenschuh, Paphiopedilum, verträgt weniger Licht und mag es dauerhaft leicht feucht. Er ist die Ausnahme unter den Zimmerorchideen.
Quellen
Das passt dazu
Drei Artikel, die dieselbe Frage von einer anderen Seite angehen:
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Geschrieben von Clara, Redaktion spatenfreunde.de — sie schreibt hier über Garten, Pflanzen und die richtige Pflege.

