Gelb blühende Narzissen im Frühjahrsbeet

Narzissen pflanzen: Warum September der beste Monat ist

Kurzantwort: Narzissenzwiebeln werden im September gepflanzt, in einer Tiefe von etwa der doppelten Zwiebelhöhe und in Gruppen von mindestens zehn Zwiebeln. Die Pflanze bevorzugt leicht sauren Boden und übersteht auch feuchtere Standorte besser als Tulpen. Ein Nebeneffekt der enthaltenen Giftstoffe: Wühlmäuse lassen Narzissenzwiebeln meist in Ruhe.

Narzissen zählen zu den zuverlässigsten Frühjahrsblühern im Garten und kommen über viele Jahre von selbst wieder, wenn der Pflanztermin im Vorjahr gestimmt hat.

Wer die Zwiebeln erst im Frühjahr pflanzt, verpasst die Chance auf Blüten im selben Jahr – die Vorbereitung beginnt bereits im September des Vorjahres.

Pflanzzeit: September

Nach Angaben der Gartenakademie Rheinland-Pfalz beginnt die Pflanzzeit für Blumenzwiebeln im Spätsommer: Nach der Kaiserkrone im August schließen sich Tulpen und Narzissen im September an. Bis in den Oktober hinein lässt sich noch gepflanzt werden, solange der Boden nicht gefroren ist.

Wer im September pflanzt, gibt den Zwiebeln genug Zeit, vor dem Winter noch ein kräftiges Wurzelsystem zu bilden – die Voraussetzung für eine zuverlässige Blüte im folgenden Frühjahr.

Je früher im September gepflanzt wird, desto mehr Zeit bleibt den Wurzeln noch bei vergleichsweise warmem Boden, bevor die Temperaturen im Oktober und November spürbar fallen. Das macht den frühen September dem späten deutlich vorzuziehen, auch wenn beide Termine noch innerhalb der empfohlenen Pflanzzeit liegen.

Pflanztiefe und Gruppenpflanzung

Als Faustregel für die Pflanztiefe nennt die Gartenakademie Rheinland-Pfalz etwa die doppelte Zwiebelhöhe an Erde über der Zwiebel, bei einem Pflanzabstand von 10 bis 15 Zentimetern. Die Zwiebelspitze zeigt dabei nach oben.

Für eine natürlich wirkende Blütenpracht werden Narzissen wie Tulpen in Gruppen von mindestens zehn Zwiebeln gesetzt, statt sie einzeln über die Fläche zu verteilen. Größere, unregelmäßig geformte Gruppen wirken dabei natürlicher als exakt runde oder quadratische Pflanzstellen.

Wird zu flach gepflanzt, riskiert die Zwiebel Frostschäden und wird außerdem leichter von Wind und Regen freigelegt. Eine zu tiefe Pflanzung kostet dagegen unnötig Energie, weil der Trieb im Frühjahr einen längeren Weg bis an die Oberfläche zurücklegen muss.

Boden: leicht sauer statt kalkreich

Die meisten Narzissenarten bevorzugen kalkarme, eher saure Böden, wobei ein neutraler bis leicht saurer pH-Wert um 7 als besonders gut für die Narzissenkultur gilt. In ihrer ursprünglichen Heimat wachsen viele Wildarten in lichten Mischwäldern auf genau solchen Böden.

Bei schwerem, verdichtetem Boden empfiehlt sich wie bei anderen Blumenzwiebeln eine Drainageschicht aus Sand oder Kies, auch wenn Narzissen feuchtere Standorte grundsätzlich besser vertragen als Tulpen, die bei Staunässe schnell faulen.

Giftigkeit — ein Vorteil gegen Wühlmäuse

Alle Pflanzenteile der Narzisse enthalten Alkaloide, allen voran Lycorin. Der Verzehr von Zwiebeln kann Würgereiz, Erbrechen, Durchfall und Schläfrigkeit auslösen, in größeren Mengen sogar zu Lähmungserscheinungen führen. Auch der Pflanzensaft reizt die Haut und verursacht bei empfindlichen Personen die als „Narzissenkrankheit“ bekannte Hautreaktion, die vor allem Gärtnerinnen und Gärtner mit häufigem Kontakt betrifft.

Für den Garten hat diese Giftigkeit auch eine praktische Seite: Anders als Tulpenzwiebeln werden Narzissenzwiebeln von Wühlmäusen in aller Regel gemieden, was sie zu einer robusten Wahl für Standorte mit bekanntem Wühlmausbefall macht.

Wo Narzissen im Garten gut wirken

Narzissen eignen sich gut zur Unterpflanzung von Gehölzgruppen, weil sie im zeitigen Frühjahr blühen und austreiben, bevor die Bäume und Sträucher über ihnen dichtes Laub tragen und den Boden beschatten. Im Staudenbeet passen sie außerdem gut neben später austreibende Arten wie Taglilien, die im Sommer über das bereits welkende Narzissenlaub hinwegwachsen.

Auch zum Verwildern in Rasenflächen eignen sich Narzissen gut, solange der erste Rasenschnitt erst nach dem vollständigen Vergilben des Narzissenlaubs erfolgt.

Wer Narzissen zusammen mit Krokussen oder Tulpen pflanzt, staffelt die Blütezeiten am besten bewusst: Krokusse eröffnen das Gartenjahr meist schon im Spätwinter, Narzissen folgen im zeitigen Frühjahr, und Tulpen setzen oft erst einige Wochen später den Schlusspunkt der Zwiebelblüher-Saison.

Die wilde Osterglocke ist geschützt

Von den Gartensorten zu unterscheiden ist die wilde Osterglocke (Narcissus pseudonarcissus), die nach Angaben des NABU in Deutschland durch die Naturschutzgesetze geschützt ist. Größere wilde Bestände finden sich unter anderem in der Eifel, im Hunsrück und in den Vogesen, wo sich die Pflanze vor allem über Tochterzwiebeln ausbreitet.

Wilde Osterglocken dürfen deshalb nicht aus der Natur entnommen oder ausgegraben werden – für den eigenen Garten werden ausschließlich im Handel gezüchtete Narzissenzwiebeln verwendet, nie wild gesammelte.

Pflege nach der Blüte

Nach der Blüte bleibt das Laub stehen, bis es von selbst vergilbt, weil die Pflanze darüber Reservestoffe für die nächste Blühsaison in der Zwiebel einlagert. Verblühte Blütenstände können dagegen ausgeputzt werden, damit keine Energie in die Samenbildung fließt.

Wird das Laub zu früh abgeschnitten oder abgemäht, blühen die Zwiebeln im Folgejahr spürbar schwächer oder bilden vorübergehend gar keine Blüte mehr aus.

Narzissen im Kübel

Auch im Topf gilt derselbe Pflanzzeitraum wie im Beet. Für Balkon und Terrasse werden die Zwiebeln etwas dichter gesetzt, weil im Kübel ohnehin nur eine Saison Platz zum Wachsen zur Verfügung steht.

Der Topf sollte an einem kühlen, aber frostfreien Ort überwintern, damit die Zwiebeln wie im Freiland eine ausreichend kalte Ruhephase durchlaufen, bevor sie im Frühjahr austreiben und zur Blüte kommen.

Nach der Blüte lassen sich Kübelnarzissen anders als im Beet nicht so einfach über Jahre am selben Standort belassen, weil der begrenzte Erdvorrat im Topf schneller erschöpft ist. Wer die Zwiebeln erhalten möchte, pflanzt sie nach dem Einziehen des Laubs am besten ins Beet um, wo sie sich über die Jahre ungestört weiter vermehren können.

Quellen

Geschrieben von Clara, Redaktion spatenfreunde.de — sie schreibt hier über Garten, Pflanzen und die richtige Pflege.

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