Kurzantwort: Ein Kiesbeet entsteht in vier Schritten: Oberboden abtragen, Unkrautvlies verlegen, Pflanzen kreuzweise durch das Vlies setzen und zum Schluss eine acht bis zehn Zentimeter dicke Kiesschicht aufbringen. Wichtig ist der Unterschied zu einem reinen Schottergarten: Nach den Landesbauordnungen müssen unbebaute Flächen wasserdurchlässig und begrünt sein, ein Kiesbeet ohne jede Bepflanzung erfüllt das nicht.
Ein Kiesbeet gilt als pflegeleicht, weil kein Rasen gemäht und kein Unkraut in lockerer Erde gejätet werden muss. Damit das auch nach ein paar Jahren noch stimmt, kommt es auf den Aufbau an – und auf die Pflanzenwahl.
Wer nur Kies auf die nackte Erde schüttet, holt sich in zwei bis drei Jahren ein Unkrautbeet mit Steinen. Die folgende Anleitung zeigt den Aufbau, der tatsächlich hält, dazu die Pflanzenwahl, mit der ein Kiesbeet auch für Wildbienen und Hummeln etwas hergibt statt nur eine sterile Fläche zu sein.
Der Unterschied zum Schottergarten
Ein Kiesbeet und ein Schottergarten werden oft verwechselt, sind rechtlich aber zwei verschiedene Dinge. Nach den Landesbauordnungen aller 16 Bundesländer müssen nicht überbaute Flächen eines Grundstücks wasserdurchlässig gestaltet und begrünt oder bepflanzt sein. Eine reine Schotterfläche ohne Pflanzen erfüllt diese Vorgabe laut NABU nicht und zählt nicht zu den zulässigen Ausnahmen. Baden-Württemberg hat das Verbot 2020 zusätzlich im Landesnaturschutzgesetz verankert, Bayern und Sachsen-Anhalt haben ihre Bauordnungen nachgeschärft, mehrere Kommunen wie Erlangen oder Bremen regeln es über Bebauungspläne.
Ein Kiesbeet mit echter, flächiger Bepflanzung fällt nicht darunter und ist ausdrücklich als Alternative anerkannt. Der Unterschied liegt also nicht in der Optik, sondern darin, wie viel Grün am Ende zwischen den Steinen wächst.
Der richtige Standort
Ein Kiesbeet gelingt am besten an einem sonnigen bis halbschattigen Platz mit durchlässigem Untergrund. Schattige, feuchte Ecken sind ungünstig, weil sich dort Staunässe unter dem Kies sammelt und die typischen Kiesbeetpflanzen wie Lavendel oder Thymian dort ohnehin nicht gut wachsen.
Eine leichte Hangneigung oder ein erhöhtes Beet helfen zusätzlich beim Wasserablauf und sind aus der klassischen Steingartengestaltung übernommen, die im England des 18. Jahrhunderts entstand und seither auf gute Drainage setzt.
Eine feste Einfassung aus Metallband, Palisaden oder groben Feldsteinen hält den Kies später an Ort und Stelle. Ohne Einfassung wandert das Material bei starkem Regen oder beim Rasenmähen langsam in die Nachbarflächen ab, und die Kante muss immer wieder nachgeharkt werden.
Boden vorbereiten
Zunächst werden etwa 20 Zentimeter des Oberbodens abgetragen. Die Hälfte des Aushubs wird mit grobem Splitt oder Schotter der Körnung 16 bis 32 Millimeter gemischt und wieder eingefüllt, damit unten eine durchlässige, aber noch nährstoffhaltige Schicht entsteht, in der die Wurzeln der Pflanzen Halt finden.
Wer stark verdichteten Lehmboden hat, arbeitet zusätzlich eine Drainageschicht aus grobem Kies ein, damit Regenwasser nicht auf der Fläche steht.
Vlies verlegen und Pflanzen setzen
Über die vorbereitete Fläche kommt ein wasserdurchlässiges Unkrautvlies, das die Bahnen mit rund zehn Zentimetern Überlappung verlegt bekommt, damit an den Nähten kein Unkraut durchwächst.
An jeder Pflanzstelle wird das Vlies kreuzförmig aufgeschnitten, die Ecken werden zur Seite geklappt und die Pflanze wird wie gewohnt eingegraben. Danach klappt man das Vlies zurück um den Wurzelhals, damit möglichst wenig offene Erde bleibt.
Kies auftragen
Zum Schluss wird der Zierkies mit der Schaufel gleichmäßig verteilt. Eine Stärke von acht bis zehn Zentimetern reicht, um das Vlies vollständig zu bedecken und Lichtkeimern das Durchwachsen zu erschweren. Dünner aufgetragener Kies verschiebt sich schneller und legt das Vlies stellenweise frei.
Welche Pflanzen passen
Geeignet sind sonnenliebende Arten mit geringem Nährstoff- und Wasserbedarf: Lavendel, Steppensalbei, Thymian, Fetthenne, Schafgarbe und niedrige Ziergräser wie Federgras. Diese Pflanzen sind an trockene, steinige Standorte angepasst und liefern gleichzeitig Nektar und Pollen für Wildbienen und Hummeln, worauf der NABU als pflegeleichte, aber lebendige Alternative zum reinen Schottergarten hinweist.
Für schattigere Bereiche eignet sich Kies dagegen weniger gut – dort empfiehlt der NABU eher einen Waldgartenansatz mit Efeu, Waldmeister und Farnen.
Gut geplant ist ein Kiesbeet außerdem nicht komplett flach: Ein paar größere Feldsteine oder eine kleine Anhöhe aus dem Erdaushub bringen Struktur hinein und schaffen unterschiedliche Standorte, an denen sich niedrige Polsterstauden und etwas höhere Gräser abwechseln.
Trittplatten und Wege einplanen
Wer das Beet auch zum Pflegen betreten muss, plant von Anfang an ein paar große Trittplatten mit ein, statt später einzelne Steine provisorisch aufzulegen. Die Platten kommen vor dem Kies auf eine verdichtete Splittschicht und werden bündig mit der späteren Kieshöhe eingebaut, damit sie beim Begehen nicht wackeln.
So bleibt der Kies zwischen den Pflanzen unberührt, und es bilden sich keine ausgetretenen Rinnen, in denen sich Feuchtigkeit sammelt.
Pflege im ersten Jahr
Im ersten Jahr braucht ein Kiesbeet noch regelmäßiges Gießen, bis die Pflanzen eingewurzelt sind. Ab dem zweiten Jahr kommen die meisten trockenheitsverträglichen Arten ohne zusätzliche Bewässerung aus, außer in längeren Hitzeperioden.
Herabfallendes Laub sollte im Herbst abgesammelt werden, sonst bildet sich darauf mit der Zeit eine dünne Humusschicht, auf der wiederum unerwünschte Beikräuter keimen.
Typische Fehler
Der häufigste Fehler ist eine zu dünne Kiesschicht, durch die Licht bis auf das Vlies oder die Erde fällt. Der zweithäufigste ist ein Kiesbeet ganz ohne Pflanzen, das weder ökologisch noch – siehe Landesbauordnung – rechtlich als Grünfläche zählt. Ein dritter Fehler ist die falsche Kieskörnung: Sehr feiner Kies verdichtet sich mit der Zeit fast wie Split und wird schlecht durchlässig, während sehr grober Schotter den kleinen Polsterpflanzen kaum Halt an der Wurzel gibt.
Wer von Anfang an großzügig bepflanzt und die passende Körnung wählt, hat am Ende weniger Arbeit als mit einer kahlen Steinfläche, die ständig nachgepflegt werden muss.
Quellen
- Schottergarten im Baurecht – NABU
- Statt Schottergarten: NABU-Tipps zu pflegeleichten Gärten
- Steingarten – Wikipedia
Geschrieben von Clara, Redaktion spatenfreunde.de — sie schreibt hier über Garten, Pflanzen und die richtige Pflege.

