Kurzantwort: Die Zwiebeln der Kaiserkrone (Fritillaria imperialis) werden von August bis Oktober gepflanzt, damit sie vor dem Winter noch anwurzeln können. Wichtig ist eine Pflanztiefe von etwa 25 Zentimetern, die für die Standfestigkeit der bis zu 80 Zentimeter hohen Pflanze sorgt. Sie blüht dann zwischen März und Mai mit den charakteristischen, nach unten hängenden Glockenblüten unter einer Blätterkrone.
Die Kaiserkrone fällt im Frühlingsbeet sofort auf: ein kräftiger Stängel, orangerote oder gelbe Glockenblüten in einem Kranz und darüber ein Schopf aus grünen Blättern wie eine kleine Krone. Diese Form hat der Pflanze sowohl ihren deutschen als auch ihren botanischen Namen eingebracht, denn der Artname imperialis bedeutet kaiserlich.
Damit die auffällige Staude im Frühjahr zuverlässig blüht, kommt es vor allem auf den richtigen Pflanztermin im Vorjahr an – und auf einen Standort, der ihren speziellen Ansprüchen an Boden und Wasser gerecht wird.
Herkunft einer alten Gartenpflanze
Die Kaiserkrone stammt ursprünglich aus dem südöstlichen Türkei über den Iran und Afghanistan bis zum westlichen Himalaya, wo sie auf steinigen Hängen und in Gebüschzonen in Höhenlagen zwischen 1.250 und 3.000 Metern wächst. Als Gartenpflanze ist sie in Mitteleuropa bereits seit mindestens 1573 in Kultur und zählt damit zu den am längsten kultivierten Zierpflanzen europäischer Gärten. Botanische Gärten führen sie bis heute als Beispiel für eine traditionsreiche, aus dem Orient eingeführte Frühjahrsblüherin. Die Pflanze gehört zur Familie der Liliengewächse und zur Gattung Fritillaria, zu der auch die deutlich kleinere, heimische Schachbrettblume zählt – beide teilen die für die Gattung typischen, glockenförmig nickenden Blüten, unterscheiden sich aber erheblich in Wuchshöhe und Blütengröße.
Der richtige Pflanzzeitpunkt
Die Zwiebeln kommen zwischen August und Oktober in die Erde. Dieser frühe Herbsttermin gibt der Pflanze genug Zeit, vor dem ersten Frost Wurzeln zu bilden, mit denen sie im Frühjahr sofort in den Austrieb starten kann. Wer erst spät im Herbst oder gar im Frühjahr pflanzt, riskiert eine schwächere oder ganz ausbleibende Blüte im ersten Jahr, weil der Pflanze die Zeit zum Einwurzeln fehlt.
Warum die Pflanztiefe so wichtig ist
Anders als bei vielen anderen Blumenzwiebeln braucht die Kaiserkrone eine ungewöhnlich große Pflanztiefe von etwa 25 Zentimetern. Diese Tiefe ist nicht nur für die Wurzelentwicklung wichtig, sondern vor allem für die Standfestigkeit: Der bis zu 80 Zentimeter hohe Blütenstängel würde bei einer zu flachen Pflanzung leicht kippen oder bei Wind abknicken. Zusätzlich sollte die Zwiebel beim Einsetzen leicht schräg in die Erde gelegt werden, damit sich in der Mulde in der Zwiebelmitte kein Wasser sammelt und die Zwiebel darüber fault.
Standort und Boden
Die Kaiserkrone gedeiht am besten auf nährstoffreichen, durchlässigen bis lehmigen Böden an einem sonnigen bis halbschattigen Platz. Entscheidend ist vor allem eine gute Drainage: Staunässe verträgt die Zwiebel überhaupt nicht und reagiert darauf schnell mit Fäulnis. Auf schweren, zur Nässe neigenden Böden hilft es, das Pflanzloch mit einer Schicht Sand oder Kies am Boden zu versehen, damit überschüssiges Wasser abfließen kann, statt an der Zwiebel stehen zu bleiben.
Düngung zur richtigen Zeit
Frisch gedüngter Boden verträgt sich nicht mit der Kaiserkrone und begünstigt Fäulnis an der Zwiebel, weshalb beim Pflanzen selbst auf Dünger verzichtet werden sollte. Regelmäßige, moderate Düngergaben von Anfang April bis zur Blütezeit unterstützen dagegen Wachstum und Blühfreude einer bereits etablierten Pflanze. Nach der Blüte, sobald das Laub einzieht, wird die Düngung eingestellt, damit die Zwiebel in Ruhe für die nächste Saison einlagert.
Blütezeit und typischer Geruch
Je nach Sorte blüht die Kaiserkrone zwischen März und Mai mit Farben von leuchtendem Orange über Rot bis Gelb. Auffällig ist neben der Form auch ein charakteristischer, etwas moschusartiger Geruch der gesamten Pflanze, den manche Gärtner nutzen, um Wühlmäuse aus dem Beet fernzuhalten – ein Effekt, der in der Praxis unterschiedlich stark ausfällt, aber als zusätzlicher Vorteil neben der Blüte gilt.
Winterhärte und Pflege im Folgejahr
Die Kaiserkrone ist winterhart und benötigt in den meisten Lagen Deutschlands keinen besonderen Winterschutz. Nach der Blüte zieht das Laub ein, die Zwiebel verbleibt aber im Boden und muss nicht wie bei manchen anderen Blumenzwiebeln jährlich ausgegraben werden. Wichtig ist während der Ruhephase im Sommer weiterhin eine gute Drainage, damit die Zwiebel auch in niederschlagsreichen Sommermonaten nicht fault.
Kombination mit anderen Frühjahrsblühern
Wegen ihrer imposanten Wuchshöhe eignet sich die Kaiserkrone gut als Blickfang hinter niedrigeren Frühjahrsblühern wie Tulpen, Narzissen oder Traubenhyazinthen, die den unteren, später kahler werdenden Stängelbereich der Kaiserkrone optisch abdecken. So bleibt das Beet auch dann noch ansehnlich, wenn die Kaiserkrone selbst bereits verblüht ist und ihr Laub einzieht.
Vermehrung über Brutzwiebeln
Mit der Zeit bildet die Zwiebel der Kaiserkrone kleine Brutzwiebeln an ihrer Basis, aus denen sich neue Pflanzen entwickeln können. Diese Brutzwiebeln lassen sich nach dem Einziehen des Laubs im Sommer vorsichtig von der Mutterzwiebel abtrennen und an anderer Stelle im Garten wieder einpflanzen, wieder in der beschriebenen Tiefe von etwa 25 Zentimetern. Bis eine solche Brutzwiebel selbst zur Blüte kommt, vergehen allerdings meist mehrere Jahre, in denen sie zunächst nur Blätter, aber noch keinen Blütenstängel bildet. Der häufigste Fehler ist eine zu flache Pflanzung, die zu instabilen, leicht umknickenden Stängeln führt. Ebenso problematisch ist ein zu feuchter Standort ohne ausreichende Drainage, an dem die Zwiebel schon im ersten Winter fault, bevor sie überhaupt zur Blüte kommt. Wer unsicher ist, ob der eigene Boden durchlässig genug ist, kann vor dem Pflanzen eine einfache Probe machen: Ein Pflanzloch mit Wasser füllen und beobachten, wie schnell es versickert – bleibt das Wasser länger als eine Stunde stehen, ist der Boden ohne zusätzliche Drainage zu schwer für die Kaiserkrone.
Quellen
Geschrieben von Clara, Redaktion spatenfreunde.de — sie schreibt hier über Garten, Pflanzen und die richtige Pflege.

