Fangblätter einer Venusfliegenfalle

Fleischfressende Pflanzen: Pflege, Wasser und Winterruhe

Kurzantwort: Fleischfressende Pflanzen werden ausschließlich mit Regenwasser oder destilliertem Wasser gegossen, im Anstauverfahren von unten. Als Substrat dient ungedüngter Weißtorf, oft mit Quarzsand gemischt. Gedüngt wird nicht. Venusfliegenfalle und Schlauchpflanze brauchen von November bis Februar eine Winterruhe bei etwa fünf bis zehn Grad an einem hellen Platz.

Karnivoren stammen aus Mooren und nassen Sandböden, in denen fast keine Nährstoffe verfügbar sind. Genau deshalb fangen sie Insekten: Stickstoff holen sie sich über die Beute, nicht über die Wurzeln.

Wer sie wie eine Zimmerpflanze behandelt, also mit Leitungswasser gießt, in Blumenerde topft und düngt, bringt sie innerhalb weniger Monate um.

Hier stehen die vier Punkte, auf die es ankommt, dazu die Unterschiede zwischen den gängigen Gattungen.

Wasser: nur kalkfrei

Leitungswasser enthält Kalk und gelöste Salze. Im Substrat reichern sie sich an, heben den pH-Wert und zerstören die Wurzeln. Der Schaden zeigt sich erst nach Wochen, dann aber unumkehrbar.

Gegossen wird mit Regenwasser oder destilliertem Wasser. Eine Regentonne unter der Dachrinne reicht für mehrere Pflanzen über den Sommer. Wer keine hat, greift auf destilliertes Wasser aus dem Handel zurück.

Das Wasser sollte Zimmertemperatur haben. Kaltes Wasser direkt aus der Tonne bremst die Pflanzen im Sommer spürbar.

Das Anstauverfahren

Karnivoren werden nicht von oben gegossen, sondern von unten versorgt. Der Topf steht in einem tiefen Untersetzer, der etwa ein bis zwei Zentimeter hoch mit Wasser gefüllt wird.

Der Torf saugt sich voll und hält die Feuchtigkeit gleichmäßig. Sobald der Untersetzer leer ist, darf er ein bis zwei Tage trocken bleiben, bevor neu aufgefüllt wird. Diese kurze Pause verhindert Faulgase im Substrat.

Im Winter, während der Ruhephase, wird der Anstau eingestellt. Das Substrat bleibt dann nur leicht feucht.

Blüte und Schlauchblätter einer Sarracenia im Freiland
Schlauchpflanzen der Gattung Sarracenia stehen im Sommer am liebsten draußen. Foto: sgharvey@ymail.com, CC BY 4.0

Substrat: nährstofffrei

Blumenerde ist gedüngt und deshalb ungeeignet. Als Substrat dient ungedüngter Weißtorf, oft im Verhältnis drei zu eins mit gewaschenem Quarzsand oder Perlite gemischt, damit er locker bleibt.

Fertige Karnivorenerde aus dem Fachhandel hat dieselbe Zusammensetzung. Wer aus Gründen des Moorschutzes auf Torf verzichten möchte, findet Mischungen auf Basis von Kokosfaser und Sand; sie müssen vorher gründlich gewässert werden, weil Kokosfaser Salze enthält.

Umgetopft wird alle zwei bis drei Jahre im Frühjahr. Der alte Torf zersetzt sich mit der Zeit, verdichtet und lässt keine Luft mehr an die Wurzeln.

Licht und Standort

Fast alle gängigen Karnivoren wollen volle Sonne. Die Venusfliegenfalle färbt ihre Fallen nur bei starkem Licht rot; bleiben sie grün und lang gestreckt, ist es zu dunkel.

Im Sommer stehen Venusfliegenfalle, Schlauchpflanze und die meisten Sonnentau-Arten am besten im Freien, auf dem Balkon oder im Moorkübel. Draußen bekommen sie mehr Licht als hinter jeder Fensterscheibe und fangen ihre Beute selbst.

Tropische Kannenpflanzen der Gattung Nepenthes weichen ab. Sie kommen aus Bergregenwäldern, brauchen ganzjährig Wärme, hohe Luftfeuchte und helles, aber nicht pralles Licht.

Füttern und düngen

Dünger gehört nicht an die Wurzeln. Selbst geringe Mengen führen zum Absterben.

Füttern ist im Freiland überflüssig, die Pflanzen fangen genug. Im Zimmer kann alle paar Wochen eine getrocknete Fliege in eine Falle gelegt werden; sie sollte nicht größer als ein Drittel der Falle sein.

Fleisch, Wurst oder Käse sind ungeeignet. Das Fett verdirbt in der Falle, und das Blatt stirbt ab. Auch das Antippen der Fallen aus Neugier kostet die Pflanze Kraft: Jede Falle der Venusfliegenfalle schließt sich nur wenige Male, dann ist sie verbraucht.

Winterruhe

Venusfliegenfalle, Schlauchpflanze und die winterharten Sonnentau-Arten stammen aus Gebieten mit kalten Wintern und brauchen eine Ruhephase. Sie beginnt, wenn die neuen Fallen kleiner bleiben und sich nicht mehr färben, meist im Oktober oder November.

Das Winterquartier ist hell und kühl, ideal bei etwa fünf bis zehn Grad. Ein ungeheiztes Treppenhaus, ein Kellerfenster mit Licht oder ein kalter Wintergarten erfüllen das.

Im Moorbeet oder in einem ausreichend großen Moorkübel bleiben diese Arten ganzjährig draußen und überstehen auch Frost, solange der Wurzelballen nicht vollständig durchfriert.

Ohne Winterruhe treiben die Pflanzen im Warmen weiter, erschöpfen ihre Reserven und gehen im zweiten oder dritten Jahr ein.

Die gängigen Gattungen

Die Venusfliegenfalle (Dionaea muscipula) ist mit ihren Klappfallen die bekannteste Art. Sie ist bei richtigem Standort robust und über Jahre haltbar.

Schlauchpflanzen (Sarracenia) fangen mit aufrechten Röhren und werden im Freiland bis zu einem Meter hoch. Sonnentau (Drosera) arbeitet mit klebrigen Tentakeln und umfasst sowohl winterharte als auch tropische Arten.

Kannenpflanzen (Nepenthes) hängen ihre Kannen an Blattranken und sind die einzige Gruppe, die dauerhaft warm stehen muss. Fettkraut (Pinguicula) gilt als besonders unkompliziert und fängt Trauermücken an den Blättern.

Der Moorkübel als beste Lösung

Wer mehrere Karnivoren hält, fährt mit einem Moorkübel im Freien am besten. Ein Gefäß ohne Abzugsloch, ab etwa vierzig Zentimetern Durchmesser und dreißig Zentimetern Tiefe, wird mit dem Torf-Sand-Gemisch gefüllt und dauerhaft feucht gehalten.

Die größere Substratmenge puffert Temperatur und Feuchte deutlich besser als ein kleiner Topf auf der Fensterbank. Die Pflanzen bekommen volles Tageslicht, fangen ihre Beute selbst und durchlaufen die Winterruhe von allein.

Gefüllt wird ausschließlich mit Regenwasser. In langen Trockenperioden wird nachgegossen, im Winter bleibt der Kübel draußen stehen.

Häufige Fragen

Warum werden die Fallen schwarz?

Einzelne schwarze Blätter sind normal, sie sterben nach mehreren Fängen ab. Werden alle Fallen gleichzeitig schwarz, liegt meist Kalk im Gießwasser vor.

Kann ich mit abgekochtem Leitungswasser gießen?

Nein. Kochen entfernt Karbonathärte nur teilweise, die gelösten Salze bleiben.

Darf die Venusfliegenfalle im Zimmer stehen?

Möglich, aber schwierig. Sie braucht sehr viel Licht und eine kühle Winterruhe.

Wie oft muss ich füttern?

Im Freien gar nicht. Im Zimmer genügt alle paar Wochen ein kleines Insekt.

Quellen

Das passt dazu

Drei Artikel, die dieselbe Frage von einer anderen Seite angehen:

Geschrieben von Clara, Redaktion spatenfreunde.de — sie schreibt hier über Garten, Pflanzen und die richtige Pflege.

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