Edelweiß mit weißen, filzig behaarten Hochblättern

Edelweiß: die Blume der Alpen und ihr Schutzstatus

Kurzantwort: Das Alpen-Edelweiß heißt botanisch Leontopodium nivale und gehört zu den Korbblütlern. Was wie eine Blüte aussieht, sind fünf bis fünfzehn weiß glänzende, filzig behaarte Hochblätter; die eigentlichen Blüten sitzen als zwei bis zwölf Körbchen in der Mitte. Die Art wächst zwischen 1.800 und 3.000 Metern auf kalkhaltigen Böden und steht in Deutschland, Österreich und der Schweiz unter Schutz.

Kaum eine Pflanze trägt so viel Bedeutung wie das Edelweiß. Es steht auf Trachtenknöpfen, Vereinswappen und Bierdeckeln, und die meisten Menschen, die es kennen, haben es nie in freier Natur gesehen.

Botanisch ist der Fall unspektakulärer, als der Mythos vermuten lässt. Interessant wird es beim Blütenaufbau und bei der Frage, warum die Pflanze so dicht behaart ist.

Hier steht, was das Edelweiß botanisch ausmacht, wie es geschützt ist und unter welchen Bedingungen es im Garten wächst.

Was wie eine Blüte aussieht

Der weiße Stern ist kein Blütenblattkranz. Es sind fünf bis fünfzehn weiß glänzende Hochblätter, botanisch Brakteen, die strahlenförmig um das Zentrum stehen.

In der Mitte sitzen zwei bis zwölf gleichartige körbchenförmige Teilblütenstände. Jedes dieser Körbchen enthält 60 bis 80 Röhrenblüten in Weiß bis Gelblich.

Dieser Aufbau ist typisch für Korbblütler. Was der Betrachter für eine große Blüte hält, ist ein ganzer Blütenstand mit einer auffälligen Verpackung.

Die dichte, weißfilzige Behaarung hat eine Funktion. In der Höhe ist die UV-Strahlung stark, die Luft trocken und der Temperaturwechsel zwischen Tag und Nacht groß. Der Filz wirkt als Verdunstungsschutz und Strahlungsschild.

Der natürliche Standort liegt zwischen 1.800 und 3.000 Metern auf kalkhaltigem Boden. Foto: Michael Schmid, CC BY-SA 4.0

Herkunft und Verbreitung

Das Alpen-Edelweiß kommt in Spanien, Frankreich, Italien, der Schweiz, Deutschland, Österreich, Polen, der Slowakei, Slowenien und mehreren Balkanländern vor.

Es besiedelt Höhenlagen zwischen 1.800 und 3.000 Metern und bevorzugt alpine Rasen gegenüber steilen Felswänden. Der Boden ist typischerweise kalkhaltig, mager und gut durchlässig.

Die Gattung Leontopodium hat ihren Verbreitungsschwerpunkt in Asien. Das europäische Edelweiß ist damit ein Ableger einer weit größeren, überwiegend asiatischen Verwandtschaft.

Unterschieden werden zwei Unterarten: das Gewöhnliche Alpen-Edelweiß (subsp. alpinum) und das Weiße Alpen-Edelweiß (subsp. nivale).

Schutzstatus in Deutschland, Österreich und der Schweiz

In Deutschland gilt die Art als stark gefährdet. Sie ist in Anlage 1 der Bundesartenschutzverordnung als besonders geschützt geführt. Wildvorkommen dürfen weder gepflückt noch ausgegraben werden.

Österreich stellte das Edelweiß bereits 1886 unter Naturschutz. Den Anlass gab der Rückgang der Bestände durch Sammler und den beginnenden Alpentourismus.

In der Schweiz ist die Art in allen Kantonen geschützt, das Pflücken flächendeckend verboten.

Wer Edelweiß im Garten haben möchte, kauft deshalb Pflanzen oder Saatgut aus gärtnerischer Vermehrung. Das ist problemlos möglich und im Handel weit verbreitet.

Der Name und die Kulturgeschichte

Der Gattungsname Leontopodium kommt aus dem Griechischen: leon für Löwe und podion für Füßchen. Gemeint ist die pelzige Erscheinung des Blütenstands.

Das Artepitheton nivale geht auf lateinisch nivalis zurück und bedeutet schneeig.

Bekanntheit erlangte die Pflanze 1856, als Kaiser Franz Joseph I. seiner Gattin Elisabeth am Großglockner ein Edelweiß pflückte. Über die Verbindung zur Kaiserin wurde die Blume zum Zeichen der Alpinisten und später zum Emblem zahlreicher militärischer und politischer Organisationen.

Edelweiß im Garten: Standort und Substrat

Die Pflanze verlangt Bedingungen, die dem Hochgebirge nahekommen: volle Sonne, mageres Substrat und vor allem Durchlässigkeit.

Bewährt hat sich eine Mischung aus nährstoffarmer Erde mit einem hohen Anteil Sand oder feinem Splitt. Kalkhaltiges Material passt zum natürlichen Standort.

Staunässe ist der häufigste Grund für Ausfälle im Garten, und zwar besonders im Winter. Ein Steingarten, eine Trockenmauer, eine Kiesfuge oder ein Topf mit dicker Drainage sind die geeigneten Plätze.

Gedüngt wird nicht. Auf nährstoffreichem Boden wächst das Edelweiß mastig, die Behaarung wird schwächer und die Pflanze verliert ihr charakteristisches Aussehen.

Aussaat und Vermehrung

Edelweiß-Samen sind Lichtkeimer. Sie werden auf das Substrat gestreut, nur angedrückt und nicht mit Erde bedeckt.

Bei 15 bis 18 Grad dauert die Keimung etwa 15 bis 20 Tage. Das Substrat bleibt gleichmäßig feucht, ohne nass zu sein.

Eine Stratifikation von zwei bis drei Wochen in feuchtem Substrat im Kühlschrank verbessert die Keimrate. Ausgesät wird üblicherweise im zeitigen Frühjahr.

Ältere Horste lassen sich im Frühjahr teilen. Das verjüngt die Pflanze, die im Garten nach einigen Jahren von innen heraus verkahlt.

Pflege im Jahresverlauf

Gegossen wird sparsam und nur bei anhaltender Trockenheit. Die Pflanze kommt aus einem Lebensraum mit wenig Wasser und flachem Boden.

Verblühte Stängel werden nach der Blüte im Juli und August abgeschnitten, wenn keine Samen geerntet werden sollen.

Im Winter schadet weniger die Kälte als die Nässe. Eine Abdeckung mit Reisig oder eine Haube gegen Dauerregen hilft mehr als jeder Frostschutz. Im Topf wird das Gefäß schräg gestellt oder an einen überdachten Platz geräumt.

Verwechslungen und verwandte Arten

Im Handel taucht neben dem Alpen-Edelweiß häufig Leontopodium souliei aus dem Himalaya auf. Es blüht reichlicher und ist im Garten anspruchsloser, wirkt aber weniger filzig.

Am Naturstandort wird das Edelweiß gelegentlich mit dem Alpen-Ruhrkraut oder mit Katzenpfötchen verwechselt. Beide gehören ebenfalls zu den Korbblütlern, bilden aber keinen sternförmigen Kranz aus Hochblättern.

Der auffälligste Unterschied bleibt der Aufbau: Beim Edelweiß liegen mehrere Körbchen gemeinsam in der Mitte eines Sterns aus weißfilzigen Brakteen. Diese Kombination hat keine der ähnlichen Arten.

Beim Kauf lohnt der Blick auf den botanischen Namen. Wer Leontopodium nivale beziehungsweise Leontopodium alpinum im Etikett findet, bekommt die Art aus den Alpen.

Häufige Fragen

Darf ich Edelweiß in den Bergen pflücken?

Nein. Die Art ist in Deutschland besonders geschützt, in Österreich seit 1886 und in der Schweiz in allen Kantonen.

Wie hoch wächst Edelweiß?

Im Garten meist zwischen zehn und zwanzig Zentimetern, am Naturstandort oft niedriger.

Wann blüht Edelweiß?

Je nach Lage zwischen Juli und September.

Ist Edelweiß winterhart?

Ja, die Kälte ist kein Problem. Winternässe dagegen schon.

Warum ist mein Edelweiß nicht mehr weiß behaart?

Zu viel Nährstoff oder zu wenig Sonne. Beides schwächt die Behaarung.

Quellen

Das passt dazu

Drei Artikel, die dieselbe Frage von einer anderen Seite angehen:

Geschrieben von Clara, Redaktion spatenfreunde.de — sie schreibt hier über Garten, Pflanzen und die richtige Pflege.


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