Kurzantwort: Der Begriff meint zwei verschiedene Arbeiten. Am stehenden Baum bezeichnet er das Aufasten: Die untersten Äste werden am Astring entfernt, um den Kronenansatz anzuheben. Beim gefällten Baum meint er das Zerteilen des Stamms — quer zu Scheitholz oder längs zu Bohlen und Brettern. Für beides gelten unterschiedliche Regeln.
Wer nach dem Aufschneiden eines Baums sucht, sucht meistens eines von zwei Dingen. Entweder soll unter der Krone Platz entstehen, damit man darunter durchgehen kann. Oder ein Stamm liegt bereits am Boden und muss weiterverarbeitet werden.
Beide Arbeiten haben ihre eigenen Regeln, und beide gehen schief, wenn man sie ohne Vorbereitung angeht.
Dieser Text nimmt zuerst das Aufasten und behandelt danach den liegenden Stamm.
Aufasten: Zweck und Maß
Beim Aufasten werden die untersten Äste eines Baums entfernt. Der Kronenansatz wandert dadurch nach oben, und darunter entsteht Durchgangs- oder Durchfahrtshöhe.
Typische Gründe sind Wege, Einfahrten, Sichtachsen und die Belichtung der Fläche unter dem Baum. In der Forstwirtschaft dient dieselbe Maßnahme der Erzeugung astfreien Stammholzes.
Das Maß ist entscheidend. Als Richtwert soll die Krone nach dem Aufasten noch mindestens die Hälfte, besser zwei Drittel der Baumhöhe einnehmen. Ein Baum mit hohem, kahlem Stamm und kleiner Krone am Kopf ist statisch ungünstig und im Wind belastet.
Aufgeastet wird schrittweise über mehrere Jahre, nicht in einem Durchgang. Ein Baum, dem auf einmal ein Drittel der Krone von unten genommen wird, reagiert mit Wasserschossen entlang des Stamms.
Aufasten Schritt für Schritt
Am besten wird aufgeastet, solange die Äste noch dünn sind. Ein Ast von drei Zentimetern hinterlässt eine Wunde, die in wenigen Jahren zuwächst; ein Ast von fünfzehn Zentimetern bleibt jahrzehntelang eine Schwachstelle.
Der Schnitt sitzt direkt außerhalb des Astrings, also außerhalb der Verdickung am Ansatz. Diese Zone bleibt unverletzt stehen, weil der Baum von dort aus die Wunde überwallt.
Schwere Äste kommen in drei Schritten herunter. Zuerst ein Entlastungsschnitt von unten, etwa zwanzig bis dreißig Zentimeter vom Stamm entfernt. Dann ein Trennschnitt von oben, einige Zentimeter weiter außen. Der Ast bricht ab, und der Riss stoppt am ersten Schnitt. Zuletzt wird der verbliebene Stummel sauber am Astring abgenommen.
Der Zeitpunkt richtet sich nach der Baumart. Laubbäume vertragen den Eingriff im Winterhalbjahr, Birke, Ahorn, Walnuss und Hainbuche besser im Juli und August, weil sie im Frühjahr stark bluten.
Den gefällten Stamm zu Brennholz zerteilen
Ein liegender Stamm steht unter Spannung. Wo er auf Böcken oder auf dem Boden aufliegt, wird das Holz auf der Ober- oder Unterseite gestaucht und auf der Gegenseite gezogen. Sägt man von der falschen Seite, klemmt das Schwert fest.
Die Regel: zuerst von der Druckseite etwa ein Drittel einsägen, dann von der Zugseite fertig trennen. Bei einem beidseitig aufliegenden Stamm liegt der Druck oben, bei einem einseitig aufliegenden unten.
Die Scheitlänge richtet sich nach dem Ofen, üblich sind 25 oder 33 Zentimeter. Gespalten wird möglichst frisch, weil nasses Holz leichter aufgeht.
Anschließend wird gestapelt: luftig, mit Abstand zur Wand, überdacht, aber an den Seiten offen. Scheitholz braucht je nach Holzart ein bis zwei Jahre.
Der Feuchtigkeitsgehalt ist keine Geschmacksfrage. Die Erste Verordnung zur Durchführung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes lässt für naturbelassenes stückiges Holz in Kleinfeuerungsanlagen höchstens 25 Prozent Feuchte zu. Ein einfaches Holzfeuchtemessgerät klärt das an der frischen Spaltfläche.
Stammholz längs auftrennen
Wer aus einem Stamm Bohlen oder Bretter gewinnen will, braucht andere Technik. Für gelegentliche Arbeiten gibt es Sägeschienen, die auf die Motorsäge aufgesetzt werden und einen parallelen Längsschnitt führen.
Sauberer und schneller arbeitet ein mobiles Blockbandsägewerk. Viele Betriebe kommen mit dem Gerät auf das Grundstück und trennen den Stamm vor Ort auf.
Der Einschnitt bestimmt das spätere Verhalten des Holzes. Ein einfacher Parallelschnitt liefert überwiegend Bretter mit liegenden Jahrringen, die sich beim Trocknen stärker schüsseln als Riftware aus dem Kern.
Für die Lufttrocknung gilt als Faustregel etwa ein Jahr je Zentimeter Brettstärke. Gestapelt wird mit Stapelleisten in gleichmäßigem Abstand, beschwert und überdacht. Die Stirnseiten werden versiegelt, damit sie nicht schneller trocknen als die Fläche und aufreißen.
Sicherheit bei der Motorsäge
Zur Ausrüstung gehören Schnittschutzhose, Sicherheitsschuhe mit Schnittschutz, Handschuhe und ein Helm mit Gesichts- und Gehörschutz. Diese Teile sind nicht optional.
Der häufigste schwere Unfall entsteht durch Rückschlag: Berührt der obere Bereich der Schwertspitze das Holz, schlägt die Säge nach oben zum Bediener. Deshalb wird nie mit der Spitze angesetzt und nie über Schulterhöhe gearbeitet.
Gesägt wird mit sicherem Stand, beiden Händen am Gerät und freiem Rückweg. Der Stamm liegt auf Böcken, nicht auf dem Fuß.
Wer im Wald Brennholz selbst wirbt, muss bei den meisten Forstverwaltungen einen Motorsägenkurs nachweisen. Auch für den eigenen Garten ist ein solcher Kurs die günstigste Versicherung, die es gibt.
Werkzeug für beide Arbeiten
Fürs Aufasten reicht am jungen Baum eine Bypass-Astschere; ab etwa vier Zentimetern Aststärke übernimmt eine Handsäge mit Zugschnitt. Für Äste über Kopfhöhe ist eine Teleskop-Astsäge der sichere Weg, weil man am Boden stehen bleibt.
Am liegenden Stamm arbeitet die Motorsäge. Die Schwertlänge richtet sich nach dem Stammdurchmesser: Sie sollte ihn deutlich überschreiten, damit nicht von beiden Seiten angesetzt werden muss.
Eine scharfe Kette ist auch eine Sicherheitsfrage. Eine stumpfe Kette zwingt zum Drücken, und ein gedrückt geführtes Gerät reagiert schlechter auf Verkanten.
Sägeböcke halten den Stamm in Arbeitshöhe und verhindern, dass die Kette in den Boden läuft. Ein Bodenkontakt macht die Kette in Sekunden stumpf.
Häufige Fragen
Was heißt Aufasten genau?
Das Entfernen der untersten Äste, um den Kronenansatz anzuheben.
Wie weit darf ich aufasten?
Die Krone soll danach noch mindestens die Hälfte, besser zwei Drittel der Baumhöhe einnehmen.
Warum klemmt die Säge im Stamm?
Weil von der Zugseite statt von der Druckseite angesetzt wurde. Erst ein Drittel von der Druckseite einsägen.
Wie lange muss Brennholz trocknen?
Ein bis zwei Jahre, bis der Feuchtigkeitsgehalt unter 25 Prozent liegt.
Kann ich Bretter mit der Motorsäge schneiden?
Mit einer Sägeschiene ja. Für größere Mengen ist ein mobiles Blockbandsägewerk die bessere Wahl.
Quellen
- Erste Verordnung zur Durchführung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes – gesetze-im-internet.de
- Baumschnitt – Wikipedia
- Forschungsgesellschaft Landschaftsentwicklung Landschaftsbau (FLL)
Das passt dazu
Drei Artikel, die dieselbe Frage von einer anderen Seite angehen:
- Baum schneiden: der richtige Zeitraum im Jahresverlauf
- Baum schneiden: Welches Werkzeug du wirklich brauchst
- Baum schneiden: wann erlaubt und wann verboten ist
Geschrieben von Clara, Redaktion spatenfreunde.de — sie schreibt hier über Garten, Pflanzen und die richtige Pflege.

