Kurz gesagt: Der Gartenkalender folgt der Vegetation, nicht dem Datum. Die wichtigsten Fixpunkte sind der Rückschnitt vor dem 1. März — danach gilt bis zum 30. September das gesetzliche Schnittverbot für Hecken und Gehölze —, die Eisheiligen Mitte Mai für frostempfindliche Pflanzen und die Herbstpflanzung ab September.
Januar und Februar
Die ruhigste Zeit. Jetzt werden Geräte gewartet, Messer geschärft und der Anbauplan gemacht. Saatgut lässt sich sichten und bestellen, bevor die beliebten Sorten vergriffen sind.
Draußen steht der Obstbaumschnitt an — bei frostfreiem Wetter über minus fünf Grad. Kernobst wie Apfel und Birne verträgt den Winterschnitt gut.
Bei Frost sollte der Rasen nicht betreten werden. Vogelfütterung und Wasserstellen sind jetzt sinnvoll, ebenso das Kontrollieren eingelagerter Knollen auf Fäulnis.
März
Der Monat mit der wichtigsten Frist: Bis zum 28. Februar dürfen Hecken und Gehölze kräftig zurückgeschnitten werden. Ab dem 1. März ist das nach dem Bundesnaturschutzgesetz verboten — erlaubt bleiben nur schonende Form- und Pflegeschnitte.
Sonst beginnt die Arbeit: Beete lockern, Kompost ausbringen, Stauden teilen, erste Aussaaten im Haus vorziehen. Der Rasen bekommt seinen ersten Schnitt, sobald er wächst.
Frühbeete und Folientunnel verlängern die Saison um Wochen.
April
Jetzt wird gepflanzt und gesät, was Kälte verträgt: Radieschen, Spinat, Möhren, Erbsen, Salat. Zwiebeln und Kartoffeln kommen in den Boden.
Der Rasen wird gedüngt, bei Bedarf vertikutiert und nachgesät. Rosen werden zurückgeschnitten, wenn die Forsythie blüht — ein zuverlässigerer Zeiger als das Datum.
Vorsicht bei Spätfrösten: Empfindliche Pflanzen brauchen nachts noch Schutz.
Mai
Nach den Eisheiligen um den 15. Mai dürfen frostempfindliche Pflanzen ins Freie — Tomaten, Gurken, Zucchini, Basilikum, Dahlien.
Der Mai ist der arbeitsreichste Monat: pflanzen, jäten, mulchen, ausgeizen, gießen. Wer jetzt mulcht, spart den ganzen Sommer über Wasser und Unkrautarbeit.
Zugleich brüten Vögel. Hecken bleiben unangetastet, und beim Mähen sollte man auf Igel und Bodenbrüter achten.
Juni und Juli
Ernten und Erhalten. Erdbeeren, Johannisbeeren, Kirschen, erste Zucchini und Salate kommen vom Beet.
Gegossen wird morgens, selten und durchdringend statt täglich wenig. Das treibt die Wurzeln in die Tiefe.
Verblühtes wird ausgeputzt, Stauden werden gestützt, Obstbäume ausgedünnt. Der Sommerschnitt an Obstgehölzen bremst zu starkes Wachstum.
August
Haupterntemonat und zugleich Beginn der Herbstarbeit. Ab Mitte August ist die beste Zeit für Rasenneuanlage und Nachsaat.
Zweijährige wie Stiefmütterchen und Vergissmeinnicht werden jetzt ausgesät, ebenso Feldsalat und Spinat für den Winter.
Erdbeerbeete werden angelegt, Ableger gesetzt.
September
Der beste Pflanzmonat des Jahres. Der Boden ist warm, es fällt wieder mehr Regen, und Gehölze wurzeln bis zum Frost gut ein.
Blumenzwiebeln für das Frühjahr kommen in die Erde — Narzissen und Krokusse früh, Tulpen bis in den November.
Ab dem 1. Oktober ist der starke Gehölzschnitt wieder erlaubt.
Oktober und November
Laub wird von Rasen und Wegen geräumt, darf aber in Beeten liegen bleiben — es schützt den Boden und ernährt das Bodenleben.
Empfindliche Kübelpflanzen kommen ins Winterquartier, Wasserleitungen werden entleert, Teiche mit Netzen abgedeckt.
Ein Laubhaufen in einer ruhigen Ecke ist Winterquartier für Igel und Insekten — die einfachste und wirksamste Naturschutzmaßnahme im Garten.
Dezember
Frostschutz prüfen, Vogelfütterung fortsetzen, Werkzeuge reinigen und ölen. Wer Schnittblumen für den Advent will, schneidet Zweige von Forsythie oder Kirsche und stellt sie ins Wasser.
Die gesetzlichen Fristen
- 1. März bis 30. September: Verbot des starken Rückschnitts von Hecken und Gehölzen
- Ruhezeiten: Motorgeräte sind an Sonn- und Feiertagen ganztägig unzulässig, werktags gelten je nach Gerät und Kommune eingeschränkte Zeiten
- Verbrennen von Gartenabfällen ist in den meisten Kommunen verboten
- Grenzabstände für Bäume und Hecken regeln die Nachbarrechtsgesetze der Länder
Was man sich sparen kann
Vieles, was als Pflicht gilt, ist keine. Laub muss nicht überall weg, Beete müssen nicht umgegraben werden, Stauden müssen nicht im Herbst zurückgeschnitten werden — abgestorbene Stängel sind Winterquartier für Insekten.
Ein Garten, in dem eine Ecke stehen bleibt, macht weniger Arbeit und beherbergt mehr Leben. Der Rückschnitt kann im Februar nachgeholt werden.
Wie viel Zeit ein Garten kostet
Als grober Anhaltspunkt gilt: Ein pflegeleichter Garten von 300 Quadratmetern braucht über das Jahr etwa 60 bis 100 Stunden, ein intensiv genutzter mit Gemüsebeeten das Doppelte bis Dreifache.
Die Verteilung ist ungleich. Mai bis Juli fressen den größten Teil, Dezember bis Februar fast nichts. Wer im Frühjahr Urlaub plant, sollte das wissen.
Der wirksamste Hebel für weniger Arbeit ist die Gestaltung: große zusammenhängende Flächen statt vieler kleiner Beete, Mulch statt offener Erde, robuste Stauden statt einjähriger Bepflanzung.
Werkzeug, das sich lohnt
Man braucht wenig, aber das sollte gut sein. Eine stabile Grabegabel, eine scharfe Handschere, eine Astschere, ein Rechen, eine Hacke und eine Gießkanne decken den größten Teil ab.
Bei Scheren macht Qualität den Unterschied: Ein gutes Modell lässt sich nachschärfen und Ersatzteile nachkaufen, ein billiges wird nach einer Saison entsorgt.
Werkzeug wird nach Gebrauch gereinigt und trocken gelagert. Ein Eimer mit Sand und etwas Öl, in den man Spaten und Hacke steckt, hält sie blank.
Häufige Fragen
Wann darf man Hecken schneiden?
Stark zurückschneiden nur vom 1. Oktober bis 28. Februar.
Wann ist die beste Pflanzzeit?
September und Oktober.
Wann dürfen Tomaten raus?
Nach den Eisheiligen Mitte Mai.
Wann sät man Rasen nach?
Ab Mitte August bis Ende September.
Muss Laub aus den Beeten?
Nein, dort ist es nützlich.
Darf man Gartenabfälle verbrennen?
In den meisten Kommunen nicht.
Wann schneidet man Rosen?
Wenn die Forsythie blüht.
Wann werden Obstbäume geschnitten?
Kernobst im Winter bei frostfreiem Wetter.
Wie viel Zeit braucht ein Garten?
Etwa 60 bis 100 Stunden im Jahr bei 300 Quadratmetern.
Welches Werkzeug braucht man?
Grabegabel, Handschere, Astschere, Rechen, Hacke, Gießkanne.
Quellen
Das passt dazu
Drei Artikel, die dieselbe Frage von einer anderen Seite angehen:
- Baum schneiden: der richtige Zeitraum im Jahresverlauf
- Heckenschnitt bis wann? Die Fristen im Jahresverlauf
- Rasenpflege im Jahresverlauf: So bleibt Ihr Grün gesund
Geschrieben von Bella, Redaktion spatenfreunde.de — sie schreibt hier über Garten, Pflanzen und die richtige Pflege.
