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Stand: September 2026 · Lesezeit: 5 Minuten
In Deutschland wachsen vor allem zwei Bärenklau-Pflanzen: der heimische Wiesen-Bärenklau und der eingeschleppte Riesen-Bärenklau. Beide sind Doldenblütler und enthalten Stoffe, die die Haut im Sonnenlicht reizen. Der Riesen-Bärenklau ist deutlich gefährlicher. Er wird über drei Meter hoch, hat Dolden bis 50 Zentimeter Durchmesser und einen rot gefleckten Stängel. Der Wiesen-Bärenklau bleibt meist unter 1,5 Metern.
Das Wichtigste in Kürze
- Riesen-Bärenklau: über 3 Meter hoch, Dolden bis 50 Zentimeter, Stängel purpurn gefleckt.
- Wiesen-Bärenklau: 30 Zentimeter bis 1,5 Meter hoch, Dolden bis etwa 20 Zentimeter.
- Beide enthalten Furocumarine, die mit Sonnenlicht Hautschäden auslösen können.
- Riesen-Bärenklau nur mit Schutzkleidung entfernen, Wurzel 15 bis 20 Zentimeter tief abstechen.
Welche Bärenklau-Pflanzen gibt es in Deutschland?
Die Gattung Bärenklau heißt botanisch Heracleum. Sie gehört zu den Doldenblütlern, wie Möhre, Dill und Giersch. Im Garten und am Wegrand begegnen vor allem zwei Arten:
- Wiesen-Bärenklau (Heracleum sphondylium): heimisch, häufig auf nährstoffreichen Wiesen, an Ufern und in Auwäldern.
- Riesen-Bärenklau (Heracleum mantegazzianum): stammt aus dem Kaukasus, auch Herkulesstaude genannt. Er kam um 1895 als Zierpflanze nach Europa und breitet sich seitdem stark aus.
Der Riesen-Bärenklau steht auf der EU-Liste invasiver Arten. Anbau, Handel und Weitergabe sind deshalb verboten.
Wiesen- und Riesen-Bärenklau im direkten Vergleich
Die Unterscheidung gelingt an wenigen Merkmalen. Am sichersten sind Höhe, Doldengröße und Stängel.
| Merkmal | Wiesen-Bärenklau | Riesen-Bärenklau |
|---|---|---|
| Höhe | 30 cm bis 1,5 m | 2 bis über 3 m |
| Dolde | bis etwa 20 cm, 15 bis 20 Strahlen | bis 50 cm, sehr viele Strahlen |
| Stängel | kantig, gefurcht, behaart, grün | dick, hohl, meist purpurn gefleckt |
| Blätter | gefiedert, untere bis 60 cm lang | stark gefiedert, 1 bis 3 m lang |
| Blütezeit | Juni bis September | Juni bis Juli |
| Herkunft | heimisch | Kaukasus, invasiv |
Kurzantwort: Riesen-Bärenklau überragt meist einen Erwachsenen, trägt tellergroße Dolden und hat rot gefleckte Stängel. Wiesen-Bärenklau bleibt hüfthoch bis brusthoch und hat einen grünen, gefurchten Stängel.
Junge Pflanzen sind schwerer zu unterscheiden. Hier helfen die Blätter. Beim Riesen-Bärenklau sind sie schon früh sehr groß und tief eingeschnitten. Wer unsicher ist, nutzt eine App zum Pflanzen bestimmen per Foto. Ein zweiter Blick in ein Bestimmungsbuch schadet nicht.
Warum der Riesen-Bärenklau gefährlich ist
Alle Teile des Riesen-Bärenklaus enthalten Furocumarine. Diese Stoffe machen die Haut lichtempfindlich. Gelangt Pflanzensaft auf die Haut und scheint danach die Sonne, entstehen Rötungen und Blasen. Sie ähneln Verbrennungen. Laut Landesregierung Schleswig-Holstein zeigen sich die Beschwerden erst nach einigen Stunden. Sie können sich bis zu drei Tage lang verstärken. Narben und dunkle Flecken bleiben mitunter lange sichtbar.
An sehr heißen Tagen können die Stoffe zudem verdunsten. Sie reizen dann Atemwege und Augen. Kinder sind besonders gefährdet. Die hohlen Stängel reizen zum Spielen, etwa als Blasrohr. Eltern sollten die Pflanze deshalb im Garten nicht dulden.
Was tun nach Hautkontakt?
Nach Kontakt mit dem Pflanzensaft zählt Zeit. Folgende Schritte empfehlen Behörden:
- Die Haut sofort vor Sonnenlicht schützen, etwa mit Kleidung.
- Die Stelle gründlich mit Wasser und Seife waschen.
- Die Haut mehrere Tage lang abgedeckt halten.
- Bei Blasen, großen Flächen oder Augenkontakt ärztliche Hilfe suchen.
Dieser Abschnitt ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei starken Beschwerden ist eine Arztpraxis oder der Giftnotruf die richtige Adresse.
Ist Wiesen-Bärenklau auch giftig?
Der Wiesen-Bärenklau enthält ebenfalls Furocumarine, allerdings in geringerer Menge. Bei empfindlicher Haut kann er eine sogenannte Wiesendermatitis auslösen. Die Haut rötet sich dann nach Kontakt und Sonne. Beim Mähen und Jäten helfen Handschuhe und lange Ärmel. Junge Blätter und Triebe gelten zugleich als essbares Wildgemüse. Das setzt eine sichere Bestimmung voraus. Verwechslungen mit giftigen Doldenblütlern wie dem Schierling sind möglich. Wer nicht sicher ist, lässt die Finger davon. Ähnliche Vorsicht gilt bei der Garten-Wolfsmilch, deren Milchsaft ebenfalls die Haut reizt.
Kurzantwort: Wiesen-Bärenklau ist deutlich harmloser, kann empfindliche Haut im Sonnenlicht aber ebenfalls reizen. Handschuhe beim Jäten sind sinnvoll.
Riesen-Bärenklau im Garten entfernen
Eine einzige Pflanze bildet viele tausend Samen. Laut Wikipedia kann ein Blütenstand bis zu 15.000 Früchte mit je zwei Samen tragen. Die Samen bleiben mehrere Jahre im Boden keimfähig. Wind und Wasser tragen sie weiter. Frühes Handeln verhindert deshalb große Bestände. So gelingt die Entfernung:
- Schutzkleidung: Handschuhe, lange Kleidung, Stiefel und Gesichtsschutz tragen. Kein Stück Haut darf frei bleiben.
- Richtiger Zeitpunkt: im April oder Mai, vor der Blüte. Am besten bei bedecktem Himmel oder in der Dämmerung arbeiten.
- Wurzel abstechen: Die Rübe 15 bis 20 Zentimeter unter der Oberfläche mit dem Spaten abstechen. Dann treibt die Pflanze kaum neu aus.
- Blütenstände kappen: Bei großen Pflanzen die Dolden vor der Samenreife abschneiden. Samen reifen sonst nach.
- Entsorgung: Samenstände und Wurzeln in den Restmüll geben oder verbrennen lassen. Nie auf den Kompost.
Mähen allein hilft kaum. Die Pflanze treibt danach wieder aus. Die Fläche braucht über mehrere Jahre Kontrolle. Große Bestände auf öffentlichen Flächen meldet man der Gemeinde. Mehr zu lästigen Gästen im Beet steht im Beitrag über Schädlinge im Garten.
Fazit
Zwei Bärenklau-Pflanzen sind in Deutschland verbreitet. Der heimische Wiesen-Bärenklau bleibt klein und ist vergleichsweise harmlos. Der Riesen-Bärenklau erkennt man an Riesenwuchs, tellergroßen Dolden und rot gefleckten Stängeln. Sein Saft verursacht im Sonnenlicht schwere Hautschäden. Entfernen sollte man ihn nur mit voller Schutzkleidung und vor der Samenreife.
FAQ – Häufige Fragen
Wie erkennt man Riesen-Bärenklau?
An der Höhe von über drei Metern, Dolden bis 50 Zentimeter und purpurn gefleckten Stängeln.
Wie hoch wird Wiesen-Bärenklau?
Zwischen 30 Zentimetern und 1,5 Metern.
Wo wächst Wiesen-Bärenklau?
Auf feuchten, nährstoffreichen Wiesen, an Ufern und in Auwäldern.
Wann blüht Bärenklau?
Wiesen-Bärenklau von Juni bis September, Riesen-Bärenklau vor allem im Juni und Juli.
Darf man Riesen-Bärenklau anpflanzen?
Nein. Er steht auf der EU-Liste invasiver Arten.
Wie tief muss man die Wurzel abstechen?
15 bis 20 Zentimeter unter der Erdoberfläche.
Gehört Bärenklau auf den Kompost?
Nein. Samen und Wurzeln gehören in den Restmüll.
Was hilft nach Hautkontakt?
Sonne meiden, die Stelle mit Wasser und Seife waschen und bei Blasen zum Arzt gehen.
Wie viele Samen bildet eine Pflanze?
Viele tausend. Sie bleiben mehrere Jahre im Boden keimfähig.
Ist Wiesen-Bärenklau essbar?
Junge Blätter und Triebe gelten als Wildgemüse. Nur bei sicherer Bestimmung sammeln.
Quellen

Ansgar gärtnert seit dreißig Jahren am selben Schrebergarten und schreibt über Gemüse, Obstbäume und den richtigen Schnitt.






