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Kurzantwort: Die Paradiesvogelblume braucht im Sommer einen möglichst sonnigen Platz im Freien und wird erst im Herbst, bevor es frostig wird, wieder ins Haus geholt. Zum Überwintern reicht ein heller Standort bei 12 bis 15 Grad, wärmer geht ebenfalls, kälter dagegen nicht. Während der Wachstums- und Blütezeit wird wöchentlich gedüngt, nach der Blüte folgt eine Ruhephase mit deutlich weniger Wasser. Bis eine aus Samen gezogene Strelitzie zum ersten Mal blüht, vergehen allerdings sechs bis sieben Jahre.
Die Strelitzie, auch Paradiesvogelblume genannt, stammt ursprünglich aus der Kapprovinz im südlichen Afrika. Ihren botanischen Namen Strelitzia reginae erhielt sie 1773 vom Botaniker Joseph Banks zu Ehren der britischen Königin Sophie Charlotte von Mecklenburg-Strelitz. Im Botanischen Garten Karlsruhe wird die Art bereits seit 1825 kultiviert, ein Hinweis darauf, wie robust und langlebig die Pflanze bei richtiger Pflege sein kann.
Wer eine Strelitzie kauft, investiert in eine Pflanze fürs Wohnzimmer, die über Jahrzehnte immer größer wird, statt nach wenigen Jahren zu verblühen. Genau das macht sie zu einer der dankbarsten, aber auch geduldig zu pflegenden Kübelpflanzen überhaupt.
Herkunft und botanische Einordnung
Strelitzia reginae ist eine großwüchsige, mehrjährige Staude und erreicht als Kübelpflanze meist rund zwei Meter Höhe, während andere Arten der Gattung in ihrer Heimat bis zu zehn Meter hoch werden können. Die länglichen Blätter zeigen einen leicht bläulichen Schimmer und erinnern entfernt an die einer Banane, mit der die Strelitzie botanisch tatsächlich verwandt ist. Die namensgebenden Blüten wachsen einzeln auf eigenen Stängeln und fallen durch ihre kräftige Farbkombination aus Orange und Blau auf. Der Name Paradiesvogelblume greift genau dieses Bild auf: Aus der Ferne betrachtet erinnert die Blüte tatsächlich an den bunten Kopf eines exotischen Vogels, der gerade zum Flug ansetzt.
Standort im Sommer: viel Sonne im Freien

Als Kübelpflanze verbringt die Strelitzie den Sommer am besten an einem sonnigen Platz im Freien, etwa auf der Terrasse oder dem Balkon. Volle Sonne verträgt sie gut, solange sie sich langsam daran gewöhnen konnte und nicht direkt aus einem dunklen Winterquartier in die pralle Mittagssonne wechselt. Ein schrittweiser Übergang über ein bis zwei Wochen, zunächst im Halbschatten und erst danach an den endgültigen Platz, beugt Verbrennungen an den Blättern vor. Regen macht der Strelitzie im Sommer wenig aus, solange der Kübel nicht dauerhaft im Wasser steht. Ein Untersetzer, der nach starkem Regen geleert wird, verhindert, dass sich Feuchtigkeit am Topfboden staut.
Überwintern: hell und kühl statt warm und dunkel
Vor dem ersten Frost zieht die Strelitzie wieder ins Haus. Zum Überwintern eignet sich ein heller Standort bei Temperaturen zwischen 12 und 15 Grad am besten, ein wärmerer Platz mit etwa 20 Grad funktioniert aber ebenfalls, solange genügend Licht vorhanden ist. Ein dunkler Keller ist dagegen ungeeignet: Ohne ausreichend Licht wirft die Pflanze Blätter ab und schwächt sich unnötig, auch wenn die Temperatur an sich passen würde.
Gießen und Düngen im Jahresrhythmus
Während der Wachstums- und Blütezeit im Sommer wird die Strelitzie wöchentlich gedüngt und regelmäßig gegossen, ohne dass Wasser im Übertopf stehen bleibt. Nach der Blüte folgt eine Ruhephase, in der deutlich weniger gegossen und die Düngung ganz eingestellt wird. Diese Pause ist kein Zeichen einer kränkelnden Pflanze, sondern ein natürlicher Rhythmus, der die nächste Blüte erst vorbereitet.
Warum die erste Blüte Jahre auf sich warten lässt
Wird eine Strelitzie aus Samen gezogen, dauert es sechs bis sieben Jahre, bis sie zum ersten Mal blüht, dazu kommt eine Keimung, die selbst schon Wochen bis Monate in Anspruch nehmen kann. Wer schneller Blüten sehen möchte, vermehrt eine vorhandene Pflanze stattdessen durch Teilung des Wurzelstocks beim Umtopfen. Die Teilstücke wachsen deutlich zügiger zu blühfähigen Pflanzen heran als ein neu ausgesätes Korn.
Wann und wie umtopfen
Junge Strelitzien topft man etwa alle zwei Jahre in einen wenig größeren Kübel um, am besten im zeitigen Frühjahr vor dem Beginn der Wachstumsphase. Ältere, große Exemplare wachsen langsamer und kommen mit einem Wechsel alle drei bis vier Jahre aus, oft reicht dann auch nur ein Austausch der oberen Erdschicht, ohne die Pflanze komplett aus dem Topf zu heben. Nährstoffreiches, durchlässiges Substrat mit einem Anteil Lehm kommt der Strelitzie dabei entgegen, weil es Wasser speichert, ohne dauerhaft nass zu bleiben.
Platzbedarf beim Überwintern nicht unterschätzen
Mit den Jahren wird eine Strelitzie durch ihre ausladenden Blätter und den dicken Wurzelstock zunehmend sperrig. Wer sie im Kübel hält, sollte beim Winterquartier von Anfang an genug Platz einplanen, denn ein zu enger Raum zwingt entweder zu häufigem Umtopfen oder zu einem Rückschnitt der Blätter, der die Pflanze schwächt. Ein heller Wintergarten oder ein unbeheiztes, aber frostfreies Treppenhaus eignen sich oft besser als ein kleiner Kellerraum.
Als Schnittblume ebenso beliebt
Wegen ihrer langen Haltbarkeit in der Vase gehört die Strelitzienblüte zu den bekanntesten exotischen Schnittblumen überhaupt. Wer eine blühende Pflanze im Kübel besitzt, muss die Blüte also nicht zwingend an der Pflanze belassen: Vorsichtig geschnitten, hält sie in der Vase über Wochen und bringt einen Hauch des südafrikanischen Kaps ins Wohnzimmer, während die Pflanze selbst bereits die nächste Blüte vorbereitet.
Häufige Pflegefehler vermeiden
Die meisten Rückschläge bei der Strelitzie entstehen im Winter, nicht im Sommer. Ein zu dunkles oder zu warmes Winterquartier ohne ausreichend Licht führt dazu, dass die Pflanze Blätter abwirft und im folgenden Jahr schwächer oder gar nicht blüht. Ebenso häufig ist zu reichliches Gießen während der winterlichen Ruhephase, obwohl die Pflanze in dieser Zeit kaum Wasser verbraucht. Wer die Erde in den Wintermonaten bewusst etwas trockener hält und erst im Frühjahr wieder normal gießt, orientiert sich am natürlichen Jahresrhythmus der Strelitzie und wird im Sommer mit kräftigerem Wuchs belohnt.
Quellen
Geschrieben von Clara, Redaktion spatenfreunde.de — sie schreibt hier über Garten, Pflanzen und die richtige Pflege.







